WSOP Main Event – Morgenstern führt!

Anton Morgenstern
Anton Morgenstern geht als Chipleader in Tag 7 des WSOP Main Events.

27 Spieler sind noch übrig. Anton Morgenstern ist klarer Chipleader. Letzte Spielerin scheidet unter Tränen aus. Tag 6.

68 Spieler hatten den vorletzten Tag des WSOP Main Events begonnen, 27 sollten es am Ende noch sein.

Damit stehen nur noch drei Tische im Amazon Room des Rio Bellagio – von ehemals 706 – und aus der drangvollem Enge ist ein weitläufiger Saal mit einigen, immer weniger werdenden Hotspots geworden.

Einzelne Tische, an denen es ab und zu  zu plötzlichen Gefühlsausbrüchen kommt, bevor wieder ein Spieler aufsteht und sich in Richtung Auszahlungsstelle davon macht.

63, 54, 45, 36 – bei diesen Zahlen wird wieder ein Tisch abgebaut, und stärker wächst der Druck auf die noch Verbliebenen, aber auch die Gewissheit, dass man nun ganz nah dran ist.

Chipleader Anton Morgenstern

Besonders nah dran ist im Moment der in England lebende Deutsche Anton Morgenstern.

Dank eines gewonnenen Flips für 10 Mio. Chips erspielte sich Morgenstern eine deutliche Führung. Mit Pocket Neunen hatte Morgenstern das All-in von George Wong bezahlt.

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Faszination WSOP - Fans an Tag 6.

Wong zeigte A J, traf aber das Board nicht und schied auf Platz 28 als letzter Spieler des Abends aus.

Morgenstern hält über 20 Mio. Chips und hat mehrere Millionen Vorpsrung auf den Zweitplatzierten Sylvain Loosli aus Frankreich.

Loosli verdankt sein Verblbeiben im Turnier hauptsächlich einem Suck-out gegen Danard Petit, der an eine berühmte Hand zwischen Matt Affleck und dem späteren Sieger Jonathan Duhamel erinnerte.

Auf dem Board        

bezahlte Petit den Push von Loosli mit    

Loosli zeigte    

und hatte damit Outs auf Straight und ein zeites Paar. Und genau wie Duhamel damals auf dem River die Straight traf und damit Afflecks Asse knackte, fand Loosli auf dem River die  

Morgenstern spielt den Main Event erst zum zweiten Mal. Er hat seinen Lebensunterhalt in den letzten Jahren mit Online-Poker verdient, Live-Turniere sind für ihn eher die Ausnahme.

Der WSOP erklärte er nach Spielende ganz unaufgeregt, auch weiterhin schlichtes, solides Poker zu spielen, und er zeigte sich überrascht über die zahlreichen Nachrichten und Anfragen, die ihn über Facebook und Twitter erreichen.

Ausscheiden der letzten Deutschen

Somar Al-Darwich wurde 38. In seiner letzten Hand verlor er ein Pre-Flop All-in mit Q 6 gegen K T.

Der Mann mit dem Emblem der Hertha BSC auf der Brust gewann für sein tolles Turnier $185.694. Es ist sein dritter offizieller Turniercash.

Die anderen beiden Gewinne betrugen $1900 und $4344.

Während Al-Darwich seine letzten Chips irgendwie unterbringen musste, hatte Sebastian Gohr noch 2,7 Mio., als er mit A Q pre-Flop all-in ging.

Jackie Glazier
Jackie Glazier am Ende eines nervenaufreibenden Tags.

Dumm nur, dass David Benefield Pocket Könige hielt. Das Board verlief acht hoch, und Gohr musste sich mit Platz 50 und $151.063 begnügen.

Eon tolles Turnier von Gohr und Al-Darwich. Auch wenn das Ausscheiden aus einem Turnier immer mit Frustration verbunden ist, wird ihnen dieses noch lange in positiver Erinnerung bleiben.

Ende des Damenbesuchs

Den Tränen nahe war Jackie Glazier, nachdem sie als letzte Dame im Feld das Turnier verlassen musste.

Auch die Australierin fiel letztlich einem verlorenen Coin Flip zum Opfer.

