WSOP Tipps – von Profis, für Profis

Wir haben am Rande der World Series mit fünf Top-Profis gesprochen und sie gefragt, wer ihre Bracelet-Favoriten sind.

Immerhin sind das ja wohl Leute, die wissen sollten, wovon sie reden. Zusammen haben sie über $24,5 Mio. gewonnen, und das sind nur die Live-Ergebnisse.

Unsere Gesprächspartner sind heute Kevin MacPhee, Davidi Kitai, William Reynolds, Jason Mercier und David Williams.

Kevin MacPhee

Mit mehr als $4,5 Mio. Turniergewinnen ist „ImaLuckSac“ alles andere als ein Glückspilz. Neben seinen langjährigen Erfolgen online gewann er die Raubüberfall-EPT in Berlin 2010 und feierte acht Cashes bei der WSOP, darunter zwei Finaltische.

Mein erster Tipp ist Calvin Anderson, der online unter dem Nick „cal42688“ spielt. Er ist auf den High Stakes Mixed Games unterwegs und ist Spezialist für 2-7. Eigentlich gilt er als bester 2-7-Spieler überhaupt, und letztes Jahr hat er zwei SCOOP-Events gewonnen.

jim-collopy
Jim Collopy.
 

Mein zweiter Tipp ist Stephen Chidwick, online als „stevie444“ bekannt. Er wurde berühmt, als er in einem Jahr über 100 Plätze für den WSOP Main Event gewinnen konnte, aber erst 18 Jahre alt war und deshalb gar nicht mitspielen durfte. Er ist ebenfalls auf den höchsten Mixed Games anzutreffen und ein extrem intelligenter Typ.

Außerdem hat er die Bankroll, um hier bei der World Series jeden Event zu spielen, deshalb ist er ein ganz heißer Tipp. Dabei wissen viele Leute gar nicht, dass er ein Mixed-Spieler ist und viel von David „Bakers“ Baker gelernt hat.

Dritter Tipp: Jim Collopy, auch „MrBigQueso“ genannt. Er spielt online, seit er 15 war. In Stud und Razz ist er ganz oben angelangt. Hold’em spielen alle drei hervorragend. Collopy hat mal mit Dan „djk123“ Kelly in Australien zusammengewohnt, der bekanntlich zu den besten gehört.

Diese drei beobachte ich seit Jahren. Ich kannte sie schon, als sie 18 waren, und jetzt sind sie erst 21 und schon erfahrene Spieler. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie hier mit einem Bracelet rausmarschieren.

Davidi Kitai

2008 war er der erste Belgier, der ein Bracelet gewinnen konnte. Inzwischen ist daraus dank EPT- und WPT-Titel eine Triple Crown geworden. $2,7 Mio. Turnierprämien sprechen eine deutliche Sprache. Inzwischen hat sich das Team Winamax seine Fähigkeiten gesichert.

Mein erster Tipp ist Tristan Clemencon aus Frankreich, der auch mein Teamkollege bei Winamax ist. Ein ausgezeichneter Turnierspieler, und sehr motiviert. Er ist im letzten Jahr erst 21 geworden und kam zum ersten Mal nach Vegas. Hat eine Reihe von Turnieren gespielt, darunter auch das $50k 8-Game. Er ist noch jung, kann aber alles spielen.

Mein zweiter Tipp ist Hugo Lemaire, ebenfalls aus Frankreich. Er war früher auf den .com-Seiten aktiv und kennt die amerikanische Spielweise in- und auswendig. Er weiß genau, wie man sein Spiel variiert, aber er spielt auch grundsätzlich immer auf Sieg. Ein zweiter Platz interessiert ihn nicht.

Jason Mercier
Jason Mercier.
 

Meine dritte Wahl fällt auf Joël Benzinou. Joël hat dieses Jahr in jedem Turnier ein Riesenpech gehabt. Ausgeschieden mit Königen und Assen usw. Früher oder später wird sich das Blatt wenden, vielleicht ja dieses Jahr im Main Event.

William Reynolds

Sowohl live als auch online hat sich Reynolds als Topspieler bewiesen. Seine größten Cashes waren ein Sieg beim $25k High Roller Event der PCA 2010 und ein vierter Platz bei der EPT San Remo im Jahr davor.

Ich entscheide mich als erste für Kyle Julius. Er war schon im Januar Zweiter bei der PCA, und wenn das Jahr schon so gut anfängt, kriegt man schnell einen Lauf.

Als zweiten wähle ich David „Doc“ Sands, der in letzter Zeit sagenhaft gespielt hat und überall viel Respekt genießt. Schon letztes Jahr hat er sehr lange im Main Event durchgehalten, für ihn wird es Zeit, ein Bracelet zu gewinnen.

Und als dritten nehme ich mich selbst, denn ich habe bei der World Series noch nie war gerissen. In den letzten beiden Jahren habe ich insgesamt zwei Min-Cashes erreicht, also sage ich mal ganz klassisch „ich bin dran“. Eigentlich dachte ich, ich hätte ganz gut gespielt, aber ich konnte einfach keinen Stack aufbauen.

Jason Mercier

Die Liste der Erfolge von Jason Mercier ist zu lang, um sie in einem Absatz unterzubringen, deshalb hier nur die Eckdaten: zwei WSOP-Bracelets, ein EPT-Titel, ein NAPT-Titel, $76, Mio. Turnierprämien. Alles klar soweit?

isaac baron
Isaac Baron.
 

Der erste meiner drei Kandidaten ist Dan O’Brien. Er ist hungrig, und er wird viele Events spielen. Letztes Jahr war er so ziemlich überall dabei und hat in fünf Events nacheinander das Geld erreicht. Dabei wurde er einmal Vierter und einmal Siebter, war also schon zweimal nahe dran. In diesem Jahr wird er ein Bracelet gewinnen, da bin ich ziemlich sicher.

Auf Alexander Kostritsyn sollte man ebenfalls ein Auge haben. Er kommt aus Russland und ist am Tisch ein ganz harter Gegner. Ich habe mit ihm oft an Mixed Games Tischen auf PokerStars gesessen und weiß, wovon ich rede.

Mit dem Dritten in meiner Auswahl werde ich in diesem Jahr wohl ein Haus teilen: Isaac Baron. Die Hobbyspieler kennen ihn vielleicht gar nicht, aber unter Profis ist er gefürchtet. Achtet auf ihn, er wird in ein paar der teureren Events auftauchen.

David Williams

Er saß einst Greg Ramyer im Heads-up des Main Events gegenüber. Seitdem hat er in Live-Turnieren über acht Millionen Dollar erspielt. In der Vitrine des PokerStars-Profis liegen z. B. ein WSOP-Bracelet und ein WPT-Ring.

Zunächst mal komme ich an Eric Froehlich nicht vorbei. Der kann alles spielen und hat in letzter Zeit viel Pech gehabt. Da es ja nicht ewig so weitergehen kann, könnte die ein gutes Jahr für ihn werden.

Dann wähle ich Noah Schwartz. Bei ihm lief es das ganze Jahr schon bombig, und er ist schlicht und einfach ein toller Spieler. Es wäre nur logisch, dass er ein Bracelet gewinnt.

Und dann tippe ich auf Jason Mercier. Das ist nicht gerade ein Geheimtipp, aber irgendwie gewinnt der ja immer was, also ist das eine sichere Sache.

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