WPT Championship – Mehr Ärger für Tekintamgac

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"Ich finde dich, wenn keine Kameras dabei sind."

Beim Finale der neunten Saison der World Poker Tour sorgt der ins Zwielicht geratene Spieler einmal mehr für Negativschlagzeilen und bedroht sogar Mitspieler. Die Veranstalter stellen sich taub.

Die – aus Veranstaltersicht – gute Nachricht zuerst: Dank der möglichen „Late Registration“ bis in Tag 2 hinein wurde die Marke von 195 Spielern aus dem Vorjahr übertroffen. 188 Spieler an Tag 1, weitere 32 Spieler an Tag 2 sorgten für eine Steigerung um 13%.

Christian Harder hielt den Chiplead nach Tag 1, Abraham Mosseri nach Tag 2 inne, und die Besetzung des Höhepunkts in der WPT-Saison ist zum mit der Zunge schnalzen. Moritz Kranich, Eugene Katchalov, der unverwüstliche Dan Heimiler, Mike Sextion. Dave Ulliott, Daniel Negreanu, Bertrand Grospellier, Phil Hellmuth, Allen Cunningham, Barry Greenstein, David Williams, Phil Galfond, Doyle Brunson, Jewgeni Timoschenko und – schon wieder – Erik Seidel sind auch am dritten Tag noch im Turnier.

Für das größte Aufsehen sorgte in Las Vegas allerdings ein Spieler, der vor einiger Zeit vor allem in Europa negative Schlagzeilen gemacht hat: Ali Tekintamgac. Vor dem Finale der Partouche Poker Tour in Frankreich wegen Betrugsvorwürfen disqualifiziert, hat der Deutsch-Türke die französischen Veranstalter inzwischen auf €1,5 Mio. Schadenersatz verklagt.

Das Verfahren ist nicht abgeschlossen. Auch die Vorwürfe gegen Tekintamgac wurden bisher weder bewiesen noch widerlegt.

Für seinen Sieg bei der WPT Barcelona zu Beginn der Saison erhielt Tekintamgac aber nicht nur den Gewinnerscheck, sondern auch ein Ticket für die WPT Championship. Den Veranstaltern sind die anhängigen Verfahren Tekintamgacs bekannt. Anstatt ihn von dem Turnier auszuschließen oder ihm die 25.500 Buy-in auszuzahlen, entschied sich die WPT jedoch dafür, den umstrittenen Spieler starten zu lassen.

Vanessa Selbst erklärte, die WPT scheue den Rechtsweg und ginge lieber den Weg des geringsten Widerstands.

Möglicherweise die falsche Entscheidung. In der internationalen Pokerszene ist Tekintamgacs Ruf inzwischen ein eindeutiger. Daniel Negreanu nahm einmal mehr kein Blatt vor den Mund. In Begleitung einer Kameracrew lief er an Tekintamgacs Tisch vorbei und rief dabei laut: „Schaut mal, das ist der Betrüger von der Partouche Poker Tour.“

Negreanu erhielt daraufhin eine Verwarnung und beschwerte sich anschließend darüber auf seinem Twitter-Konto. „“Es ist doch unvorstellbar, dass ER auch noch geschützt wird … Ich werde mit den Leuten von der WSOP sprechen, um klarzumachen, dass dieser Betrüger bei der WSOP nicht willkommen ist.“

Tekintamgac erklärte im Interview mit CardPlayer, er fühle sich beobachtet und sei deswegen sehr irritiert: „Ein Spieler bei mir am Tisch erkannte mich und schrieb an seine Freunde. Das Personal redet über mich. Egentlich reden alle über mich. Blogger und Journalisten kommen herüber und beobachten mich. Ich bin ziemlich nervös.“

Folge der Nervosität ist bei Tekintamgac offenbar ein Verlust der guten Manieren. Als Scott Seiver mit ihm am Tisch saß, warnte dieser alle Spieler, sie säßen nun mit einem Betrüger am Tisch. Tekintamgac entgegnete daraufhin zu Seiver: „Warte nur, ich finde dich, wenn keine Kameras dabei sind.“

Seiver ließ den Floorman holen und unterrichtet ihn von dem Vorfall. Es gab keine Konsequenzen.

116 Spieler beginnen heute den dritten Tag des auf sieben Tage angesetzten Turniers. 27 Spieler erreichen die Geldränge und gewinnen mindestens $37.167. Die beiden Finalisten werden Millionäre (falls sie es nicht ohnehin schon sind). $1,6 Mio. für den Sieger.

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