Nachdem sie bereits einige Zeit auf eine gute Hand gewartet hatte und ihr schwindender Chipstack keine groß angelegten Spielzüge mehr zuließ, fand sie schließlich A-Q.

Gut genug für einen 3-Bet Push vor dem Flop, den Castellucio bemerkenswert schnell bezahlte. Vielleicht ein wenig unbedacht, denn der Italiener hielt mit Pocket Tens nicht unbedingt ein Monster.

Das Board verlief jedoch 9 9 9 5 K, und Glazier war zu ihrem Entsetzen ausgeschieden.

Dass sie gerade $230.000 gewonnen hatte, bedeutete ihr nichts. Sie wollte unbedingt die zweite Frau nach Barbara Enright werden, die den Finaltisch des WSOP Main Events erreicht.

Jackie Glazier landete damit auf Platz 31. Zum Vergleich: Im Vorjahr hatten Gaelle Baumann und Elisabeth Hille die Plätze 11 und 10 erreicht, und 2011 schied Erika Moutinho auf Platz 29 aus.

Bemerkenswert

Zwölf Jahre nach seinem Sieg in diesem Event ist der „Matador“ Carlos Mortensen noch einmal ganz nah am Finaltisch.

Yevgeniy Timoshenko
Babyface mit Killerinstinkt - WPT-Champion Jewgeni Timoshenko.

Mortensen hat sich langsma aber sicher nach vorne gespielt und hält nun mit 10,8 Mio. Chips den sechstgrößten Stack.

Jewgeni Timoshenko hat schon einige der ganz großen Turniere für sich entscheiden können, darunter WSOP, APT und die WPT Championship, außerdem den WCOOP Main Event und noch einiges mehr.

Jetzt greift er nach dem ganz großen Titel. Zwischenzeitlich hatter sogar den Chiplead inne, liegt jetzt aber auf Platz 18.

Vielleicht die größte Sensation dieses Main Events ist die Platzierung von Steve Gee. Der 57-Jährige war bereits im vergangenen Jahr bis zum Finaltisch vorgestoßen.

Er hatte dort als Außenseiter gegolten, obwohl Gee schon in den 70er Jahren als Profi unterwegs war, als es noch keine hochdotierten Sponsorenverträge gab.

Sollten ihn die anderen Spieler tatsächlich auch in diesem Jahr wieder derartig unterschätzen?

Dann hätte Gee gute Chancen, als erster Spieler nach Dan Harrington im Jahr 2004 den Final Table des WSOP Main Events zwei Jahre nacheinander zu erreichen, und das bei Feldern von rund 6500 Spielern.

Chipcount:

  • 1. Anton Morgenstern, D, 21.955.000 Chips
  • 2. Sylvain Loosli, FR, 14.125.000
  • 3. Chris Lindh, USA, 12.030.000
  • 4. J.C. Tran, USA, 11.970.000
  • 5. Fabian Ortiz, ARG, 10.810.000
  • 6. Carlos Mortensen, SP, 10.790.000
  • 7. James Alexander, USA, 9.445.000
  • 8. Jay Farber, USA, 8.975.000
  • 9. Matthew Reed, USA, 7.705.000
  • 10. Jason Mann, KAN, 7.500.000
  • 11. Amir Levahot, ISR, 7.385.000
  • 12. Clement Tripodi, FR, 7.135.000
  • 13. Sergio Castelluccio, IT, 6.560.000
  • 14. Alexander Livingston, CAN, 5.800.000
  • 15. Mark Newhouse, USA, 5.785.000
  • 16. Marc McLaughlin, KAN, 5.415.000
  • 17. Jan Nakladal, CZ, 5.360.000
  • 18. Jewgeni Timoshenko, USA, 5.310.000
  • 19. Ryan Riess, USA, 3.830.000
  • 20. Max Coleman, 3.830.000
  • 21. Bruno Kawauti, BRA, 3.580.000
  • 22. Benjamin Pollak, FR, 3.230.000
  • 23. Steve Gee, USA, 3.160.000
  • 24. Rep Porter, USA, 2.675.000
  • 25. Michiel Brummelhuis, NL, 2.245.000
  • 26. Jorn Walthaus, NL, 1.900.000
  • 27. David Benefield, USA, 1.840.000

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