WSOP Main Event 2011 – Heinz, Lamb und die November Nine

3978 November Nine w Jack Effel
Der Titel ist zum Greifen nah.

Zwölf Tage Pokermarathon nahmen gestern Morgen ein erfreuliches Ende. Pius Heinz erreichte neben Überflieger Ben Lamb den Finaltisch. Alle Finalisten im Kurzporträt.

Ok, am Finaltisch fehlt ein ganz großer Name, wie Phil Ivey z. B., der die gesamte WSOP ausließ. Erick Lindgren (43.), Allen Cunningham (69.) und Eli Elezra (107.) kamen weit, aber leider nicht weit genug. Dafür ist Ben Lamb noch dabei, der einer der auffälligsten Spieler der letzten Jahre war. Und dann ist da natürlich die deutsche Hoffnung Pius Heinz.

Der letzte Tag des Main Events nahm zunächst einen rasanten Verlauf. Vier der 22 Spieler schieden schon im ersten Level des Tages aus.

Die größte Fangemeinde hatte Brian Devonshire, nach dessen Ausscheiden auf Platz 12 es deutlich ruhiger im Saal wurde. Devonshire verlor sein All-in mit K-Q gegen Khoa Nguyens A-7.

Die Partie erstarrte geradezu, als die letzten zehn Spieler erreicht waren. Wie im letzten Jahr dauerte es sechs Stunden, bis der Final Table Bubble Boy gefunden war.

Hewitt war der erste, der seine Nerven nicht im Zaun hatte und unmotiviert ein All-in von Badih Bounahra mit K-Q bezahlte. Danach war sein Chipstack ernsthaft geschrumpft. Er suchte den Verdoppler kurz danach mit Pocket Dreien. Es sollte die letzte Hand des WSOP Main Events 2011 werden.

Eoghan O’Dea bezahlte mit K-J, traf auf dem Turn eine Straße und schaltete Hewitt aus.

Die letzten neun Spieler treffen sich vom 5.-7. November wieder, um den Weltmeister des Jahres auszuspielen.

Noch nie war der Finaltisch so international besetzt wie in diesem Jahr, und noch nie waren die Amerikaner in der Minderheit. Es wird gerade aus europäischer Sicht ein höchst interessanter Finaltisch.

Und das sind die WSOP November Nine 2011:


Martin Staszko
Martin Staszko.

Martin Staszko – 40.175.000 Chips

Martin Staszko ist der große Unbekannte an diesem Finaltisch. Er ist außerdem der große Chipstack mit über 40 Millionen Chips.

Staszko ist 35 Jahre alt und stammt aus Tinec in Tschechien. Er hat 2011 vor dem Main Event bereits vier Mal die Geldränge erreicht.

Staszko kassierte dafür über $20.000, eine schöne Summe, die allerdings klein erscheinen wird gegen seine Gewinnprämie nach dem Main Event.

Schon jetzt hat Staszko fast eine Million Dollar garantiert, aber als Chipleader sollte er in der Lage sein, im November nicht als Erster auszuscheiden.

Staszko schreibt im Übrigen Geschichte als erster Tscheche am Finaltisch des WSOP Finaltisch.

Mehr über Martin Staszko im Blog.


eoghan odea
Eoghan O'Dea.

Eoghan O’Dea – 33.925.000 Chips

Der Ire am Final Table ist der Sohn des bekannten Spieler Donnacha O’Dea, der zweimal den Final Table dieses Events erreicht hat: 1983 wurde er Sechster, 1991 Neunter.

Eoghan hat sich seinen Platz jedoch selbst verdient. Er machte erstmals 2008 von sich reden, als er die ECOOP III im iPoker-Netzwerk für $315k gewann.

Eoghan ruhte sich auf seinem Erfolg nicht aus, sondern machte auch im Live-Poker Schlagzeilen: Bei der Ladbrokes Poker Million VII wurde er Zweiter für $250k, und bei der WPT Marrakesch gelang ihm 2009 dieselbe Platzierung für $378.227.

