WSOP Tag 14 – Chancen für Max Lehmanski

max lehmanski
Besser platziert, als der Gesichtsausdruck vermuten lässt - Max Lehmanski.

Beinahe hätte gestern eine Frau ein Event gewonnen und damit eine lange Durststrecke beendet. Vielleicht gelingt Ähnliches ja einem deutschen Spieler.

Schon vier Jahre ist es her, dass es eine WSOP-BraceletträgerIN gegeben hat. Kim Nguyen kam gestern in Event Nr. 19 so nahe an einen Titel heran, dass sie ihn praktisch riechen konnte.

Derweil hat Max Lehmanski den dritten Tag in einem 1000er Event (Nr. 20) erreicht und könnte für den bisher größten Erfolg aus deutscher Sicht bei der diesjährigen WSOP sorgen.

Die wichtigsten Ereignisse von gestern Nacht:

Event Nr. 18, $1,5k NLHE, Tag 3

Eigentlich sollten die 34 Spieler ihren Sieger ausspielen, doch trotz schneller Bust-outs in der Anfangsphase zeigte sich, dass dieses Ziel doch zu hoch gesteckt war. Um 3.30 Uhr Ortszeit gaben Spieler und Dealer schließlich auf. Zu diesem Zeitpunkt waren noch sechs Spieler im Turnier.

Wieder handelte es sich beim Finaltisch um eine rein amerikanische Angelegenheit. Bester deutscher Spieler wurde Alexander Hering auf Platz 75, bester Europäer war Andrea Vezzani aus Italien.

Event Nr. 19, $2,5k 6-max LHE, Finale

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Kim Nguyen - knapp am Titel vorbei.

Der letzte Tag begann mit noch 12 Spielern, und beinahe hätten wir nach vierjähriger Unterbrechung mal wieder eine Gewinnerin zu feiern gehabt. Zuletzt war es Vanessa Selbst, die 2008 ein PLO Event gewann.

Stephanie „Kim“ Nguyen aus San Diego spielte sich nicht nur an den Finaltisch, sondern sogar bis ins Heads-up. Dort scheiterte sie allerdings an dem Briten Darren Brown, der damit schon das dritte Armband auf die Insel schickte.

Das Heads-up begann mit fast ausgeglichenem Chipstack, doch Kim konnte zu keinem Zeitpunkt einen Big Point setzten und verlor kontinuierlich Chips. Am Ende verlor sie mit K-2 gegen 4-2 auf einem Board K-4-6-J-4.

Brown erhielt für seinen Sieg $213.431, Nguyen blieben immerhin $131.900.

Event Nr. 20, $1k NLHE, Tag 2

Gerne werden diese Events als Donkaments bezeichnet, aber am Ende des zweiten Tages setzte sich in diesem Turnier ein respektabler Profi an die Spitze der noch  27 Spieler zählenden Chiptabelle: Jason Somerville.

Auch High Stakes Maniac Lex Veldhuis aus Holland ist noch dabei, hat aber deutlich weniger Chips als der auf Platz 10 liegende Max Lehmanski.

In dem Event, für das sich u. A. auch Dragan Galic, Lukas Baumer, Thorsten Schäfer und Jörg Peisert, der letzte deutsche Braceletgewinner, registriert hatten, ruhen auf Lehmanski nun die deutschen Hoffnungen für Tag 3. Seine bisher größten Erfolge in Live Poker sind der bei einem Heads-up side Event der WPT Vilamoura sowie der 26. Platz im Man Event der PCA.

Lehmanski hatte sich recht unauffällig durch den Tag gespielt, aber dann im vorletzten Level einen großen Pot ohne Showdown gewinnen können und damit über 360.000 Chips gesammelt. Jason Somerville steht bei 750.000, der Letztplatzierte Michael Clark bei 99.000. Blinds: 5k/10k/1k.

Event Nr. 21, $10k Seven Card Stud Championship, Tag 2

Ein großes Turnier mit großen Namen ging gestern in die zweite Runde. Von den weltbekannten Profis erreichte den Finaltisch – niemand. Allerdings auch nicht von den kleineren Namen, denn bei noch 14 Spielern wurde das Turnier für den Tag beendet.

Damit waren gerade erst die Geldränge erreicht, denn nur 16 Spieler werden in diesem Turnier ausbezahlt. Steve Landfish hat über Nacht den Chiplead, dicht gefolgt von John Hennigan, dahinter mit deutlichem Abstand auf Platz 3: Bertrand Grospellier. ElkY ist aber nicht der einzige unserer Bracelet-Tipps, der Chancen auf ein Bracelet hat, denn auch der Finne Ville Wahlbeck ist noch dabei.

Ebenfalls erwähnenswert (in der Reihenfolge absteigender Chipstacks und Zahl der Fans): Jason Mercier (6.), Sorel Mizzi (8.), Men „The Master“ Nguyen (10.).

Event Nr. 22, $1,5k PLO, Tag 1

Das relativ niedrige Buy-in sorgte dafür, dass 1071 Spieler ihre PLO-Fähigkeiten auf internationaler Ebene testen wollten.

Zu diesen gehörten z. B. Daniel Negreanu, Todd Brunson, David Williams und Mike Matusow, doch keinem von ihnen gelang der Sprung in Tag 2.

Besser machten ihre Sache Juha Vilkke, der mit 165.000 Chipleader ist, sowie die deutschen Spieler Benjamin Eilers und Andreas Krause. Auch unser holländischer Favorit Rob Hollink hat sich einen satten Chipstack aufbauen können.

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Zehnkämpfer Jimmy Fricke - ein bisschen wie in der Leichtathletik.

Für Prognosen ist es natürlich noch zu früh. 117 Spieler nehmen heute Nacht die Karten wieder auf, und wenn sich morgen der Staub legt, werden wir sehen, ob es aus deutscher Sicht nach Sekt aussieht oder nach Selters.

Event Nr. 23, $2,5k 8-Game, Tag 1

Die Mixed Events sind eigentlich die Lieblingsturniere der Pokerpuristen, denn hier gewinnt nicht, wer einen guten Lauf hat, sondern wer der beste ist. Acht Varianten, hauptsächlich Limit, darunter Texas und Omaha Hold’em, außerdem Stud und Draw Poker erfordern den kompletten Könner.

Plötzliche Chipstackexplosionen oder manische Alltestreffer, die einen Spieler nach dem anderen vom Tisch rivern, findet man hier höchst selten. Es ist ein bisschen wie in der Leichtathletik: Die 100m Sprinter stehen zwar im Rampenlicht, doch die Zehnkämpfer sind die wahren Könige der Arena.

Bevor wir aber zu sehr abschweifen: 248 der ursprünglich 489 Spieler erreichten Tag 2. Zu den bekannten Überlebenden gehören Jimmy Fricke, David Bach, die November Niner Eric Buchman und John Racener, „Player of the Year 2010“ Frank Kassela, Braceletgewinner Eugene Katchalov, Phil Hellmuth, Shaun Deeb, Huck Seed und Eli Elezra.

Aus Europa spielten sich Live-Multi-Tabler Ville Wahlbeck, Noah Boeken, Max Pescatori und Sigurd Eskeland weit nach vorn.

Nächstes Championship Event:

Event Nr. 27, $10k Limit Hold'em, 15.-17. Juni


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