Wie man mit Implied Odds umgeht

Poker Table

Einen großen Draw zu treffen und damit jemandem die Chips abzunehmen, gehört zu den schönsten Aspekten von Poker. Allerdings machen die meisten Spieler bei Draws einen Fehler: Sie überschätzen die Implied Odds.

In No Limit Hold'em finden Sie ständig Draws und müssen deshalb immer auf beide Odds achten - Pot Odds und Implied Odds -, um einen Draw effizient zu spielen.
Ihre aktuellen Odds sind leicht zu berechnen. Wenn Sie mehr bekommen als 3,5:1, können Sie wahrscheinlich jede Bet callen. Schwierig wird es dann, wenn Sie diese Odds nicht bekommen. Dann müssen Sie mit Implied Odds arbeiten, und die sind leider nicht so einfach zu kalkulieren.

Implied Odds sind die Odds, die Sie einschließlich der Bets auf späteren Straßen bekommen. Wenn Sie z. B. auf dem Turn eine $ 10 Bet bei einem $ 30 Pot callen, bestehen Ihre Gesamtodds aus den aktuellen Odds von 3:1 plus den Implied Odds auf dem River.
Das Problem dabei ist, dass Sie nicht genau wissen, wie die Setzrunde auf dem River aussehen wird. Vielleicht treffen Sie Ihren Draw auf dem River und wollen einen hinterhältigen Checkraise ansetzen, doch dann checkt Ihr Gegner hinter Ihnen. Oder Sie treffen Ihren Draw, setzen eine große Bet auf dem River an, hoffen auf den Call, aber der Gegner foldet.

Um die Implied Odds besser einschätzen zu können, müssen Sie mehrere Faktoren beachten. Wer ist mein Gegner? Ist er ein Multi-Table-TAG (tight-aggressive Player)? Spielt er schnörkelloses Poker? Ist er eine typische Calling Station?
Außerdem müssen Sie sich andere Hände vor Augen halten, die er auf dem River gezeigt hat. Manche Spieler, die eigentlich sehr korrekt spielen, callen große Bets selbst auf einem gefährlichen River, weil Sie Angst davor haben, aus dem Pot geblufft zu werden. Andere Spieler werden auf dem River plötzlich unglaublich tight, wenn eine Scare Card auf dem River auftaucht.

Sie müssen die Spielweise Ihres Gegners kennen, unabhängig davon, ob Sie Ihren Draw treffen oder nicht.
Wenn Sie die Reaktion Ihres Gegners kennen, können Sie Ihre Draws viel effizienter spielen. Wenn Sie wissen, dass Ihr Gegner bereit ist, auf dem River eine große Bet zu callen, können Sie eine turn Bet wahrscheinlich auch dann callen, wenn Sie nur 1,5:1 oder 2:1 Pot Odds bekommen.
Wenn Ihr Gegner dagegen tight wird, wenn eine Scare Card auftaucht, sollten Sie Ihre Hand wahrscheinlich besser folden und zu versuchen, ihn in einer späteren Hand zu bluffen, wenn Sie nur gecallt haben und dann auf dem River eine Bet ansetzen, wenn ein offensichtlicher Draw auf dem River vervollständigt wurde.

Als Faustregel gilt, je besser ein Draw versteckt ist, desto leichter werden Sie ausbezahlt. Wenn Sie zwei Straßen check-callen, eine Flush Card auf dem River auftaucht und Sie dann eine große Bet ansetzen oder einen Checkraise, scheint es für Ihren Gegner ziemlich offensichtlich zu sein, was Sie haben.
Wenn Sie dagegen Straight und Flush raw haben, den Flush verfehlen, aber die Straße treffen, ist Ihre Hand praktisch vollständig versteckt. Ihr Gegner wird daher häufig annehmen, dass Sie versuchen, einen verfehlten Flush Draw zu bluffen.

Viele Spieler verwenden keine Zeit darauf, ihre Implied Odds zu kalkulieren. Das Konzept ist ihnen zwar bekannt, aber Sie denken einfach nicht genug darüber nach, wenn sie sich im Spiel befinden.
Stattdessen sagen sie sich: „Wenn ich meinen Gutshot treffe, habe ich die Nuts und werde einen Riesenpot gewinnen", obwohl sie in Wirklichkeit einen gelimpten Pot mit nur einer Bet aus später Position spielen. Um einen Gutshot zu spielen, müssen Sie die große Gewinnchancen haben, damit ein Call profitabel ist.

Eine kleine Bet aus später Position bedeutet nicht, dass der betreffende Spieler eine Hand hält, die auch große Bets callen würde. Aus später Position können viele Hände gebettet werden, von denen ein Großteil auf den späteren Straßen nichts mehr wert ist.
Um solche Hände gut zu spielen, müssen sie Ihren Gegner auf eine Handrange setzen. Wenn seine Range hauptsächlich aus sehr guten Händen besteht, wissen Sie, dass er wahrscheinlich auch auf den späteren Straßen große Bets callen wird. Wenn seine Range dagegen zumeist nur Ein-Paar-Hände umfasst, dann ist es wahrscheinlich keine gute Idee, einen Gutshot, einen schwachen Open-Ender oder niedrigen Flush Draw zu spielen.

Draws richtig zu spielen gehört zu den Grundvoraussetzungen von gutem Poker. Man sagt, das Geld, das Sie beim Pokern sparen, ist gewonnenes Geld. Je häufiger Sie sich das Geld sparen, das Sie für die Jagd nach unprofitablen Draws verwenden, desto mehr Geld werden Sie auf lange Sicht verdienen.

Wie bei allen Aspekten von Poker müssen Sie auch hier alle Faktoren bedenken, bevor Sie entscheiden, ob Sie fortsetzen.

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