WSOP Main Event Tag 3 – Angst und Schrecken in Las Vegas

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Sebastian Ruthenberg ist inzwischen in den Top Ten und bester Europäer im Main Event. Heinzelmann verpasst Bad Beat, Negreanu klettert, Hellmuth wankt.

Das Feld verdichtet sich langsam, die Atmosphäre wird von zunehmender Spannung geprägt. Die Stacks werden größer, die Stürze tiefer. 1864 Spieler machten sich am Nachmittag auf ins WSOP Main Event, aber nur knapp die Hälfte wird auch heute Nacht zurückkehren.


1863 Sebastian Ruthenberg
Wird langsam gefährlich - Sebastian Ruthenberg.

Die Spitze

Chipleader ist der vollkommen unbekannte Patrick Poirier, der als erster Spieler die Grenze von einer Million Chips durchbrach. Hinter dem französischen Namen verbirgt sich allerdings kein Europäer, sondern ein Mann aus den Bergen des Staates New York. Alexander Mozhnjakow fiel von Platz 1 auf Platz 10 und hält sich damit an der Spitze des Feldes.

Sebastian Ruthenberg ist nun schon den dritten Tag in Folge extrem erfolgreich in diesem Event. Inzwischen ist er in den Top Ten des Chipcounts angekommen. Mit 889.000 Chips hat er sich eine hervorragende Ausgangssituation erspielt. Ruthenberg erwischte einen dieser Tage, die man für ein gutes Ergegbnis in einem solchen Riesenturnier benötigt: Er spielte gut, bekam in den richtigen Momenten gute Hände und bekam keine Bad Beats verpasst.

Ruthenberg scheint gerade rechtzeitig in Schwung zu kommen. Bei der $50k Players Championship kam er an den vorletzten Tisch - und damit gerade noch ins Geld. Mit dem sechstgrößten aller Stacks ist er jetzt ein Spieler, mit dem man rechnen muss.

Was ein Bad Beat ist, zeigt eine Hand, die am Fernsehtisch zwischen Shaun Deeb und Max Heinzelmann gespielt wurde. Der inzwischen erblondete zweifache EPT-Preisträger folgte seinem ultra-aggressiven Stil und beendete einen Pre-Flop Schlagabtausch mit einem All-in. Deeb bezahlte sofort mit A-A, Heinzelmann hatte „zu hoch gepokert“ und nur A-6. Eine Sechs auf dem Flop und eine weitere auf dem River kosteten den amerikanischen Online-Spezialisten fast seine gesamten Chips. Er wurde kurz danach eliminiert, während Heinzelmann den Tag mit 278.000 Chips beendete.


0566 Phil Hellmuth
Wankte, aber fiel nicht - Phil Hellmuth.

Die WSOP 2011 könnte für Phil Hellmuth und Daniel Negreanu kaum unterschiedlicher verlaufen sein. Während Hellmuth drei Heads-ups erreichte, fünf Mal im Geld war und $1,5 Mio. gewonnen hat, stehen für Negreanu gerade mal zwei Cashes mit $28k zu Buche. Selbst für den meist gut gelaunten Kanadier eine Katastrophenserie.

Die Kämpfer

Noch aber hat die dicke Frau nicht gewungen, im Main Event konnte Negreanu gestern seinen Stack auf über 200.000 aufbauen, während Hellmuth nach seinem Spätstart an Tag 2A einen weiteren aufregenden Tag verlebte, der mit einem Stack von 77.000, aber immerhin mit dem Erreichen von Tag 4 endete.

Hellmuth wird heute Nacht mit gleich vier Deutschen am Tisch sitzen: Martin Ross, Nikolai Senninger, Charalampos Tsaoussis und Matthias Much. Jeder von ihnen hat mehr als doppelt so viele Chips wie der Ex-Champion, was die Chance auf einen Wutausbruch gegen die „idiots from Central Europe“ (wie es dann heißen müsste) eröffnet, aber man sollte Hellmuth nicht abschreiben, solange er noch einen einzigen Chip vor sich hat.

Hellmuths Konkurrent in der Wertung zum „Spieler des Jahres“ Ben Lamb musste schließlich doch ein paar Nackenschläge einstecken. Trotzdem: Mit 174.500 Chips ist Lamb deutlich handlungsfähiger als Hellmuth.

Simpsons-Erfinder Sam Simon gewann das Duell der Comedians gegenSeinfeld“-Darsteller Jason „George Costanzo“ Alexander. Während Alexander ausschied, sitzt hinter einem mächtigen Stack von über 500.000 Chips.

Dagegen haben wir mit Tom McEvoy und Joe Cada fast alle WSOP-Champions verloren. Nur Robert Varkonyi erreichte neben Helmuth Tag 4. Von den November Nine des vergangenen Jahres ist nur noch Joseph Cheong dabei, die beste Frau ist weiterhin Amanda Musumeci, die das hier zu sagen hat und so aussieht.

Die Deutschen

Insgesamt sind noch mehr als 25 deutsche Spieler im Turnier. Andreas Kauffeldt (207.000) und Wilfried Härig (73.500), die in den ersten beiden Tagen des Main Events aus deutscher Sicht für Glanzlichter sorgten, halten sich weiterhin. Das gleiche gilt für Sandra Naujoks (105.000), die auf ihr bestes Ergebnis bei der inoffiziellen Weltmeisterschaft zusteuert.


claudia crawford
Claudia Crawford.

Auch Philipp „philbort“ Gruissem spielt weiterhin ein Klasseturnier und steht mit 355.100 auf Platz 172 der Tabelle. Zu seiner Linken wird heute Abend mit Claudia Crawford (nicht verwandt oder verschwägert mit Cindy) eine der wenigen Damen im Turnier Platz nehmen – übrigens eine Profispielerin und PLO-Spezialistin -, zu seiner Rechten sitzt mit Robert Kolbe ein weiterer Deutscher.

In der heutigen Nacht werden aller Voraussicht nach die Geldränge erreicht. 693 Spieler werden ausbezahlt, die Mindestbelohnung für alle, die es soweit schaffen liegt bei $19.359.

Ausgeschieden: Thorsten Schäfer, Moritz Kranich, Noah Boeken, Shaun Deeb, Mike Caro, Jennifer Harman, Dan Shak, Jason Mercier, Tom McEvoy, Joe Cada, Victor Ramdin, Ryan d’Angelo.

Ab heute wird ESPN einen „Live-Stream“ des WSOP Main Event 2011 anbieten. Die Übertragung läuft mit 30 Minuten Verzögerung (daher die Anführungszeichen) und zwischen zwei Kameratischen hin- und herwechseln. Alle Hole Cards werden gezeigt! Die jährliche Serie über den Main Event beginnt am 26. Juli.

 

Ausgewählte Chipcounts:

1. Patrick Poirier, 1.328.000
6. Sebastian Ruthenberg, 889.000
24. Sami Kelopuro, 654.500
54. Amanda Musumeci, 528.500
66. Vito Branciforte, 503.500
94. Alexander Debus, 442.000
117. Joseph Cheong, 410.500
132. Heinz Pius, 395.000
170. Erick Lindgren, 356.000
172. Philip Gruissem, 355.100
242. Vanessa Rousso, 298.500
268. Markus Lehmann, 280.000
269. Max Heinzelmann, 278.000
278. Allen Cunningham, 274.000
284. Philip Hochhuth, 270.500
297. Robert Varkonyi, 265.500
681. Sandra Naujoks, 105.000


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