Wirft The Brain das Handtuch? Teil 3

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4 Juli 2011, Von: The Brain
Geposted in: The Brain
Wirft The Brain das Handtuch? Teil 3

Die Antwort auf diese Frage lautet klar und deutlich: „Jein“!

Aber der Reihe nach. Mitte Januar fahre ich nach Dortmund zum Wintermasters. €400+40. Mit meinem €500-Auto, Baujahr 1992, das immerhin €60 mehr gekostet hat als das Buy-in.

Vor einer Woche war ich beim TÜV. Der Prüfer sah kurz unter den Oldtimer und schüttelte bedauernd den Kopf. Keine Chance. Bis April will ich den Wagen trotzdem weiter benutzen. Er hat ja erst 242.000 km auf dem Buckel. Bis dahin gibt es bei einer Polizeikontrolle nur ein Verwarngeld ohne Punkt in Flensburg.

Bereits im März muss ich mein Schätzchen jedoch für €50 an einen Schrotthändler verkaufen. Die Motorsteuerung war hinüber, mein Opel blieb mitten auf einer Kreuzung stehen. Als dann noch die linke Vorderradbremse blockiert, bleibt mir keine andere Wahl. Auf Pump kaufe ich mir einen japanischen Kleinwagen, den es als Auslaufmodell aus Lettland zum halben UVP-Preis gibt.

Aber zurück zur Burg. Diesmal erhalte ich die AmericanAirlines im zweiten Level. Vor mir wird auf den zehnfachen BB geraist, zwei Caller! Ich reraise auf die Hälfte des Startstacks. Call, Fold, Fold. Show down. A A vs. K Q. Board: 3 9 10, 5, A. Der Weg durch den Turniersaal erscheint unendlich lang und qualvoll.

Das erträgst Du so schnell nicht wieder, sage ich zu mir und setze meinen bereits im Oktober gefassten Vorsatz in die Tat um: Neun Monate kein Poker!

3 Turniere, kein Mal im Geld. Exakt neun Monate nicht deshalb, weil ich mit einer Niederkunft rechne, obwohl mein Bauchumfang dem einer Schwangeren gleicht. Vielmehr endet Mitte September die für meine körperliche Fitness so wichtige Freibadsaison und die Flugtickets in die USA werden wieder günstiger. Als der Dollar Ende April mit über €1,48 schwächelte, kaufte ich bereits wieder US-$ Reisechecks in bescheidenem Umfang.

Warum man drüben das Niveau seiner Gegenspieler selbst bestimmen kann, ich mit der sich wie ein Virus verbreitenden hiesigen Kamikaze-Mentalität massive Probleme habe und Traveller-Cheques besser und billiger sind als Bargeld, erfahrt Ihr in einem meiner nächsten Artikel. Denn dem Pokern bleibe ich auch während meiner Abstinenz verbunden. Ein wenig stolz bin ich ehrlich gesagt schon darauf, bislang allen Versuchungen widerstanden zu haben.

Es ist nicht einfach, als leidenschaftlicher Pokersportler sämtliche Turnier-Angebote zu ignorieren. Ob per Brief, per Anruf, per SMS, persönlicher Einladung oder via Internet. Fast noch mehr als das Poker spielen vermisse ich die sozialen Kontakte zur großen Poker-Familie. Gerüchteküche hin, Scheißhausparolen her: „Heute ist nicht alle Tage, ich komm’ wieder – keine Frage.“

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