O’Dea könnte der erste Ire seit Noel Furlong im Jahr 1999 werden, der im WSOP Main Event triumphiert.

Mehr über Eoghan O’Dea im Blog.


Matt Giannetti
Matt Gianetti.

Matt Gianetti – 24.750.000 Chips

Matt Gianetti war der Shortstack, als die July Ten ihren letzten Schlagabtausch begannen. Die Pokergötter waren ihm jedoch wohlgestimmt. Er wurde nicht der Bubble Boy des Finaltisches. Ganz im Gegenteil.

Gianetti ist bei der WSOP kein Anfänger. Er hat in Live-Turnieren schon $490.000 gewonnen und elf Mal bei WSOP-Events die Geldränge erreicht.

Seine Siegprämie wird in diesem Jahr allerdings der bei weitem größte seiner Karriere sein. Bisher war dies ein vierter Platz in einem PLO-Event 2009 für $66.544.

Das ist allerdings noch viel besser als Gianttis Online-Bilanz. Sein größter Gewinn als „hazards21“ liegt bei … $44.

Gianetti lebt inzwischen in Las Vegas und gehört damit zu den Spielern, die nach dem Turnier nach Hause gehen können.


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Phil Collins.

Phil Collins – 23.875.000 Chips

Phil Collins wurde nach dem früheren Genesis-Mitglied und Sänger genannt. Er ist online unter dem Namen „USCPhildo“ bekannt und gefürchtet.

Als eiskalter Profi hat er Online bereits über $3 Mio. abgeräumt, hauptsächlich bei PokerStars und Full Tilt.

Nach den Ereignissen des Black Friday wendete sich Collins verstärkt dem Live-Poker zu. Am grünen Filz hat er inzwischen auch schon $120.000 erspielt.

Fast schon überraschend, aber Phil Collins hat noch nie bei einem großen Event einen Finaltisch erreicht.

Sein Online-Nickname geht auf die Universität von South Carolina zurück, an der Collins studiert hat, und wo er auch seine heutige Ehefrau Katie kennen lernte.


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Ben Lamb.

Ben Lamb – 20.875.000 Chips

Kein Spieler hat die WSOP 2011 so dominiert wie Ben Lamb.

Lamb stammt ursprünglich aus Tulsa, Oklahoma, lebt aber bereits seit Längerem in Las Vegas. Er hat in diesem Jahr vor dem Main Event vier Mal die Geldränge erreicht, davon drei Mal den Finaltisch. Ein Turnier konnte er gewinnen, und insgesamt kassierte er bereits über $1,3 Mio.

Mit dem Erreichen des Finaltisches beim Main Event krönt Lamb eine der eindrucksvollsten Vorstellungen, die je ein Spieler bei einer WSOP abgeliefert hat.

Nebenbei gelang es ihm auch, Phil Hellmuth in der Wertung zum Player of the Year weitgehend abzuhängen.

Eigentlich ist Lambs Spezialdisziplin PLO, aber auch in NLHE hat er nicht zum ersten Mal Erfolg.

Vor zwei Jahren erreichte er den vorletzten Tisch im Main Event und wurde am Ende 14. Damals nahm ihm ein gewisser Darvin Moon einen Großteil seiner Chips ab.


badih bounahra
Badih Bounahra.

Badih Bounahra – 19.700.000 Chips

Auch Badih Bounahra ist ein Spieler, der im Main Event quasi aus dem Nichts aufgetaucht ist. Er trat auch dort lange nicht in den Vordergrund. Erst in der späteren Phase startete er durch und baute einen mächtigen Stack auf.

In seiner Wahlheimat Belize führt Bounahra einen Cardroom und ist Besitzer einer Ladenkette.

Vor seinem Auftritt im Main Event verzeichnete er eine Reihe kleinerer Cashes, die sich auf insgesamt $72.766 addieren.

Bei der WSOP konnte er erste einmal die Geldränge erreichen. Sein 51. Platz in einem $2k NLHE Event datiert aus dem Jahr 2008 und war $7582 wert.

