WSOP Main Event Tag 8 - Pius Heinz erreicht November Nine

HeinzPius

Als erster Deutscher seit Einführung der NN, und als zweiter überhaupt sitzt Pius Heinz am Finaltisch des WSOP Main Events 2011.

Wie im letzten Jahr schien es zunächst so, als ob es die Spieler besonders eilig hätten, den Finaltisch auszuspielen. Schon im ersten Level schieden sieben von 22 Spielern aus.

Mit zunehmender Spieldauer verlangsamte sich die Bust-out-Frequenz aber zusehends, und letztlich vergingen über 14h, bis die November Nine feststanden.

Es ist das vierte Mal, dass diese Sonderform des Finales ausgespielt wird, und zum ersten Mal ist es einem deutschen Spieler gelungen, sich einen der Plätze am begehrtesten Tisch der Pokerwelt zu sichern.

Pius Heinz, von dem nicht viel mehr als sein Heimatort Köln und sein Online-Name „mastap89“ bekannt sind, hat es geschafft.

Heinz erspielte sich in den letzten Tagen das Image eines loosen, fast zu loosen Spielers, und bekam so mehr Action als seine Gegner ihm eigentlich geben sollten. In der gestrigen Nacht legte er den Schalter um und beutete sein Image über längere Zeit praktisch perfekt aus.

Mit zahlreichen 3-Bets, 4-Bets und 5-Bets stahl Heinz eine Reihe von Blinds, Antes und Raises, ohne überhaupt einen Flop zu sehen. Aber es gab auch immer wieder Rückschläge. So setzte Heinz mit einem Bluff über 8 Mio. Chips in den Sand, als er auf einem Board König hoch bis zum River durchsetzte und ein Pocket Paar Damen nicht zu einem Fold zwingen konnte. Heinz hielt nur A-7, ruinierte sich zwischenzeitlich sein Image und musste dieses neu aufbauen.

Er tat dies mit einem Raise direkt in der nächsten Hand.


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Die November Nine 2011.

Trotzdem fand sich Heinz plötzlich auch am Rand des Bust-outs. Er war gegen John Hewitt pre-Flop all-in, hielt K-J, aber der Amerikaner hatte nicht nur mehr Chips, sondern mit A-K auch die bessere Hand. Auf einem Board T-8-7-6 war Heinz nur eine Karte vom Ausscheiden entfernt. Seine Odds waren von 30% auf 10% gesunken. Auf dem River fiel die ... 9. Heinz zog die Straight auf dem River und verdoppelte.

So schnell geht es bekanntlich im Poker. Danach war es Heinz' Gegner, dessen Stack immer weiter dahinschmolz.

John Hewitt, der in Costa Rica lebende Amerikaner weiß zwar offensichtlich, wo es sich gut leben lässt, doch ihn verließen im entscheidenden Moment die Nerven. Nachdem Badih Bounahra erst nach minutenlangem Zögern und einer hollywoodreifen Vorstellung all-in gegangen war, war allen Kommentatoren, darunter Antonio Esfandiari und Phil Hellmuth, dass Bounahra ein Monster hielt.

Hewitt bezahlte trotzdem mit K-Q, Bounahra zeigte K-K, und Hewitt verlor einen Großteil seines Stacks. Der Wahl-Costaricaner war damit Shortstack und gezwungen, möglichst bald etwas zu riskieren. Er sah seine Chance eine halbe Stunde später mit einem Paar Dreien.

Der Ire O’Dea bezahlte mit K-J, fand auf dem Turn eine Straight, und schaltete Hewitt aus, der sein Turnierende mit Würde hinnahm.

Damit endet die Hauptrunde der WSOP 2011 im Rio Bellagio in Las Vegas. Wir treffen uns zum Finale wieder, das vom 5.-7. November stattfinden wird. Bemerkenswert: Mit fünf Vertretern sind die Europäer erstmals der dominierende Kontinent.

Alle Spieler im Portrait finden Sie ab sofort in unserem Blog. Einfach auf den Namen klicken.

Der finale Chipcount:

1. Martin Staszko, Tschechien, 40.175.000
2. Eoghan O’Dea, Irland, 33.925.000
3. Matt Gianetti, USA, 24.750.000
4. Phil Collins, USA, 23.875.000
5. Ben Lamb, USA, 20.875.000
6. Badhi Bounahra, Belize, 19.700.000
7. Pius Heinz, Deutschland, 16.425.000
8. Anton Makiewski, UIkraine, 13.825.000
9. Samuel Holden, GB, 12.375.000

Level 36: 250.000/500.000/50.000. Verbleibende Zeit: 34 min 57 s.

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