Wenn Pokerspieler den Ausgang der WM 2014 tippen...

fifa world cup 2014

Wie geht ihr vor, wenn ihr den Gewinner der Weltmeisterschaft in Brasilien tippt? Nehmt ihr die Ergebnisse der letzten Zeit zur Hand, den Heimvorteil, das Klima oder tippt ihr ganz einfach immer auf Deutschland? Professionelle Pokerspieler haben da einen ganz anderen Ansatz, sie gehen entweder nach den Wettquoten oder haben ein eigenes System.

Es sind nur noch drei Tage bis zum Eröffnungsspiel der WM 2014 zwischen Brasilien und Kroatien.

Nicht nur bei uns ist schon das WM-Fieber ausgebrochen, sondern auch bei einigen Poker Pros.

Im ersten Teil des PokerZeit WM Specials haben wir ja schon die beiden größten und wichtigsten Turniere miteinander verglichen. In Teil 2 tippen nun bekannte Poker Pros den Ausgang der WM.

Als wir live von den EPTs in Wien, Sanremo und Monte Carlo berichteten, haben wir immer versucht unsere Augen und Ohren offenzuhalten, um zu erfahren wie Pokerspieler die Chancen ihres Landes bei der WM einschätzen.

Dabei hat sich herausgestellt, dass ihre Tipps in erster Linie von zwei Faktoren abhängen:

1.       Ob ihre Nationalmannschaft qualifiziert ist

2.       Von ihrer Spielweise beim Poker

Spieler, die einen mathematischen Ansatz haben, gehen bei ihren Tipps rein nach den existierenden Wettquoten.

Gus Hansen ist ein gutes Beispiel dafür. Wir haben uns in Wien mit dem “Great Dane” unterhalten und seine Antwort beweist, dass er einfach ein Zocker ist, wie er im Buche steht.  

Auf die Frage auf welche Mannschaft er setzen würde - nachdem Dänemark in den Playoffs gescheitert ist - antwortete er: “Ich drücke dem Team die Daumen auf das ich Geld gesetzt habe.“

Gus Hansen
Ein Zocker wie er im Buche steht: Gus Hansen

Um welche Mannschaft es sich handelt, wollte er jedoch nicht verraten. Anscheinend spielen Emotionen für einen Highroller wie ihn dabei keine Rolle.

Als wir ein weiteres Mal nachhakten sagte er, dass Brasilien zuhause das Team ist, dass es zu schlagen gilt.

Darüber hinaus glaubt Gus, dass die goldenen Zeiten von Spanien, die die letzten beiden großen Turniere in Folge (EM 2012 und WM 2010) gewonnen haben, vorbei sind: „Die spanischen Spieler sind mittlerweile zu alt, obwohl sie immer noch zu den besten Mannschaften zählen.”

Des Weiteren fügte er hinzu: „Deutschland ist stark genug, um es sehr weit zu schaffen.“

Während Gus Hansen jemand ist, der versucht alle Faktoren miteinzubeziehen, bevor er eine Wette tätigt, so wie man es von einem Nordeuropäer erwarten würde, sieht die Vorgehensweise der Südamerikanern ganz anders aus.

Wir haben den argentinischen Team PokerStars Pro “Nacho” Barbero gefragt, wen er für den Favoriten hält, und ernteten dafür ungläubige Blicke: „Was für eine Frage?

Allerdings gibt Barbero zu, dass es Brasilien wäre, wenn er auf eine Mannschaft setzen müsste. Das ist sehr anständig, da er ein echter Fußball- und großer Fan von Argentinien ist.

Als wir ihm beim Grand Final in Monte Carlo interviewt haben, hat er uns ganz stolz erzählt, dass er zur WM nach Brasilien fahren und sogar auf das WSOP Main Event verzichten wird, wenn es Argentinien ins Halbfinale schafft.

“Ich habe Karten für alle Argentinienspiele und für das WM-Finale. Wenn Argentinien ins Halbfinale kommt, dann werde ich das WSOP Main Event nicht spielen.”

nacho barbero
Der Argentinier Nacho Barbero zieht die WM in Brasilien sogar dem WSOP Main Event vor.

Selbst wenn du ein Pokerfanatiker bist und aus einem Land kommst, dass wohl keine Chance hat zu gewinnen, dann wirst du trotzdem viel Spaß an der WM haben.

Costa Rica ist ja ein absoluter Außenseiter. Die Buchmacher geben ihnen eine Quote von 2501:1 die WM zu gewinnen.

Humberto Brenes ist aus Costa Rica und ebenfalls ein großer Fußball-Fan. Normalerweise beantwortet er die Frage, wer gewinnen wird, mit einem langgezogenen “Humbertooo”, aber für uns macht er eine Ausnahme.

“Meine Favoriten aus Südamerika sind Brasilien und Argentinien, meine europäischen Favoriten sind Holland und Deutschland.”

Der Preis für das schönste Lachen im Pokerzirkus geht auf jeden Fall schon mal nach Costa Rica.

Die Herkunft spielt beim Tippen auf jeden Fall eine wichtige Rolle. Nehmen wir beispielsweise George Danzer, der heute sein erstes Bracelet und das erste Bracelet für Deutschland bei der WSOP 2014 geholt hat.

Er wurde in Brasilien geboren, ist in Portugal aufgewachsen und lebt in Deutschland und Österreich.

“Mich würde es sehr freuen, wenn Portugal endlich mal einen großen Titel holt”, sagt er nach etwas Überlegen.

“Und Deutschland hat eine sehr gute Mannschaft, dennoch entscheide ich mich für die langweiligste Antwort und tippe auf Brasilien.”

Siegerbild 10k Razz
Neo-Braceltgewinner George Danzer glaubt, dass Brasilien Weltmeister wird.

Dann gibt es da noch das Vorurteil, dass Amerikaner keine Ahnung vom beliebtesten Ballspiel aller Zeiten haben.

Wir gaben dem Zweiten des WSOP Main Event 2004 David Williams die Chance uns vom Gegenteil zu überzeugen.

PokerZeit: Interessierst du dich für Fußball? (Do you follow football?)

David Williams: Du meinst American Football, oder? (You mean American football, right?)

PokerZeit: Ach, hat sich schon erledigt, David.

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