Was kommt, was war - auf dem Poker Boulevard

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In Ganovenkreisen grassiert ein Mangel an Respekt vor der Obrigkeit.

Das Strip-Poker-Finale, die Dummheit der Berliner Pokergang, die Pokerräume von Daniel Negreanu und Phil Ivey, die neue Poker-App. fürs iPhone, der Zynga-Wankelmut.

So ein Überfall ist eine ernste Sache, vor allem, wenn man selbst mal einen erlebt hat. Andererseits - versuchen Sie mal, sich über die letzten Ermittlungsergebnisse über „Die phantasielosen Vier" (Spiegel) nicht zu amüsieren.

Das Auto, mit dem die Gangster anreisten, parkten sie mehrere Stunden lang direkt vor der Tür des Hotel Hyatt. Mehrere Zeugen erinnerten sich lebendig an die Gruppe, die so lange im Schnellrestaurant gegenüber des Hotels gesessen und sich so auffällig benommen hatte.

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Polizei vor dem Hyatt - völlig uncool, die Teile.

Leider hatte das Quartett nur drei Paar richtig gute Gangsterhandschuhe dabei. Übrig blieben ein Paar klassische gelbe Putzhandschuhe, die der letzte allerdings nicht anziehen wollte. Voll uncool, die Teile. Da hinterließ er lieber ein paar saubere Fingerabdrücke. Manche trauen der Polizei aber auch gar nichts zu.

Auch an einen Beutel für das Geld hatte man irgendwie nicht gedacht. Himmel nochmal, man kann sich ja auch nicht um alles kümmern. Eine gefundene Laptoptasche musste daher als Behältnis dienen.

Dann wiederum - fast die ganze Beute bleibt weiterhin verschwunden, und über die wahren Hintermänner wird nur spekuliert. So gesehen war die Aktion vielleicht doch nicht so dilettantisch wie sie aussieht...

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Bankgebäude in Malliß - Dilettanten ohne Handschuhe.

Aber es kommt noch schlimmer, denn das Vorbild macht bereits Schule. Im mecklenburg-vorpommerischen Städtchen Malliß entschieden sich ein paar latente Bankräuber kürzlich dafür, sicherheitshalber das ganze Gebäude in die Luft zu sprengen. Da Tresore in dieser Region aber oft stabiler sind als Fassaden, waren die Gangster gezwungen, unverrichteter Dinge wieder abzuziehen. Nicht einmal die Geldkassette aus dem Automaten konnten sie erbeuten.

Daniel Negreanu
Sharks aufgepasst - Kidpoker mit eigenem Tisch.

High Stakes PokerStars

Nachdem Full Tilt Poker seit Jahren die Online High Stakes Szene beherrscht, hat PokerStars nun in einer Art spontanen Übersprungshandlung reagiert und versucht, die eigenen Tische etwas interessanter zu machen.

Für ein solches Projekt ist natürlich niemand besser geeignet als Everybody's darling Daniel Negreanu, der nun ein paar private Tische erhält. Das Besondere: Nicht nur hat man hier die Möglichkeit, gegen den Kanadier anzutreten, es besteht außerdem die Möglichkeit, zu einer Fernsehshow eingeladen zu werden, falls man die Aufmerksamkeit von Negreanu erregt. Außerdem wird hier wie bei High Stakes Poker mit Ante gespielt. Die Limits in Daniels Room liegen bei $20/$40 ($10 Ante), $50/$100 ($25) und $100/$200 ($50).

Phil Ivey
Ehrung für den Besten - The Ivey Room.

Ivey scheidet in Ivey's Room aus

Da wir gerade bei Privaträumen sind: Phil Ivey konnte das $1.000.000 Einladungsturnier zur Feier der Eröffnung von The Ivey Room nicht gewinnen. Das auf ihn ausgesetzte Kopfgeld von $100.000 sicherte sich David „Chino" Rheem. Das Turnier und $250.000 gewann Larry Linton, der zusätzlich direkt im Anschluss heads-up gegen Ivey um weitere $250.000 antreten durfte. Der Herr des Hauses zeigte jedoch, warum der Saal nach ihm benannt wurde, und behielt die Oberhand.

