WPT Kasachstan – Purer Luxus im Nirgendwo

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Unsere Poker-Expedition hat begonnen: Ankunft in Cashville zur WPT National Kasachstan. 57 Spieler kauften sich in Tag 1A des $1650 WPT Main Events ein, aber was wäre das ganze Abenteuer wert, wenn es nicht auch Anderes zu berichten gäbe.

Es heißt, die russische Vorliebe für Monumentales hat zwei Gründe: Sie kaschiere eine Art Minderwertigkeit gegenüber dem westlichen Fortschritt und sie entspringe darüber hinaus dem Wissen, dass die Geschichte schon mal jähe Wendungen bereithält, die alles heute Zusammengeraffte über Nacht verloren gehen lassen kann.

Das 5* Hotel Rixos, mit samt des Cashville-Casinos in Kasachstans Norden (an der Grenze zu Russland) ist eine solche Übertreibung.

Draußen ist außer einem See, Wäldern und einem – zugegeben spektakulären Berg-Panorama nichts – drinnen regiert dafür der pure Luxus. Die Zimmer, die Restaurants, der Spa-Bereich – hier muss sich Nichts vor Monte Carlo oder Las Vegas verstecken.

Und doch scheint Fürst Potemkin kurz zu grüßen, als mein Fahrer es nicht die letzten Meter bis vor den Haupteingang schafft, weil genau dort ein großer Haufen Kalk liegen gelassen wurde.

Vor zwei Jahren haben Italiener Kasachstans teuerste Ferienanlage fertiggestellt, aber der Eingangsbereich soll ausgerechnet jetzt rundum erneuert werden.

Ausgerechnet jetzt, da die Welt vorbeischaut, auch wenn es nur die in Gestalt der World Poker Tour (WPT) ist. Vor allem Russen hat es zu diesem ersten Major-Tournament Zentralasiens gelockt.

Immerhin ist es nur 250 Kilometer bis zur sibirischen Großstadt Omsk und in Russland gibt es eine immense Zahl, auch erfolgreicher Online-Spieler.

Gerade für die Russen östlich des Urals könnte das Cashville Casino, immerhin nur eins von zwei Casinos im Großflächenstaat Kasachstan zu einer echten Alternative werden.

Auch deshalb versuchen die Veranstalter alles, um die Atmosphäre angenehm und unangestrengt zu gestalten. So unangestrengt, dass das Turnier noch nicht mal mit einer kleinen Eröffnungsrede, geschweige denn mit einem „Shuffle up and deal“ eröffnet wird.

Maria Lavrentyeva
Maria Lavrentyeva.

Allerdings sind nicht nur Russen hier, sondern durchaus auch mindestens ebenso viele Kasachen. Und die können gegen die Spieler einer der weltweit führenden Pokernationen durchaus mithalten.

Am Final Table des $500-Cashville-Cups saßen unter anderem auch WPT- und EPT-Champion Andrey Pateychuk und Dmitry Stelmak, der es 2011 an den Final Table des Main Events der PCA geschafft hatte und am Ende den neunten Platz belegte.

Den Sieg und knapp 25.000 Dollar trägt allerdings Ernat Tumanshiev, ein Lokalmatador, davon. Tag 1A des Hauptturniers spielten am Ende 57 Spieler, was durchaus den Erwartungen der Veranstalter entsprach.

Insgesamt sollen es mit Tag 1B (80) und der late Registration an Tag 2 (30) 150 Spieler werden, womit der garantierte Preispool von 250.000 Dollar erreicht wäre.

Für Maria Lavrentyeva, die hier für die Public Relations des mit veranstaltenden „Poker Club Management“ aus Moskau tätig ist, sind die Teilnehmerzahlen relativ zuverlässig vorhersehbar. „Einen Großteil der Spieler hier hab ich noch vor ein paar Wochen auf Zypern gesehen. Sie bilden das Gerüst solcher Veranstaltungen. Die Zugabe sind dann Online-Qualifikanten und die Spieler der unmittelbaren Umgebung denen wir einfach zuverlässig hochklassige Pokerturniere bieten wollen.“

Noch etwas weiter fasst das Jewgeni Pavlov, der einst für PokerStars tätig war und nun seit zwei Wochen Affiliate Manager für Party Poker ist.

Solange es in Russland keine legal agierenden Spielcasinos gäbe, müsse man den immensen Markt anders bedienen. Zu den Turnieren im Cashville Casino sollen sich bald weitere in Montenegro, Weißrussland oder Georgien gesellen.

„Noch ist hier nicht alles optimal, aber der Komfort, die Sicherheit der Spieler und die gesamte Organisation brauchen sich hinter den anderen Major-Turnieren dieser Welt nicht zu verstecken. Wir hoffen bald auch Westeuropäer oder Amerikaner in die teilweise traumhaft schönen Locations zu locken.“

Das Cashville Casino erlebt bereits seine dritte Turnierwoche. Die Veranstaltungen im November und März waren dafür, dass Astana 270 Kilometer entfernt ist, außergewöhnlich gut besucht.

„Jetzt kämpfen wir natürlich ein bisschen gegen die WSOP an“, so Jewgeni Pavlov.

Dabei kann man am Shuchie See so Einiges verpassen. Jeden Abend öffnet hier die berühmt-berüchtigte Karaoke Bar im Kinoformat. Einer der Dauer-Entertainer: EPT- und WPT Champion Andrej Pateychuk. Und der hätte auch in Vegas sein Publikum.  

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