World Cup of Poker VI: China ist Weltmeister

Gewinner
Der Moment des Triumphs; Photo: Neil Stoddart.

Nach einer zehnstündigen Pokerschlacht gewinnt Chinese Taipei das Finale gegen Kroatien auf den Bahamas. Das deutsche Team erwischt einen Lauf und steigt vom vorletzten Platz zum zwischenzeitlichen Chipleader auf. Am Ende steht Platz 5.

Natürlich würden die Chinesen das mit dem Weltmeister lieber lesen, wenn es um Fußball geht. Und eigentlich ist Chinese Taipei auch nicht China, sondern der chinesische Teil von Taiwan, aber das nur am Rande aus Gründen der Politicial Correctness. Jedenfalls würden im Fußball-WM-Halbfinale wahrscheinlich auch nicht Kroatien, Kanada und die USA warten.

Jan Heitmann
Animator Jan Heitmann.

Am Finaltisch saß jeweils ein Spieler pro Team. Die Spieler werchselten allerdings alle 20 min, sodass jeder gleichviel Spielzeit bekam. Aufgrund der Ergebnisse vom Vortag startete die deutsche Mannschaft mit dem zweitkleinsten Stack. Kapitän Jan Heitmann, der in der Anfangsphase selbst spielte, nahm es mit Humor. Den ersten Pot, den er gewann - ein „Walk", also ein Pot in höhe des Small Blinds - feierte er mit geballter Faust und einem lauten „Yes!".

La Ola!

Dennoch konnte sich die Mannschaft aus Deutschland danach Stück für Stück kontinuierlich nach oben arbeiten. Dank der flachen Struktur hatten alle Teams ausreichend Zeit, auf Chancen zu warten. Die Chilenen, die als Shortstacks gestartet waren und auch als erstes Tesam ausschieden, blieben dennoch vier Stunden lang im Turnier.

Mit dem ersten größeren Pot, den das deutsche Team gewann, initiierte Heitmann sofort die Welle im Publikum. Die Chinesen waren zunächst etwas irritiert, aber dann ebenso begeistert dabei wie die anderen Zuschauer. Nach dem Ausscheiden der Chilenen gratulierte Heitmann offiziell dem kanadischen Kapitän Darus Suharto per Handschlag zur „Verbesserung der Vorjahresergebnisses". Da wurde Kanada Letzter.

Darus Suharto
Captain Kanada Darus Suharto.

Kanada, immer wieder Kanada

In der Heads-up-Runde des gestrigen Tages hatte Kanada gegen die deutschne Spieler denkbar knapp durch eien Sieg im letzten Duell mit 3:2 gewonnen, und auch im Finale kam es zwischen diesen beiden Teams imnmer wieder zu denkwürdigen Begegnungen. Beinahe wären die Deutschen als Slow-Roller gebrandmarkt worden: Nach einem Raise pre-Flop von Luca Pagano erhöhte Sascha Cornils, woraufhin Suharto all-in ging.

Cornils zögerte, Heitmann sah die Nervosität im Cornils' Gesicht und nahm das Time-out. Er sah sich die Karten an und sprach kurz mit Cornils. Ergebnis: Call. Suharto zeigte Könige, Ciornils Asse. Heitmann war sichtlich peinlich berührt und entschuldigte die Aktion mit Cornils' Unerfahrenheit. Für die kanadischen Zuschauer wurde zur Beruhigung schnell eine Runde Freibier bestellt.

Damit sprang Deutschland auf Platz 3 der Chiptabelle. Nachdem das Team Finnland ausgeschaltet hatte, übernahm es sogar die Spitze, aber nach der Dinner Break war es leider vorbei mit dem Lauf. Zunächst verlor Rasmus Ludke mit einem misslungenen Bluff die Hälfte des deutschen Stacks an den Amerikaner Ryan Templin, und 20 min später beendete der merkwürdige Versuch, nach einem Reihum-Fold mit 6-3o vom Small Blind aus mit einem All-in den Big Blind zu stehlen, bei dem Call mit A-Jo von - Kanada. Bube und Ass auf dem Bord bedeuteten Platz 5 für das deutsche Team.

Vanessa Rousso
Roussos Team USA auf dem "undankbaren vierten Platz".

Durchmarsch von Chinese Taipei

Kanadas guter Lauf sollte bis zum dritten Platz reichen. Im Finale standen sich aber Vortagestabellenführer Kroatien, die das ganze Turnier hindurch eine solide Leistung zeigten und erst gegen Ende einfach kein Kartenglück mehr hatten, und der neue Weltmeister Chinese Taipei, der nacheinander die USA, Kanada und schließlich auch Kroatien ausschaltete.

In der letzten Hand zeigte sich noch einmal die ganze Dramatik des Turniers. Kroatien ging all-in mit J 9, und Taipei callte mit A 2.

Flop: A J 9, und damit zwei Paare für Kroatien gegen den Nut Flush Draw der Chinesen.

Turn: 7. Der Flush kommt an, und der kroatische Full House Draw verfehlt die T auf dem River.

Unsere Glückwünsche gehen an Chinese Taipei und an alle Spieler, die bei dem Event dabei sein durften. Selten hat ein Poker-Event Teilnehmern wie Zuschauern so viel Spaß gemacht.

Endergebnis:

  1. Chinese Taipei, $100.000 ($20.000 pro Spieler)
  2. Kroatien, $70.000 ($14.000)
  3. Kanada, $50.000 ($10.000)
  4. USA, $30.000 ($6000)
  5. Deutschland, $10.000 ($2000)
  6. Italien, $10.000 ($2000)
  7. Finnland, $10.000 ($2000)
  8. Norwegen, $5000 ($1000)
  9. Chile, $5000 ($1000)

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