WSOP Tag 37 – Main Event beginnt, Ruthenberg und Gruissem vorn

wsop2010

897 Spieler an Tag 1A, Hellmuth führt PotY-Wertung an, Brunson spielt doch, scheidet aber schnell aus, die letzten Entscheidungen werden vertagt.

Wer hat da gesagt, dass Doyle Brunson nicht am Main Event teilnimmt? Waren wir das? Eigentlich war er es selbst, aber offenbar rechnete er nicht mit einer solchen Reaktion der Pokerwelt. Es gab einen Sturm von Twittermeldungen, Facebook-Einträgen und Aufmunterungen von Freunden und Bekannten.

Doyle Brunsons letzter Main Event

So viele, dass Brunson sich schließlich doch noch entschloss, den Main Event zu spielen. Ein paar schlaue Marketingstrategen haben natürlich sofort erkannt, dass hier ein bisschen Aufmerksamkeit zu erhaschen ist. Also machten sie den alten Herrn flugs zum Sprecher, der den Event mit dem klassischen „Shuffle up and deal“ eröffnete. ESPN sorgte außerdem dafür, dass Brunson gleich am TV-Tisch Platz nahm.

Diese Geschichte nimmt aber leider kein gutes Ende. Brunson erreichte nicht einmal die Dinner Break. Seine letzen Chips verlor er bei einem Coin Flip mit Fünfen gegen A-Q. Er schien es nicht allzu schwer zu nehmen. Mit einem freundlichen Lächeln schwenkte er seinen Hut und fuhr auf seinem Scooter aus dem Amazon Room.

Mit Sicherheit lässt es sich natürlich nicht sagen, aber nach seinen Aussagen der letzten Tage dürfte dies der letzte Main Event von Doyle Brunson gewesen sein.

Immerhin wird er dem Cash Game erhalten bleiben, und das weiterhin auf den höchsten Limits.


Phil Hellmuth
Spieler des Jahres?

Hellmuth wieder auf Platz 1

Eine Schlagzeile, zu der Hellmuth höchstens einfiele „was heißt hier wieder?“. Der Poker-Rüpel hat beste Aussichten auf den Titel zum Spieler des Jahres.

Nach dem zweiten Platz bei der Players Championship ist Hellmuth wieder der Führende in dieser Wertung, vor Ben Lamb, der in jenem Event nur Achter wurde, Gewinner Brian Rast und Online-Phänomen Chris Moorman. Auf Platz fünf folgt mit Bertrand Grospellier der erste Europäer.

Ob noch jemand Hellmuth den Titel entreißen kann, wird sich in den nächsten Tagen zeigen. Für den Moment sieht es zumindest so aus, als würden im nächsten Jahr überlebensgroße Porträts des Mannes im Rio hängen, der „alles gewinnen würde, wenn kein Glück mit im Spiel wäre“.

Event Nr. 56, $1,5k NLHE, Tag 3

Auch der letzte 1500er Event konnte nicht nach drei Spieltagen beendet werden. Drei Spieler von ehemals 3389 gelang es nicht, einen Sieger auszuspielen.

Hasan Anter aus Schweden dominierte den Finaltisch praktisch durchgehend und geht mit einem deutlichen Chipvorsprung ins Finale. Seinen 8,4 Mio. Chips sitzen Nemer Haddad mit 3,4 Mio. sowie Andy Philachack mit 3,2 Mio. gegenüber.

Beste deutsche Spieler waren Enrico Rudelitz und Marcello Iacino auf den Plätzen 29 und 30 für je $18.346.

Event Nr. 57, $5k PLO Hi-Lo, Tag 3

Auch der letzte PLO-Event der WSOP 2011 fand in den Morgenstunden keinen Sieger. Bach gegen Binger heißt das Finale, das nun heute Nacht beendet wird. Nick Binger hat gegenüber David Bach einen Chipvorsprung von 3:2.

352 Spieler hatten $1,6 Mio. Preispool generiert, von denen knapp $400.000 dem Sieger zukommen.


philipp-gruissem
Bester Deutscher an Tag 1a - Philipp Gruissem.

Bester deutscher Spieler wurde Tobias Hausen auf Platz 20 für $12.623. Phil Laak erreichte den Finaltisch. Seine Jagd auf das zweite Bracelet nach dem Sieg bei der WSOPE endete auf Platz vier.

Event Nr. 58, $10k NLHE, Main Event, Tag 1A

Nur falls Sie es nicht wissen, im Main Event starten alle Spieler mit 30.000, und die Blind Levels sind je 120 min lang. Der Event ist auf 13 Tage angesetzt. Der Finaltisch wird erst im November ausgespielt, daher werden die Finalisten auch als „November Nine“ bezeichnet.

Mit 897 Spielern sank die Teilnehmerzahl gegenüber dem Vorjahr um ca. 20%. Im letzten Jahr hatten sich 1125 zu Tag 1A angemeldet. In der jüngeren Vergangenheit hatte sich eine Reihe von Experten zu Wort gemeldet und größtenteils schwindende Teilnehmerzahlen vorhergesagt. Heute sieht es so aus, als sollten sie Recht behalten.

Der Effekt des Schwarzen Freitags lässt sich eben nicht vollständig wegdiskutieren, wobei es ein wenig verwundert, dass Online-Markführer PokerStars in diesem Jahr ebenfalls weniger aktiv versucht hat, Spieler in den Main Event zu bringen.

Unverändert ist allerdings die aufgeladene Atmosphäre, die in jedem Jahr im Rio Bellagio herrscht, wenn die WSOP ihren Höhepunkt endgültig erreicht hat.

Es wäre müßig, hier alle bekannten Spieler aufzählen zu wollen, die an Tag 1A im Amazon Room Platz nahmen, deshalb hier einige bereits Ausgeschiedenen, damit Sie sich später nicht wundern, warum von ihnen nicht die Rede ist:

McLean Karr, WSOP 2007 Champion Jerry Yang, WSOP Champion 2003 Greg Raymer, Matt Affleck, Josh Arieh, Isaac Haxton, Faraz Jaka, Vanessa Selbst, Adam Levy und „WSOP Spieler des Jahres 2007” Tom Schneider.

556 Spieler, also gut zwei Drittel des Feldes, überlebte Tag 1A, und Fred Berger ist als Chipleader der einzige, der bereits die 200.000er Marke geknackt hat. Aus deutscher Sicht besonders erfreulich: Philipp Gruissem und Sebastian Ruthenberg sind in den Top 20 der Tabelle zu finden.

Weiterhin noch dabei sind u. A. Robert Kolbe, Markus Lehmann, Vladimir Geshkenbein, Lukas Baumer, Florian Langmann, Benny Spindler, George Danzer und Jan Heitmann.

 


Ab sofort finden Sie in unserer Videosektion auch jeden Tag eine Videozusammenfassung.

 

Bitte füllen Sie die erforderlichen Felder korrekt aus.

Es ist ein Fehler aufgetreten!

Sie müssen drei Minuten warten, bevor sie einen weiteren Kommentar abgeben können.

Noch keine Kommentare