Wetten auf gegen die Spieler – Mike McDonald über Poker Shares

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Mike "Timex" McDonald, Gründer von PokerShares.com

Nach zwei Monaten hat Poker Shares bereits mehr als 1.000 Kunden angezogen und über eine Million Dollar umgesetzt. Es gab hier und da zwar Anlaufschwierigkeiten, aber in Summe ist Mike McDonald mit seiner Wettseite sehr zufrieden. Ab jetzt kann man auch „auf die andere Seite setzen“. Im Gespräch erklärt uns McDonald, was das heißt.

Diesen Januar stellte McDonald sein Projekt Poker Shares bei der PSC Bahamas vor. Auf seiner Seite kann man auf das Abschneiden eines jeden Spielers bei beliebigen Turnieren setzen.

Wir haben McDonald in der Pause des $25k-Highrollers in Panama zu einem Gespräch getroffen:

Mike McDonald: Die ersten zwei Monate liefen wirklich gut. Wir wollten zunächst sicherstellen, dass sich die Pokergemeinschaft auf unser Konzept einstellt.

Wir haben nicht mit Millionen Kunden gerechnet, sondern in der Pokerwelt verstanden werden. Die Leute setzen sehr viel und wir werden stets als Referenz angegeben. Es ist schön zu sehen, dass wir langsam etabliert sind.

Unser größtes Problem war es, Geld zu bewegen. Bei Pokerspielern läuft fast alles in bar, aber das kannst du bei einem regulierten Business nicht machen.

Zahlungsprozesse und Sicherstellen, dass jeder so einzahlen kann, wie er will, brauchte viel mehr Aufmerksamkeit als ursprünglich gedacht. Wir haben jetzt aber Bitcoin, Neteller und Paysafe eingerichtet und nächsten Monat folgen ein paar weitere Kreditkarten.

Das braucht echt viel Zeit, denn mit solchen Dingen ist viel Papierarbeit und Bürokratie verbunden. Es ist irgendwie merkwürdig – beim Poker geht sonst alles so schnell, aber auf Business-Seite des Geschäfts geht alles viel langsamer.

Wie sieht das Geschäft in Zahlen aus?

Mike: Wir haben irgendwo zwischen 1.000 und 2.000 Kunden. Davon haben rund 40% eingezahlt und wir haben ungefähr 500 aktive Nutzer.

Am Anfang war das Wachstum enorm, wir hatten am ersten Tag ein paar hundert Anmeldungen. Danach war das Wachstum linear, rund 20% pro Woche. Je mehr Zahlungsoptionen wir anbieten, desto mehr Spieler erreichen wir auch.

Hier ein Beispiel was wir uns vorstellen: Eine Spielerin schickte uns eine Nachricht auf Twitter, dass sie den Sonntagabend bei einem Glas Wein verbrachte und jemanden bei der Sunday-Million railte auf den sie eine Wette abgeschlossen hatte. Sie sagte, das machte mehr Spaß als mitspielen und jetzt haben wir ein paar Dutzend Spieler, die in sozialen Medien über Poker-Wetten sprechen.

Wenn daraus hunderte oder gar tausende werden, wird dies in der Gemeinschaft irgendwann ganz normal werden.

Was war die ungewöhnlichste Wette bislang?

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Mike McDonald in Panama

Mike: Ich habe definitiv nicht damit gerechnet, dass so viele Leute darauf setzen, dass Joe Ingram innerhalb von 11 Tagen ein Pokerbuch schreiben kann.

Es war interessant zu sehen, wie sich da der Markt entwickelt hatte. Als drei Spieler hintereinander darauf setzten, dass er es nicht schaffen wird, wunderten wir uns: „Wissen die etwas, das wir nicht wissen?“ – Genauso wunderten wir uns als drei Spieler auf seinen Erfolg setzten.

In den meisten Fällen wissen wir, was wir anbieten, aber in diesem Fall waren unsere Odds reine Raterei. Das war das bislang merkwürdigste Ding.

Die größte Wette hatten wir mit einem Spieler, der 85.000 Dollar setzte und unsere größte größte potentielle Auszahlung wären etwas über eine Million Dollar gewesen.

Hast du damit gerechnet, dass es um so hohe Beträge gehen wird?

Mike: Ja klar. Wir wissen ja, dass die Leute gerne wetten. Nimm das $25k-Highroller hier zum Beispiel. Ganz egal, wie hoch die Buy-Ins sind, es wird immer Spieler geben, die höher spielen wollen und wir können diesen Spielern das anbieten.

Wir bieten Freizeitspielern, die aus einem $25k-Event mehr machen wollen, die Möglichkeit ein $100k-Event zu spielen und wir bieten ihnen sogar einen Preisnachlass an.

Grade für Nicht-Profis haben wir besonders gute Angebot in petto.

Wird es weitere, neue Features geben?

Mike: Es gibt ein neues Feature, das viele Leute toll finden. Als wir unsere Quoten initial anboten, gab es Leute die haben gesagt, die seien ihnen zu hoch und so würden sie nicht setzen. Diese Leute wollten auf die andere Seite setzen, sie wollten gegen unsere Quoten setzen.

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McDonald und Watson in den $40-Shirts

Uns jetzt bieten wir den Spielern genau das an. Nehmen wir nochmal das $25k-Highroller hier zum Beispiel. Man kann darauf setzen, dass Erik Seidel casht, aber man kann auch darauf setzen, dass er das nicht tut.

Zunächst haben die Leute auf Spieler gesetzt von denen sie erwarteten, besonders gut abzuschneiden. Jetzt können sie auch auf die Spieler setzen, von denen sie besonders wenig erwarten.

Man kann jetzt auf beide Seiten des Marktes setzen.

Wir sind auch grade mit dem Redesign unserer Seite beschäftigt, denn so richtig toll sie sieht im Moment nicht aus. Und es wird ein Affiliate-Programm geben.

Bis jetzt haben wir nur 40 Dollar für Marketing ausgegeben und das Geld ging an Mike Watson, der auf den Bahamas ein T-Shirt von uns getragen hatte.


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