Wirft „The Brain“ das Handtuch? Teil 2

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2 Juli 2011, Von: The Brain
Geposted in: PokerZeit Blog
Wirft „The Brain“ das Handtuch? Teil 2

Mit unbewegter Mine besteht die sehr junge Rezeptionistin auf die Vorlage einer Kreditkarte. Keine Karte, kein Zimmerschlüssel! Vor aller Augen mache ich mich daran, die Tiefen meines Reisegepäcks zu durchwühlen. „Irgendwo habe ich doch Eine“, denke ich und werde nach knapp einer Viertelstunde fündig. Endlich erhalte ich meine Hotelkarte.

Etwa ein Dutzend Gäste sind in der Zwischenzeit an mir vorbei geschleust worden. Ich bin schon leicht angesäuert. Nachdem ich das Gepäck aufs Zimmer gebracht habe, frage ich nach den Gratis-Kundenparkplätzen. „Die gibt es hier nicht“, bescheidet mir die Angestellte, die beim Kinobesuch garantiert nach dem Ausweis gefragt wird. Pro Stunde €3. Jetzt bin ich richtig sauer. Auch 200 m weiter auf einem Großparkplatz kostet das Parken noch €15 am Tag. „Nicht mit mir!“

Trotz knöcheltiefen Schnees stelle ich mein leidgeprüftes Vehikel dort ab, wo es nichts kostet. Die 1,5 km Fußmarsch nehme ich fluchend in Kauf. Später wird meine Kreditkarte mit knapp €5 belastet, einer neuen, lokalen Übernachtungssteuer, die von Westspiel nicht übernommen wird. Klasse.

In meinem Zimmer steht im Sektkühler eine Flasche Mineralwasser. Wohl ein Begrüßungspräsent. Erst bei ganz genauem Hinsehen finde ich den Preis. Stolze €9. Gut, dass ich Eigenversorger bin und in dieser Luxusfalle im Westfalenpark nichts konsumieren muss. Ein Teller Pasta kostet beim Zimmerservice fast €20.

Dafür gibt es den Aufdeckservice kostenfrei. Wer also zu faul oder zu dumm ist, um sein Oberbett aufzuschlagen, kann einen dienstbaren Geist herbei telefonieren. Angesichts der Straßenverhältnisse breche ich frühzeitig auf. Trotz Staus wegen vereister Fahrbahnen erreiche ich mehr als eine Stunde vor Turnierbeginn die Burg. Parken kostet hier natürlich auch.

Auf den Fluren ein Stockwerk unterhalb der Casinoebene grassiert ein Gerücht: Startstack 5.000, Leveldauer 20 Minuten. Das geht ja gar nicht! Sollten etwa deswegen auf der Website von Westspiel keine Angaben zu Stack und Levelzeit zu finden gewesen sein? In Oeynhausen gibt es schon beim 200er 10.000 und 45 min. Und jetzt bei über €800 Startgeld so etwas?

In der Warteschlange beim Check-In bemerke ich einen Herrn mit Rolex am Handgelenk, der nach einem Ticket ohne Hotelgutschein fragt. Als er abgewiesen wird, spreche ich ihn an. Ja, er wolle spielen, aber nicht übernachten. Buy-In und Gastro-Fee seien in Ordnung. Wir einigen uns auf €900 und lassen mein Ticket an einem eigens dafür vorgesehen Pult problemlos umschreiben. Ratz, fatz – Ticket weg, Knete in der Tasche.

Später stellt sich heraus, dass es einen Stack von 10.000 und 30/45 Minuten Leveldauer gab. In meinen Augen immer noch armselig. Und die Preise. Kein Cash, wieder nur Sachpreise. Porsche, Harley, neumodisches Dreirad. Weg, nur schnell weg hier. Zum Hotel, ausgecheckt. Miss Babyface war nicht mehr da. Sie musste wohl nach dem Sandmännchen ins Heia-Bettchen. Ab nach Hause. Was brauche ich einen Porsche, ich habe doch meinen „Rolls Royce“.

Anfang Januar dann das 200er in Bad Oeynhausen. Wieder die Asse, bereits im ersten Level. 3-Bet zum Preflop All-In. Kontrahent hält die Damen und bastelt sich einen Queen-high Straight. Mitleidige Blicke sind schwer zu ertragen, konstatiere ich. Schlimmer kann es nicht mehr kommen, versuche ich positiv zu denken. Und eine Chance habe ich ja noch, das Wintermasters auf der Burg. Davon mehr und die Antwort auf die Titelfrage gibt es übermorgen im letzten Beitrag.

Im ersten Teil: Die Seuche beginnt.

Im dritten Teil: Heute ist nicht alle Tage.

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