Selbst wenn Bounahra als erster ausscheidet, wird er seine bisherigen WSOP-Gewinne verhundertfachen.

Mehr über Badih Bounahra im Blog.


Pius Heinz
Pius Heinz.

Pius Heinz – 16.425.000 Chips

Pius Heinz. Ein Name, der in Europa klerikale Assoziationen hervorruft, während die Amerikaner sich fragen, ob er möglicherweise Verbindungen in die Ketchup-Branche besitzt.

In der Pokerszene ist er nicht vielen, aber diesen dafür wohlbekannt. Als „MastaP89“ gewann Heinz u. A. schon den Sunday Mulligan auf Full Tilt sowie ein $150k guaranteed auf PokerStars.

Erst in diesem Jahr wagte Heinz seine ersten Schritte auf dem Live-Parkett, und seine Premiere verlief eindrucksvoll.

Er erreichte den Finaltisch eines $1,5k NLHE-Events und kassierte $83.286 für Platz 7.

Das nächste Mal wird es allerdings mehr werden. Deutlich mehr.

Heinz ist der erste Deutsche, der sich als November Niner bezeichnen darf. Ganz Deutschland drückt ihm im November die Daumen und hofft auf den ganz großen Wurf. Pius Heinz könnte der erste deutsche WSOP Main Event Champions werden.

Was würde das für den Pokermarkt Deutschland bedeuten? Die Folgen sind kaum überschaubar.

Mehr über Pius Heinz im Blog.


Anton Makiewski
Anton Makiewski.

Anton Makiewski – 13.825.000 Chips

Anton Makiewski ist so mysteriös wie sein Name schwer auszusprechen. Von ihm sind weder Cashes bei der WSOP noch bei der EPT bekannt.

Makiewski rückte ins Zentrum der Aufmerksamkeit, als er an Tag 6 gegen Chris Moore den mit 20 Mio. Chips bisher größten Pot gewann und plötzlich Chipleader wurde.

Der Mann aus der Ukraine erwischte mit K-J nicht nur den perfekten Flop K-J-J, er hatte außerdem auch noch das Glück, dass bei Moore der letzt Bube lag, und zwar in Kombination mit einem Ass. Makiewskis Full House gewann den Pot und ebnete ihm den Weg an den Finaltisch.

Sollte Anton Makiewski im November auch den letzten Tisch des Turniers erfolgreich bestehen, würde er Joe Cada den Titel des jüngsten Champions aller Zeiten abnehmen.

Phil Hellmuth hielt diesen Rekord 19 Jahre lang, bis Peter Eastgate aus Dänemark den Event im Jahr 2008 gewann. Hellmuth war bei seinem Sieg 24 Jahre alt, Eastgate erst 22.

Ein Jahr darauf folgte Joe Cada, der bei seinem Triumph erst 21 Jahre alt war.

Weitere zwei Jahre später ist dieser Rekord schon wieder in Gefahr.


Samuel Holden
Sam Holden.

Samuel Holden – 12.375.000 Chips

Samuel Holden ist die Hoffnung der Briten auf ein weiteres Bracelet in einer erfolgreichen Saison 2011.

Holden stammt aus Canterbury im Südosten Englands, einer Stadt, die eine berühmte Kathedrale beherbergt. Er hat bei UKIPT Events bisher drei Mal die Geldränge erreicht und dabei umgerechnet $5785 gewonnen.

Im November dürften ein paar weitere Dollar dazukommen.

Online hat Holden aber bereits fünfstellige Cashes zu verzeichnen. Sein Spielername lautet „SamDMND“.

Den bisher größten Erfolg feierte SamDMND auf PokerStars, als er bei der Sunday Million Fünfter wurde und dafür $54.390 kassierte. Insgesamt steht Holdens Online-Bilanz bei +$285.614.

Peanuts geradezu gegen das, was er und alle anderen am Finaltisch der WSOP 2011 im November gewinnen können.

Der Champion des Jahres 2011 erhält für seinen Sieg 8,7 Mio. Dollar!

Mehr über Sam Holden im Blog.

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