WSOP - Der Tisch ist rund…

Carsten Joh
Erinnerung an schöne Zeiten - Carsten Joh 2009.

…und eine WSOP dauert 50 Tage. Im letzten Jahr warteten wir ähnlich lange auf ein Bracelet. Dann brachen Carsten Joh und Jörg Peisert den Bann. In diesem Jahr könnte es Benny Spindler sein. Außerdem: Dwan wieder bedrohlich gut.

Der Schwabe Joh, erst kürzlich wieder bei der EPT erfolgreich, und der Westfale Peisert gewannen die Events Nr. 51 und 52, jeweils NLHE-Turniere, und sorgten damit für ein zufriedenstellendes Ergebnis der deutschen Teilnehmer, die auch in diesem Jahr wieder Spätstarter zu sein scheinen.

Vergessen wir dabei jedoch nicht, dass es bei der Größe der Teilnehmerfelder nicht nur eine Frage der Qualität ist, eines der Turniere zu gewinnen. Und gute Ergebnisse haben wir auch in diesem Jahr wieder gesehen. Dennoch sind es heuer eindeutig die Engländer und Kanadier, die am meisten Aufmerksamkeit erregen.

Allan Baekke
Allan Baekke - gefährlicher Skandinavier am Finaltisch.

Wie nah Schlagzeile und Vergessen beieinander liegen können, zeigt Event Nr. 47, $1k NLHE. An dem vorletzten „Stimulus"-Event nahmen 3128 Spieler teil, darunter auch 66 Deutsche. Als bester von ihnen beendete Dieter Stöffler das Turnier auf einem hervorragenden 19. Platz. Trotzdem wird das morgen kaum noch jemanden interessieren. Dagegen hat Owen Crowe aus - richtig - Kanada zwischenzeitlich schon 1,9 Mio. Chips aufgebaut und liegt nun auf Platz 4 der letzten Neun in der Chiptabelle. Jörg Peisert war auch dabei und belegte Platz 188.

Immerhin sind auch zwei europäische Spieler am Final Table vertreten, sowie Ilja Andreew aus Russland. Mit Pekka Ikonen aus Finnland und EPT-Senkrechtstarter des Jahres Allan Baekke - 2. Side Event Berlin, 1. EPT Snowfest Main Event, 12. EPT San Remo Main Event - aus Dänemark hat Europa zwei der gefürchteten Skandinavier am Tisch.

Robert Mizrachi
Wieder auf der Jagd - Robert Mizrachi.

Kommen wir zu den Engländern. Zwei von ihnen - Jonathan Spinks und Karl Fenton sind unter den letzten 23 Spielern, die Tag 3 von Event Nr. 49, $1,5k NLHE erreicht haben. Inzwischen ist das ja fast schon Normalität. Unangefochtener Exot in dem verbliebenen Feld ist jedoch Manuel Cadilhe aus dem angolanischen Luanda.

Das Turnier der Champions befindet sich noch in der Pause, aber Event Nr. 50, $5k PLO geht heute Nacht in die entscheidende Phase. 31 der 460 Spieler haben den dritten und letzten Tag des Turniers erreicht, und es finden sich noch einige bekannte Namen im Feld.

An der Spitze steht Robert Mizrachi - wie machen die Mizrachis das nur - mit einem scheinbar komfortablen Chipvorsprung: 758.000 gegenüber 504.000 des Zweitplatzierten Kevin Boudreau. Omaha-Spieler wissen jedoch, dass die Varianz hier sehr schnell zuschlagen kann. Jason Mercier, Di Dang, Julian Gardner, Eric Liu und Ross Boatman haben sich ebenso halten können wie - und nun denken wir an das vergangene Jahr - Benny Spindler.

Benny Spindler
Spindler auf dem Weg zum Finaltisch.

Der PCA-Finalist aus dem Jahr 2009 hat bereits einen Cash bei der diesjährigen World Series erreicht und steht nun mit 339.000 Chips auf einem aussichtsreichen fünften Platz in der Tabelle. Sollten die Turniere ab Nr. 50 wieder für deutsche Erfolge sorgen?

Immerhin sagt man in Holland: Die Deutschen hast du erst geschlagen, wenn sie im Bus sitzen und das Stadion verlassen. Bezieht sich zwar auf Fußball, aber trotzdem.

Am meisten Applaus erhielt in der gestrigen Nacht jedoch Ryan d'Angelo. Er erkannte nämlich einen Bluff von Men „The Master" Nguyen und nahm diesen ausgerechnet auf der Bubble aus dem Turnier. Soviel dazu, warum Nguyen nicht ins Tournament of Champions gewählt wurde...

ryan-dangelo
Nahm „The Master" vom Tisch - Ryan d'Angelo.

Event Nr. 51, $3k NLHE Triple Chance sorgt bereits wieder für erste Schweißausbrüche bei den wettverrückten Profis. Sie ahnen schon, um wen es geht - Tom Dwan. Ein Triple Chance begünstigt bekanntlich die Risikobereitschaft der Spieler, und damit kennt sich kaum jemand so gut aus wie Dwan.

In Turnieren geht das häufig schief, aber wenn es mal funktioniert, ist Dwan ein äußerst gefährlicher Gegner. Als er vor gut drei Wochen erst im Heads-up des $1,5k NLHE scheiterte, atmeten so viele zu Railbirds verdammte Profis gelichzeitig durch, dass kurzfristig die Klimaanlage versagte.

tom-dwan
Hat vielleicht bald viel zu lachen - Tom Dwan.

Jetzt ist Dwan wieder da. Nach Tag 1 und noch 189 von 965 Spielern liegt er auf Platz 10 der Chiptabelle. Um ihn herum Spieler wie Tommy Vedes - 2010 EPT Grand Final Side Event Gewinner -, Gavin Griffin - EPT Grand Final ME Gewinner 2007 -, die Engländer Neil Channing und November Niner James Akenhead und - Jonas Kronwitter!

Der Münchner stand bereits mehrfach nahe an einem Erfolg, z. B. bei der ersten EPT in Kiew, aber der Durchbruch ist ihm noch nicht gelungen. Vielleicht stachelt ihn ja die Anwesenheit der Engländer ein bisschen an. Komm schon Jonas, denk an Bloemfontein!

Bitte füllen Sie die erforderlichen Felder korrekt aus.

Es ist ein Fehler aufgetreten!

Sie müssen drei Minuten warten, bevor sie einen weiteren Kommentar abgeben können.

Noch keine Kommentare