"Wir bieten alles an, was mit Gambling zu tun hat" – Mike McDonald über sein neues Projekt

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Alle werben für "PokerShares"

Mike "Timex" McDonald war 2008 der jüngste EPT-Gewinner überhaupt in Dortmund und hat in seinem Leben schon über 13 Millionen Dollar in Live-Turnieren gewonnen. Timex war in letzter Zeit aber nicht besonders aktiv bei Liveturnieren. "Ich vermisse Malta und Prag zum Beispiel, ich habe davor neun Mal hintereinander in Prag gespielt", sagt der Kanadier.

Der Grund ist, dass er in letzter Zeit zu sehr mit seiner neuen Geschäftsidee PokerShares beschäftigt ist. Eigentlich ist es ein zweiter Versuch, aber dazu später mehr.

PokerListings: Bitte gib uns eine kurze Zusammenfassung des Original-Konzeptes.

Mike McDonald: Wir wollten eine Wettplattform für jedermann machen und den Fans die Chance geben, in ihre Lieblingsspieler zu investieren. Wir wollen Spielern die Möglichkeit geben, mit mehr Geld in Turniere zu gehen und mit ihren Freunden Prop-Bets zu machen.

PokerListings: Wenn man auf Poker Shares auf ein Turnier klickt, kommt eine Liste mit Spielern. Wie werden diese Spieler ausgewählt?

Mike McDonald: Wir suchen eine Handvoll Spieler heraus, eine Liste derjenigen, die wir kennen und die die Hauptevents spielen. Für kleinere Events werden wir eine Liste haben, auf der man sich Spieler aussuchen kann.

Nehmen wir an, jemand geht auf die Seite und will Shares von Jason Mercier im $10k kaufen, er ist aber nicht gelistet. Er kann dann von uns einen Preis anfordern und wir bieten ihm den Preis für "any player" oder weniger.

Wenn das Mark-Up für "any player" zum Beispiel 1.3 beträgt, garantieren wir, dass der Preis für Jason Mercier ebenfalls 1.3 oder weniger beträgt und überlegen uns, wie er im Endeffekt ausfällt. Da die Seite sehr schnell ist, können wir innerhalb von Minuten antworten.

PokerShares
PokerShares

"Je mehr wir über die Person wissen, desto bessere Preise können wir machen"

PokerListings: Ist "any player" buchstäblich gemeint? Kann ich auf meinen Kumpel wetten, der den Turniereintritt gewonnen hat?

Mike McDonald: Ja klar, kannst du. Das Problem ist natürlich, dass wir, je weniger wir über den Spieler wissen, nicht genau sagen können, wie wir ihn bewerten. Wenn zum Beispiel ein Typ, den wir noch nie gesehen haben, hereinkommt, kann er der schlechteste oder der beste Pokerspieler der Welt sein.

Je mehr wir über die Person wissen, desto bessere Preise können wir machen. Die Spieler, die bekannt sind, sind natürlich viel besser zu bewerten. Wir müssen mit den unbekannten Spielern vorsichtig sein.

Bei einem unbekannten Spieler könnten wir zum Beispiel ein Mark-Up von 1.1 machen, auch wenn es in Wirklichkeit eher ein 0.5 Mark-Up sein sollte. Wir recherchieren und geben unser Bestes.

Wenn wir zum Beispiel wissen, dass der Typ Rumäne ist, werden wir ein paar Rumänen über ihn ausfragen. Wir versuchen, unser Netzwerk zu benutzen.

PokerListings: Wenn ich auf jemanden wette, wohin geht mein Geld?

Mike McDonald: Das Geld geht auf ein Bankkonto und sobald der Spieler, auf den du gewettet hast, ins Geld kommt, werden wir das Geld auf dein Bankkonto transferieren und du kannst es abheben.

Momentan arbeiten wir mit Skrill und WireTransfer und vielleicht bald auch mit Bitcoin. Wir werden den Leuten unterschiedliche Möglichkeiten bieten, um es einfacher zu machen. Momentan ist Neteller fast implementiert.

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Mike "Timex" McDonald

PokerListings: Wie garantiert ihr, dass das Geld wirklich ausgezahlt wird?

Mike McDonald: Genauso wie Pokerstars die Auszahlung garantiert. Wir legen Gelder für schlechte Zeiten zurück.

"Natürlich steht hier mein Ruf auf dem Spiel"

PokerListings: Aber Pokerstars ist ein etabliertes Unternehmen, ihr seid neu auf dem Markt.

