WSOP Main Event Champion der Herzen - Tag 7

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Eine halbe Stunde fehlte zu Tag 8.

Michael Skender ist aus dem WSOP Main Event ausgeschieden. Zu Beginn des vorletzten Tages des World Series of Poker Main Events begannen 78 Spieler. Am Ende waren es nur noch 27.

Es hat sich etwas verändert im Amazon Room des Rio Casinos. Die Atmosphäre ist nicht mehr dieselbe, und das liegt nicht zuletzt daran, dass der Raum jetzt ganz anders aussieht.

Was in den ersten Tagen ein grell erleuchteter Saal war, vollgestopft mit über 120 Tischen, summend wie ein Bienenstock von den Gesprächen hunderter Spieler, Dealer, Journalisten und Zuschauer, ist nun ein fast schummerig wirkender Raum geworden, in dem sich neben den drei Kameratischen nur noch sechs, fünf, vier, und schließlich nur noch ein Tisch befindet, in dem die Journaille hinter dem ersten, die Zuschauer hinter einem zweiten Absperrband versammelt steht und mit zunehmender Spannung beobachtet, wie das schon kleine Feld immer weiter schrumpft, die Chipstacks immer weiter wachsen, und jedes „all-in and a call" $120.000, $150.000 und schließlich $250.000 wert sein kann ... oder den Verlust von mehreren Millionen. Je nach Standpunkt.

Wo ist Skender?

Eine eigentlich überflüssige Frage, da unser Ex-Basketballprofi alle anderen Spieler um gut 25cm überragt. Er ist also kaum zu übersehen. Der heutige 7. Tag war ein anstrengender für Michael Skender, und am Ende ein enttäuschender. Er verlor schon früh den größten Pot, den er in diesem Turnier überhaupt gespielt hat, mit Damen gegen Asse, und verlor gut die Hälfte seines Stacks.

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Skender vor dem Aus.

Er kämpfte sich wieder nach oben und verlor wieder einen großen Pot. Mit nur noch 700.000 saß er im Big Blind und bezahlte all-in mit 9-7. Das Board fiel A-2-3-4-5 und Skender war nur noch eine Karte vom Ausscheiden entfernt. Er zwang einen Gegner zum Fold mit T-6. Es war ein Ritt auf der Rasierklinge.

Am Ende ging dann alles ganz schnell. Skender hatte sich wieder zwei Millionen Chips erspielt, erhöhte dann UTG mit K-Q und bekam einen Re-Raise von Jasin Senti. Im Bewusstsein, dass er sich wahrscheinlich einem Coin Flip gegenüber sah, riskierte er sein Turnierleben. All-in. Senti bezahlte und zeigte 9-9. Flop: Q-6-3, Turn 3, River ... 9. Aus.

Michael Skender versuchte Haltung zu bewahren, doch er war am Boden zerstört. Eine Karte vom Verdoppeln entfernt, und dann ein solcher Schlag. Doch der Mann aus Plüderhausen hat sich hier viele Sympathien erspielt. Während die anderen Spieler heute zumeist wortlos und kaum beachtet verschwanden, wurde Skender herzlich verabschiedet und direkt von den Leuten des amerikanischen Fernsehkanals ESPN empfangen, die ihn zu seinem großartigen Turnier gratulierten und seiner immer positiven Ausstrahlung befragten.

Trösten konnte ihn das alles verständlicherweise nicht. „Ich hatte wirklich Chancen, in Tag 8 zu kommen. Wenn ich wenigstens einen Coin Flip gewinne, bin ich fast durch", sagte der am Boden zerstörte Skender nach dem Turnier. „Heute gibt es nichts zu feiern. Vielleicht morgen."

Michael Skender wurde 30. und gewann $255.242. Eine halbe Stunde später schied Bryn Kenny auf Platz 28 aus, und der Tag war beendet.

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Eduardo Parras.

Bester Brasilianer aller Zeiten

Eduardo Parras kommt aus Sao Paolo, der größten Metropole Südamerikas und der sechstgrößten der Welt. Warum erzähle ich Ihnen das? Weil es so ziemlich das einzige ist, was bisher über Parras bekannt war. Ab heute ändert sich das, denn Parras ist nun offiziell der Brasilianer, der am weitesten im Main Event gekommen ist. Bisher hielt diesen Rekord Rafael Caiaffa, der 2008 als 55. ausschied.

Parras erreichte Platz 32 und gewann $255.242.

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Gianni di Renzo.

Paradiesvogel

Unter den Spielern, die Tag 7 des Main Events erreicht haben, sind erwartungsgemäß einige, die schon bemerkenswerte Erfolge vorzuweisen haben. William Thorson z. B., der Schwede, war 13. im Rekord-Main-Event 2006, saß schon an EPT-Finaltischen und hat mehrere internationale Turniere gewonnen. Oder Theo Jorgensen, gewann erst im Mai die WPT in Paris, hält ein Bracelet und saß bei WSOP und EPT schon am letzten Tisch.

Und dann ist da Gianni di Renzo, Italiener im Schweizer Exil, in dessen früherem Vertrag als Profifußballer schriftlich festgehalten wurde, dass es ihm nicht erlaubt sei, mit seinen Spielerkollegen zu pokern. Wie bitte? Aber es stimmt tatsächlich. Di Renzo nahm seinen Mitspielern so häufig die Siegprämien schon auf der Fahrt zum Auswärtsspiel ab, dass die Verantwortlichen schließlich um die Motivation der Spieler fürchteten.

Auch Sportwetten waren eine Leidenschaft des temperamentvollen Italieners. Waren. „Bet and Win" hat ihn inzwischen gesperrt. Aufgrund seiner „Wettgewohnheiten". Das ist Sportwettensprech und bedeutet „du gewinnst zu viel".

Heute gewann di Renzo $255.242. Er wurde 29.

Chipcount:

  1. Joseph Cheong, USA, 24.490.000
  2. Cuong Nguyen, USA, 23.100.000
  3. Pascal LeFrancois, Kanada, 15.780.000
  4. Jason Senti, USA, 13.550.000
  5. Matthew Jarvis, Kanada, 13.300.000
  6. Matt Affleck, USA, 12.515.000
  7. Jonathan Duhamel, Kanada, 10.520.000
  8. John Racener, USA, 10.470.000
  9. Filippo Candio, Italien, 10.020.000
  10. Benjamin Statz, USA, 9.885.000
  11. Robert Pisano, USA, 8.060.000
  12. Michiel Sijpkens, Holland, 7.765.000
  13. Duy Le, USA, 7.255.000
  14. Scott Clements, USA, 7.250.000
  15. David Baker, USA, 6.825.000
  16. Michael Mizrachi, USA, 6.300.000
  17. Brandon Steven, USA, 6.045.000
  18. Adam Levy, USA, 4.745.000
  19. William Thorson, Schweden, 3.680.000
  20. Redmond Lee, GB, 3.315.000
  21. Mads Wissing, Dänemark, 3.070.000
  22. Ronnie Bardah, USA, 2.525.000
  23. Matthew Bucaric, USA, 2.270.000
  24. John Dolan, USA, 2.175.000
  25. Patrick Eskandar, USA, 1.655.000
  26. Johnny Lodden, Norwegen, 1.560.000
  27. Hasan Habib, USA, 1.510.000

Ausgeschieden: Michael Skender, Theo Jorgensen.

Verbleibende Spieler im Turnier: 27 (0,36%)

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