WSOP-Geschichte – Die bisherigen deutschen Erfolge

WSOP history

Das Warten hat ein Ende. Am heutigen Dienstag beginnt in Las Vegas die 45. World Series of Poker traditionell mit dem Turnier der Casino-Angestellten. Insgesamt werden in Sin City dieses Jahr 65 Turniere ausgetragen, doch bevor das Tagesgeschäft die Schlagzeilen beherrscht, wollen wir einen Blick zurückwerfen. Wie haben sich die Deutschen in der Vergangenheit bei der WSOP geschlagen und wer waren die großen Sieger? Ein Rückblick, der für manchen Pokerfan sicher Überraschendes zutage bringt.

Gestern haben wir Euch ja bereits die fünf heißesten deutschen Anwärter auf ein Bracelet vorgestellt.

Im zweiten Teil der WSOP Woche werfen wir einen Blick zurück auf die Geschichte der WSOP und die größten deutschen Erfolge.

Die Jahre vor Moneymaker

Bis 2003 war die World Series of Poker aus europäischer Sicht eine exotische Veranstaltung. Außer in Großbritannien wurde in der „alten Welt“ kaum gepokert, immerhin ein paar Verwegene gab es doch.

Matthias Rohnacher
Gewann das erste deutsche Bracelet überhaupt: Matthias Rohnacher

Der erste deutsche Bracelet-Gewinner Matthias Rohnacher ist selbst in Pokerkreisen den wenigsten ein Begriff.

Allerdings war der PLO-Sieger von 1997 beileibe keine Eintagsfliege. Mit insgesamt 15 Cashes unterstrich der Badener, der lange in den USA lebte, seine Qualitäten.

Der einzige deutsche Spieler, der gleich zweimal kraftvoll zubeißen konnte, ist Eddy Scharf. Er gewann in den Jahren 2001 und 2003 jeweils einen Titel bei Limit Omaha und verewigte sich damit in den Annalen der WSOP.

eddy-scharf
Eddy Scharf ist immer noch der einzige Deutsche, der zwei Bracelets gewonnen hat.

Mittlerweile hat der Rheinländer seine Pokerkarriere beendet – der deutsche Staat erhob abstruse Steuerforderungen.

Neben den beiden Deutschen konnte ein anderer deutschsprachiger Spieler ein Bracelet gewinnen. Bis heute ist das Bracelet von Ivo Donev, ebenfalls bei Limit Omaha errungen, das einzige für Österreich.

Die Jahre des Booms

Mit dem Sieg Chris Moneymakers beim Main Event 2003 kam der Pokerboom, der die gesamte Welt erfasste.

Konsequenz waren stark anwachsende Teilnehmerfelder und vermehrt deutsche Spieler beim Kampf um die begehrten Bracelets.

Das hatte positive Konsequenzen. 2007 regnete es gleich drei Bracelets für Deutschland durch Katja Thater, Michael Keiner und Thomas Bihl, letzteres allerdings bei der WSOP Europe.

Deutsche Braceletgewinner
Vier Deutsche Bracelet-Gewinner mit Stefan Kalhamer.

Im Jahr 2008 ging es munter weiter. Neben den damaligen Full-Tilt Pros Martin Kläser und Jens Vörtmann, die bei Omaha Hi/lo bzw. H.O.R.S.E. zuschlugen, holte sich Sebastian Ruthenberg bei Seven-Card Stud Hi/lo das erste Championship-Bracelet für Deutschland.

Dass die Deutschen in der Welt des Pokers angekommen waren, zeigten sie auch 2009.

In diesem Jahr holten Jörg Peisert und Carsten Joh die ersten No-Limit Hold’em Bracelets überhaupt nach Deutschland. 

Martin Klser
Wer erinnert sich noch an das Bracelet von Martin Kläser?

Danach waren die fetten Jahre aber erst einmal vorbei. Im Jahr 2010 gingen die Deutschen komplett leer aus, und auch 2011 mussten sie lange auf das große Erfolgserlebnis warten.

Bis zum Main Event reichte es wieder nicht zu einem Bracelet, doch dann schlug Pius Heinz zu und sicherte sich mit dem Triumph beim wichtigsten Turnier der Welt und über 8,7 Millionen Preisgeld den bis heute größten Erfolg eines deutschen Pokerspielers.

Seitdem fuhren die Deutschen nie mehr ohne Bracelet nach Hause.

2012 gewannen Jan-Peter Jachtmann die Championship in Pot-Limit Omaha und Dominik Nitsche ein NLHE-Massenturnier und im Vorjahr schnappten sich Martin Finger und Nikolaus Teichert eine der begehrtesten Trophäen der Pokerwelt.

Die Bilanz

Seit einigen Jahren gehören die deutschen Spieler nun schon zu den führenden Nationen.

Mit insgesamt 16 Bracelets, darunter den drei Championship-Titeln für Ruthenberg, Jachtmann und Heinz, liegt Deutschland auf einem beachtlichen 4.Platz in der Nationenwertung aller Zeiten hinter den USA, Kanada und Großbritannien.

Interessant ist auch der Blick auf die meisten deutschen Cashes, der zeigt, dass die junge Garde noch einiges aufzuholen hat.

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Pius Heinz sorgte mit dem Gewinn des Main Events für den größten deutschen Erfolg aller Zeiten.

Mit 21 Platzierungen liegt immer noch Andreas Krause auf Platz 1, dahinter folgt mit Marvin Rettenmaier (19 Cashes) ein „junger Wilder“, ehe mit Eddy Scharf (18 Cashes) wieder ein Altstar folgt.

Aufgrund der teilweise sehr großen Felder ist es in der Gegenwart natürlich schwerer geworden, im Preisgeld zu landen oder gar ein Bracelet zu gewinnen.

Nimmt man die letzten Jahre als Maßstab, muss einem um die deutschen Spieler aber nicht Bange sein. Außer im Jahr 2010 hat es seit 2007 immer für mindestens ein Bracelet gereicht.

Wer weiß, vielleicht schafft es ja sogar einer der Highroller beim Big One for One Drop? 

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