Mike McDonald: Das stimmt. Natürlich steht hier mein Ruf auf dem Spiel. Viele Leute haben ihr Geld investiert und es ist sehr wichtig, dass das Ganze auch funktioniert.

PokerListings: Was passiert, wenn die Leute über 100 % eines Spielers kaufen?

Mike McDonald: Für uns ist das völlig o. k. Ein Spieler kann nur 100 % von sich verkaufen, wir können aber theoretisch alles verkaufen, auch wenn es dann letztlich 10.000 % sind.

Es geht hier um Vertrauen und wenn jemand, der sich gerade einen Account gemacht hat, plötzlich viele Shares von jemanden in einem kleinen Turnier erwerben will, werden wir das Ganze limitieren.

Ansonsten lassen wir gute Kunden mit gutem Ruf auch definitiv über 100 % eines Spielers erwerben.

PokerListings: Der Spieler selbst hat also gar nichts damit zu tun? Das Ganze läuft nur zwischen euch und dem Wettenden ab?

Mike McDonald: Korrekt. Die meisten Spieler hier bei der PCA (es heißt jetzt PCS, Mr. McDonald) haben keine Ahnung, dass auf sie gesetzt wurde.

Ein Spieler kann natürlich damit einverstanden sein, dir Shares zu verkaufen. Bei uns gibt es aber keinen Mittelsmann, wir sind direkte Verkäufer. Wir geben wir den Share, den du willst und dabei ist kein anderer involviert.

PokerListings: Wie berechnet ihr den Mark-up?

Mike McDonald: "Berechnen" ist vielleicht etwas falsch ausgedrückt, wir schätzen eher. Wir vertrauen auf unsere Erfahrung im Poker und schauen uns diverse Win-Rates und Strukturen an.

Mit der Zeit wird das Ganze eher wissenschaftlich, geht es aber um zufällige Spieler, über die wir vorher gesprochen haben, gibt es keine wissenschaftliche Methode, um eine genau Zahl auszuwerfen. Wir versuchen natürlich, so viele Faktoren wie möglich einzubeziehen.

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Timex hat viel vor...

PokerListings: Wer ist der Geschäftspartner, den du erwähnt hast?

Mike McDonald: Mein Geschäftspartner heißt Veron Lammers und ist im Poker eher unbekannt. Er ist das perfekte Beispiel für einen Typen, gegen den wir aus Angst eher nicht wetten würden.

Ich bin vor ca. drei Jahren an ihn herangetreten, als ich Coaching für mein Deep Stack Game gesucht habe. Durch das Training wurden wir enge Freunde und haben über Geschäftsideen nachgedacht.

Ich habe ihm gesagt, dass das Ganze nach viel Arbeit klingt, er hat mir angeboten, dass er sich um das Geschäftliche kümmert, zum Beispiel um Anwälte, Banken und entsprechende Lizenzen.

Ich bin eher für die Bewertung der Spieler zuständig und für Marketing. Mein Geschäftspartner ist nicht sehr bekannt, weil er sich eher auf die High Stakes Cash Games konzentrierte und die letzten zehn Jahre unter dem Radar blieb.

"Wenn man wetten will, ob Antonio Esfandiari wirklich in eine Flasche pinkeln kann und damit durchkommt, werden wir das erlauben"

PokerListings: Wird es auch Prop-Bets geben?

Mike McDonald: Ja, momentan haben wir einige, zum Beispiel wer das "Brains vs. A.I. Game" gewinnt oder wann Joe Ingram sein Buch fertig geschrieben hat.

Wenn man wetten will, ob Antonio Esfandiari wirklich in eine Flasche pinkeln kann und damit durchkommt, werden wir das erlauben. Wir wollen eigentlich jede Wette annehmen und den Leuten größtmögliche Vielfalt bieten.

PokerListings: Vor einiger Zeit hast du die "Bank of Timex" ins Leben gerufen und bist damit gescheitert. Wie unterscheidet sich dein jetziges Projekt?

Mike McDonald: Das war eine juristische Geschichte. So wie wir das Ganze jetzt aufziehen, geht es schon eher in Richtung Buchmacher und da müssen wir vorsichtig sein. Niemand hat das zuvor im Poker gemacht und ich will ja auch nicht meinen Ruf aufs Spiel setzen.

Wir gehen keine Risiken ein und haben uns juristisch abgesichert. Die "Bank of Timex" war  nach drei Tagen erledigt, jetzt gibt es aber Version 2.0 und die ist gut gemacht.

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