Frank Stumpf – „Menschenkenntnis hilft“

Frank Stumpf
Frank Stumpf. Photo: WPT.

Sichtlich angeschlagen erscheint Frank Stumpf zu unserem Interview. Eigentlich waren wir erst zur ersten Pause von Tag 4 der WPT Prag verabredet, doch kurz vor Ende des Levels kam für den Franken das jähe Aus.

Als einer von drei Deutschen erreichte Stumpf den vierten Turniertag im King’s Casino und lag mit 772.000 Chips sogar unter den Top Ten. Nachdem es schon zu Beginn nicht gut lief, brachte eine Hand gegen Elio Fox das abrupte Ende. Auf einem Flop mit J87 traf Stumpf mit AJ Top Pair mit Top Kicker und rannte geradewegs in die gefloppte Straight des WSOPE-Siegers aus dem Vorjahr.

Knapp 18.000 Euro Preisgeld kassierte der Amateur, für den Prag ein gutes Pflaster ist. Bereits im Vorjahr kam er bei WPT und EPT ins Preisgeld, dieses Jahr reichte es sogar für einen Platz unter den ersten Zwanzig.

Seine Erfolge in der tschechischen Hauptstadt erklärt er aber rein regional. „Prag ist von meinem Wohnort nicht sonderlich weit entfernt. In dreieinhalb Stunden bin ich hier, ich kann also mit dem Auto anreisen.“

Frank Stumpf
Mit Top Pair gegen gefloppte Straight.
 

Seine Turnierstationen wählt er sorgfältig aus. „Da ich beruflich viel unterwegs bin, kann ich nicht so viele Turniere spielen. Also muss ich mir ein paar Turniere raussuchen, für die ich dann Urlaub nehme.“

Im „normalen Leben“ ist Stumpf im Management des Baur Versands, Burgkunstadt tätig, und während andere ihren Urlaub am Strand verbringen, geht er pokern. In diesem Jahr waren seine Stationen Barcelona, Berlin, Las Vegas und eben Prag.

Auf die Frage, was seine Frau davon halte, entgegnet Stumpf, „nach Barcelona kommt sie schon mal eine Woche mit, ansonsten muss sie eben zuhause Daumen drücken“. Morgen geht es für ihn schon weiter.

Dann tritt er zu Tag 1A der EPT Prag an und kehrt im Falle des Ausscheidens am Montag an seinen Schreibtisch zurück. Seine leitende Position ermöglicht ihm, seine Abwesenheiten flexibel zu gestalten.

Zum Poker kam Stumpf durch seinen Sohn, allerdings machte er vorher schon einige Erfahrungen mit Seven-Card Stud. Das nötige Kleingeld, um entspannt große Turniere spielen zu können, holte er sich dann 2007, als er die Everest Poker Avalanche und 233.000 Dollar gewann.

Gelegentlich spielt er zwar Satellites zu den großen Turnieren, „meist kaufe ich mich aber aus Zeitgründen direkt ein, hab bei Satellites aber eine gute Qualifikationsquote von 50 Prozent“.

frank stumpf vollmar
Geschockt nach dem Ausscheiden.
 

Der Reiz, gegen die besten Spieler anzutreten und dabei mitzuhalten, ist für ihn einer der Gründe, immer wieder bei den großen Turnieren teilzunehmen.

Zwischen Poker und seinem Beruf sieht Stumpf durchaus Verbindungen.

Auf die Frage, ob gute Pokerspieler bessere Manager seien, antwortet er: „Das weiß ich nicht. Aber wenn ich Einstellungsgespräche führe, hab ich vermutlich schon ein wenig Gespür für Mitarbeiter.

Ob das generell so zutrifft, weiß ich nicht, aber ich glaube schon, dass ich im Beruf eine gute Menschenkenntnis habe, die mir schon oft geholfen hat.“

In Sachen Poker sieht er sich heute allerdings als schlechten Manager. „Wenn ich das Risiko richtig abgeschätzt hätte, wär ich aus der Hand gegen Fox ausgestiegen. Da war meine Entscheidung auf jeden Fall falsch.“

Das jedoch kommt bei guten Pokerspielern wie guten Managern immer wieder vor.  

 

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