Mit Spielern wie Doyle Brunson, David Benyamine, Barry Greenstein, Daniel Alaei, David Williams, Eli Elezra, Erick Lindgren, Jennifer Harman, Jennifer Tilly, Johnny Chan, Mike Sexton, Phil Laak, Sammy Farha, TJ Cloutier und Vanessa Rousso war so ziemlich die gesamte Crème de la Crème anwesend, und selbst der sonst so ultracoole Phil Ivey war ob der Ehre sichtlich gerührt.

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Zynga Poker - 500 Mio. potenzielle Spieler?

Zynga bleibt bei Facebook

Der Social Gaming Spezialist Zynga aus San Francisco trennt sich nun doch nicht von Facebook. Seit einiger Zeit waren Gerüchte im Umlauf, wonach der Spielehersteller seine Produkte auf einer eigenständigen Seite ins Netz stellen wolle. Damit bleiben Spiele wie „Farmville", Mafia Wars" und „Café World" weiter auf Facebook verfügbar.

Zynga stellt mit fast 14 Mio. Mitgliedern aber auch die größte Online-Pokerplattform der Welt.  Bei Facebook sind weltweit inzwischen fast 500 Mio. Mitglieder registriert. Facebook und Zynga haben nun einen Vertrag mit fünf Jahren Laufzeit geschossen.

Gleichzeitig orientiert sich Zynga aber auch in eine andere Richtung: Das amerikanische Internetportal Yahoo ist nun ebenfalls Vertragspartner. Damit sind die Zynga-Spieler künftig auch direkt über die Yahoo-Homepage zu erreichen.

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Offensichtlicher Tell: Schwanzwedeln.

Poker geht vor die Hunde

Das ständig wachsende Angebot der Pokerapplikationen für das iPhone wird um ein tierisches Spiel bereichert: „Dogs playing poker". Angelehnt an die berühmte Bilderserie von Cassius Coolidge kann der Spieler zwischen anfangs vier, später bis zu 18 verschiedenen Hundecharakteren als Spielfigur auswählen: Merkwürdigerweise kann man auch einen Fuchs und ein Walross (!) freispielen.

Notwendig ist diese neue App. sicher nicht, aber die Atmosphäre ist dank liebevoll gestalteter „Spieler" und Umgebung seine $1,99 durchaus wert. Für Anfänger ist ein Tutorial integriert, das die ersten Schritte vereinfacht. Dabei werden ein paar Proberunden gespielt, die den Lernprozess deutlich beschleunigen.

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Pokerstripperin - Beruf "Model"(Photo:dpa).

Wer verliert, der friert

Ok, diese Überschrift habe ich von der Bild abgeschrieben. Sie ist einfach gut. 54 Spieler hatten sich in drei Vorrunden für das Finale der 1. Deutschen Strip-Poker-Meisterschaft qualifiziert, die passenderweise in St. Pauli stattfand. Die meisten davon waren Männer, die wenigen Frauen gaben als Beruf fast durchgehend „Model" an. Sie spielten an fünf Tischen fünf Teilnehmer des Finaltischs aus.

Die anderen fünf „qualifizierten" sich durch den besten Strip. Das klingt angemessen. Sie wurden von einer Jury bewertet. Frage: Was macht eigentlich eine Jury bei einem Pokerturnier? Auch egal, denn ernst gemeint war die ganze Geschichte aus pokertechnischer Sicht ja sowieso nicht, und eine Las-Vegas-Reise als erster Preis kann sich ja durchaus sehen lassen.

Wer gewonnen hat, ist ja eigentlich völlig egal, aber der Mann muss hier dennoch erwähnt werden, denn mit seinem Namen könnte er im Stripperbusiness sofort anfangen, falls das mit der Pokerkarriere nicht klappt. Also, herzlichen Glückwunsch, Marcel Langkabel.

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