WSOP BIG ONE – Esfandiari führt Finaltisch an

big one final table
Die Finalisten.

Phil Hellmuth, Sam Trickett und Brian Rast ebenfalls noch dabei. Gruissem und Reinkemeier ausgeschieden.

In letzter Zeit hat sich einiges getan im Leben des „Magiers“ Antonio Esfandiari. Statt die Nächte auf Partys zu verbringen, begibt er sich nun morgens ins Fitnessstudio. Er hat seine Ernährung umgestellt und er hat keine Anstrengungen unternommen, um im BIG ONE mitzuspielen.

Das heißt, zunächst.

„Ich war überrascht, als ich hörte, wie viele [Profis] mitspielten", sagt Esfandiari. "Als ich das mitbekam, dachte ich mir, ‚wie kann ich nicht beim großartigsten Turnier aller Zeiten dabei sein?‘. Also beschloss ich, den Stier bei den Hörnern zu packen.“

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Antonio Esfandiari. Photo: Las Vegas Sun.

"Eigentlich ist es doch dasselbe wie ein $10-Turnier. Jeder kriegt zwei Karten, und am Schluss gewinnt jemand. Wo ist der Unterschied?"

Gut zwölf Stunden dauerte die Session, bis die acht Finalisten gefunden waren. Leider konnte sich keiner der beiden deutschen Spieler ins Geld spielen. Tobias Reinkemeir musste das Turnier schon früh verlassen, während Philipp Gruissem nicht erst das Vergnügen hatte, Phil Ivey vom Tisch zu nehmen, dann aber das Pech, einen Coin Flip zu verlieren und auf Platz elf auszuscheiden.

Gruissem gegen Ivey:

Ivey erhöhte auf 200k (Blinds 40k/80k/10k), und Gruissem setzte ihn pre-Flop all-in. Ivey annoncierte den Call.

Gruissem: A 8

Ivey: Q Q

Board: J 9 8 4 T. Runner Runner Flush für Gruissem.

Gruissem gegen Trickett:

Trickett erhöhte aus dem Cut-off auf 600.000 (Blinds 150k/300k/50k), Gruissem erhöhte auf 1,35 Mio. Trickett ging all-in, und Gruissem bezahlte.

Gruissem: A Q

Trickett: J J

Dieses Mal verfehlte Gruissem das Board komplett, und Trickett gewann einen 15 Mio. Pot.

Double Bubble

Nach Gruissems Ausscheiden wurden zwei Bubbles nacheinander ausgespielt. Zunächst die größte aller Zeiten, denn nur neun Spieler erreichten die Geldränge. Überraschend schnell kam es zu einer Entscheidung.

Philipp Gruissem
Gruissem wird leider nur Elfter.

Ilja Bulitschew aus Moskau erlitt das Schicksal, der letzte Spieler des Turniers zu werden, der kein Geld bekommt. Vermutlich kann er’s verschmerzen.

Direkt darauf folgte die Final Table Bubble, denn offiziell sitzen nur acht Spieler im Finale des BIG ONE for ONE DROP.

Wieder nur wenige Hände später erwischte es Mike Sexton. Er trug sein Ausscheiden wie gewohnt mit Fassung.

„Zur Dinnerpause war ich abgeschlagen Letzter in Chips. Dann erwischte ich ein paar gute Hände und konnte die letzten neun erreichen. Insgesamt muss ich also mit dem Ergebnis zufrieden sein. Allerdings: Wenn man so weit kommt, will man natürlich nichts mehr als länger dabeibleiben. Das Finale wäre schon toll gewesen.

Es wäre sicher gut für Poker gewesen, wenn ich die Fernsehaufzeichnung erreicht hätte. Ehrlich. Natürlich wäre es auch gut für mich gewesen. Es hat nicht sollen sein.“

Vier Profis und drei Amateure haben es dorthin geschafft. Bobby Baldwin als achter Spieler ist irgendwo dazwischen anzusiedeln. Da die Profis anfangs in der Überzahl waren, muss man den Amateuren also nicht nur Glück, sondern auch einiges Können bescheinigen.

Glück war allerdings verantwortlich für die Hand, in der Mikhail Smornov Daniel Negreanu UND Tom Dwan ausschaltete: Dwan hielt Asse, Negreanu A-T. Smirnov hatte ein Paar Neunen und traf einen Vierling auf dem River.

Spannung vor dem Finale

Mit knapp 40 Mio. Chips führt Esfandiari die Chiptabelle nun vor Sam Trickett an. Ihm auf den Fersen ist der Mann, ohne den der Event gar nicht stattgefunden hätte: Guy Laliberté.

Brian Rast und Phil Hellmuth, die sich im letzten Jahr lange im Herads-up der Poker Players Championship duellierten, sorgen ebenfalls für Prominenz - und für einige Reibungspunkte. Wie im letzten Jahr behielt Rast in den Händen gegen Hellmuth nämlich meistens die Oberhand. Hellmuth war zwischenzeitlich auf 2,4 Mio. Chips abgestürzt und schied nur dank eines gewonnenen Coin Flips gegen Smirnov nicht aus.

Hellmuth gab nach den Händen gegen Rast einige seiner typischen Kommentare ab ("You f***ing idiot!") hat aber heute Nacht den Vorteil, Position auf seine Nemesis Rast zu haben.

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Phil "You f***ing idiot" Hellmuth.

Dummerweise sitzt zu seiner Linken allerdings Chipleader Esfandiari. Die Konflikte sind also vorprogrammiert.

Mit dem in jüngerer Vergangenheit unglaublich erfolgreichen Sam Trickett befindet sich noch ein einzelner Europäer im Feld.

Es wird spannend heute Abend, und während die Railbirds auf ein Finale der Profis hoffen, setzen Wohltätigkeitsorganisationen auf David Einhorn, denn der will im Falle eines Sieges das gesamte Preisgeld spenden.

Für uns wäre das Traumfinale ein Heads-up zwischen Antonio Esfandiari und Phil Hellmuth. Für Unterhaltung wäre sicher auch gesorgt, wenn Guy Laliberté seinen Lauf fortsetzen und gegen einen dieser beiden Profis antreten könnte.

Das BIG ONE ist jedenfalls jetzt schon ein voller Erfolg. Das Interesse bei Medien und Zuschauern ist gewaltig. „Wer anfangs noch abschätzig die Augenbrauen hochgezogen hat, dem fällt inzwischen das Kinn herunter“,  kommentierte WSOP-Turnerchef Jack Effel trocken.

Chipcount vor dem Finale:

1. Antonio Esfandiari - 39.925.000
2. Sam Trickett - 37.000.000
3. Guy Laliberté - 21.700.000
4. Brian Rast - 11.350.000
5. Phil Hellmuth - 10.925.000
6. David Einhorn - 8.375.000
7. Richard Yong - 7.475.000
8. Bobby Baldwin - 7.150.000

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