WSOP Main Event Tag 4 – Vier Deutsche im Club der Millionäre

HeinzPius
Heinz Pius, bester Deutscher an Tag 4.

Das Geld wird erreicht, Negreanu holt auf, Pius und Heinzelmann stürmen, Hellmuth scheidet aus, Lamb kommt zurück. Die Geschichte des Spieltags.

Zuerst ging es ganz schnell mit den Bust-outs, aber dann war es, als ob das Turnier in Zeitlupe ablief. Mehr als 45 min lang blieb der Ruf „Seat open“ aus. Der Grund dafür war natürlich die Bubble, jener ominöse Zeitpunkt in jedem Pokerturnier, in dem sich das Teilnehmerfeld in ganz viele glückliche und einen einzigen extrem unglücklichen Spieler teilt.

In der Nacht war es Reza Kashani, der für fünf Minuten traurige Berühmtheit erlangte. Joseph Cheong, der letzte verbliebene November Niner von 2010, nahm ihn in der fünften Hand des Hand-for-Hand aus dem Turnier. Sein Trostpreis ist ein Ticket für den Main Event im kommenden Jahr.

Die großen Geschichten des Tages aber schrieben andere.

Die letzten Champions

Mit Robert Varkonyi (2002) und Phil Hellmuth (1989) schieden die letzten im Feld verbliebenen WSOP-Champions aus. Robert Varkonyi lag mit A-Q gegen das Paar Sechsen seines Gegners auf dem Flop vorn, aber der Turn war eine weitere Sechs, die ihn schließlich das Turnier kostete.

bubble burst
Erleichterung - die Bubble platzt.
Phil Hellmuths wilder Ritt duch den Main Event kam schon früher zu einem abrupten Ende. Hellmuth schob mit ein Paar Dreien auf einem Dame hoch Flop all-in, doch sein Gegner hatte die Dame getroffen und nahm den Anführer der Player-of-the-Year-Wertung aus dem Event. Am Ende reichte es für Hellmuth nicht einmal ins Geld.

Sein schärfster Konkurrent Ben Lamb gelangte nach kurzer Schwächeperiode wieder auf den aufsteigenden Ast, schlug mehrere Spieler aus dem Feld, gewann alle Coin Flips und steht jetzt wieder bei 1,2 Mio. Nicht zu fassen.

Den freien Platz auf der Achterbahn übernahm Daniel Negreanu, bei der WSOP selbst schon einmal als Spieler des Jahres aus gezeichnet. Sein Stack war bereits auf 15.000 geschrumpft, als es dem Kanadier gelang, in einer Hand zu vervierfachen. Danach ging es für Negreanu weiter steil bergauf, und als er schließlich seine Chips zusammenpackte, zählte er stolze 619.000.

Die Germanen kommen

Sebastian Ruthenberg hat bisher jeden Tag des Events weit oben im Chipcount abschließen können. Auch gestern Nacht gelang es ihm, seinen Stack kontinuierlich weiter aufzubauen. Mit 890.000 gestartet, beendete er den Tag mit 1,1 Mio. (Platz 27) und ist damit konstant in der Spitze dabei. Nach vier Spieltagen ist er der konstanteste Spieler und damit für uns heißeste deutsche Anwärter auf einen Platz an dem Tisch der November Neun.

Das gilt, obwohl Heinz Pius (3.) und Max Heinzelmann (10.) gestern geradezu durch das Feld stürmten und am ende mit 1,8 bzw. 1,6 Mio. Chips die Top Ten des Chipcounts erreicht hatten. Eine sagenhafte Aufholjagd der beiden Deutschen, denen gestern einfach alles gelang.

daniel negreanu
Der Main Event ist anstrengender, als man denkt.
Philipp Gruissem setzte seine ausgezeichnete Leistung ebenfalls fort und knackte gegen Ende des Tages gerade noch die Millionenmarke. Langsam klettert auch Vladimir Geshkenbein nach oben. Der EPT-Titelträger mit Schweizer Pass und russischer Herkunft erspielte sich, von der amerikanischen Journaille weitgehend unbeobachtet, einen stack von knapp 1,5 Mio. Das reicht für Platz 14.

Insgesamt sind noch 13 Deutsche, darunter auch Marvin Rettenmaier, Wilfried Härig, Andreas Kauffeldt und Julian Stuer im Main Event der WSOP 2011.

Chipleader ist Manoj Viswanathan aus Brooklny, NY, der als einzieger Spieler über zwei Millionen Chips vor sich hat. Dagegen ist Patrick Poirier, gestern noch an der Spitze der Tabelle, auf Platz 249 zurückgefallen.

Insgesamt sind noch 378 Spieler dabei, darunter sechs Frauen: Die von uns bereits in den vergangenen Tagen hervorgehobenen Amanda Musumeci und Claudia Crawford liegen etwa bei einer Million, Jan Callaway, Michele Koerner und Erika Moruinho zwischen 600.000 und 700.000, und Mimi Luu ist Trägerin der Roten Laterne mit 57.000.

Ausgeschieden: Sandra Naujoks (391., $30.974), Todd Brunson (394., $30.974), Charalampos Tsaoussis (434., $27.103), Nikolai Senninger (445., $27.103), Markus Lehmann (484., $23.876), Lasell King (493., $23.876), Lukas Baumer (497., $23.876), Vanessa Rousso, (511, $23.876),  Humberto Brenes, Jake Cody (647., $19.359) , Dennis Phillips (557., $21.295).

Ausgewählte Chipcounts:

1. Manoj Viswanathan, 2.115.000
2. Sam Barnhart, 1.925.000
3. Heinz Pius, 1.887.000
10. Max Heinzelmann, 1.672.000
14. Vladimir Geshkenbein, 1.490.000
21. Ben Lamb, 1.268.000
27. Sebastian Ruthenberg, 1.162.000
36. Amanda Musumeci, 1.066.000
42. Philipp Gruissem, 1.009.000
65. Joseph Cheong, 862.000
78. Stefan Huber, 783.000
121. Daniel Negreanu, 619.000
137. Allen Cunningham, 582.000
139. Sami Kelopuro, 577.000
171. Erick Lindgren, 492.000
284. Freddy Deeb, 258.000

 


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