WSOP - Farha liebt Omaha

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Sam Farha - Gewinner der Omaha Hi-Lo Championship.

Nach einem denkwürdigen Marathon-Finale gewinnt Sam Farha sein drittes Bracelet. Die Engländer pokern besser, als sie Fußball spielen, und Eddy Scharf könnte für eine Überraschung sorgen.

Er war der Spieler, der im Jahr 2003 im Heads-up gegen Chris Moneymaker saß und unbewegt an seiner nicht angezündeten Glückszigarette sog, als er feststellen musste, dass sein Top Pair weit zurücklag, als das Geld auf dem Flop in die Mitte ging. Er ist auch der Spieler, der bei High Stakes Poker mit „any two" jeden möglichen Spielzug ansetzen kann und damit mächtige Pots gewinnt, wie es sonst nur noch der ungemein gefährliche Tom Dwan hinbekommt.

Jetzt hat Sam Farha das dritte Bracelet in seiner Karriere gewonnen. Wie bei den ersten beiden Malen in den Jahren 1996 und 2006 handelte es sich auch heuer wieder um ein Omaha Event, genauer gesagt Event Nr. 25, $10k Omaha Hi-Lo Split 8 or better Championship. Zwölf Stunden dauerte der Finaltisch des mit 212 Spielern besetzten Turniers, allein fünf Stunden davon bekriegten sich die beiden Finalisten Farha und James Dempsey.

James Dempsey
Runner-up James Dempsey.

Die drei Bracelets zeigen, dass Farha zu den besten Omaha-Spielern der Welt gehört.  Sein Geheimnis: „Ich liebe das Spiel. Es ist mein Hobby und mein Beruf. Man muss das Spiel lieben, um gut zu sein." Und wenn man ab und zu $488.241 für einen Turniersieg erhält, fällt es noch leichter, das Spiel zu lieben.

Der zweitplatzierte Engländer James Dempsey war nach seiner Niederlage am Boden zerstört, hätte er doch hier schon sein zweites Bracelet in der WSOP 2010 gewinnen können. Das Vereinigte Königreich mausert sich in diesem Jahr immer mehr zur ernsthaften Konkurrenz für die Platzhirsche aus den Vereinigten Staaten, denn mit Steve Wong gelangte noch ein weiterer Brite an den Finaltisch.

Holger Kanisch
„Bullshit" - Holger Kanisch.

Event Nr. 24, $1k NLHE wird heute Nacht mit dem Finaltisch beendet. Mit Denis Murphy aus Irland hat es auch ein Europäer unter die letzten neun von ursprünglich 32389 geschafft. Den Gewinner winkt in diesem Stimulus-Event eine satte halbe Million Dollar. Besonders interessant aus deutscher Sicht: Holger Kanisch, der im März 2009 im Heads-up der EPT Dortmund Sandra Naujoks unterlag, stand kurz vor dem Sprung an einen weiteren Final Table in einem internationalen Event.

Kanisch schied unglücklich aus: In einem „Battle oft he Blinds" sahen er und John Tolbert einen nicht geraisten Flop 7 K 4. Tolbert setzte 50.000 und Kanisch bezahlte. Auf dem Turn 2 setzte Tolbert 100.000, und Kanisch ging wieder mit. Der River war die 3. Tolbert entschied sich zum All-in und Kanisch riskierte alle Chips, um Tolberts Hand zu sehen: 5 6. „Ein Traumriver", rief Tolbert aus. „Bullshit", entgegnete der wutentbrannte Kanisch und verließ den Tisch. Keine Frage, wer bis zum Turn die bessere Hand hatte.

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Noch einmal ganz nach vorne? Eddy Scharf.

Altmeister Eddy Scharf hat Tag 3 des Events Nr. 26, $2,5k NLHE 6-handed erreicht. 15 Spieler gehen heute Nacht in den dritten Tag des Turniers, an dem 1245 Spieler teilnehmen wollten. Fast wäre es zu einem deutsch-österreichischen Finale gekommen, denn auch Erich Kollmann war bis zum Ende von Tag 2 noch im Spiel. Letztlich sorgten jedoch ein verlorener Coin Flip und ein Bad Beat dafür, dass Kollmann das Turnier auf Platz 24 beenden musste. Aus Europa ebenfalls noch dabei: Clement Thumy aus Frankreich und Martins Adenyia aus - schon wieder - England.

In Event Nr. 27, $1,5k Seven Card Stud Hi-Lo kämpfen noch 24 von anfangs 644 Spielern um das Bracelet, während in Event 28, $2,5k PL Omaha nach Tag 1 noch 105 von 596 Spielern die Chance auf den Sieg haben. Unter ihnen ist auch T.J. Cloutier, der in der Chiptabelle Platz 7 belegt.

Event Nr. 29, $10k LHE Championship leidet unter leichtem Spielerschwund. 171 Spieler (2009: 185) traten zum fünften von insgesamt zehn Championship Events an. 130, darunter auch Phil Ivey, Doyle Brunson und Tom Dwan, erreichten Tag 2. Shaun Deeb, der als einer der wenigen Männer es sich nicht hatte nehmen lassen, auch am Ladies Event teilzunehmen, dort aber die Geldränge nicht erreichen konnte, hat momentan den größten Chipstack, Hinter ihm liegt Wladimir Schmelew, dessen phantastische WSOP weiterzugehen scheint und der momentan in der Tabelle zum „Player of the Year" auf einem aussichtsreichen vierten Platz liegt.

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