Wann kann man ohne Top Pair auf dem Flop callen?

Aaron Jones
Aaron Jones - spielt besser, als seine Frisur verspricht.

Das waren noch Zeiten, als man online locker alles folden konnte, was schlechter war als Top Pair, und trotzdem profitabel spielte.

Ohne Top Pair zu spielen ist ziemlich verzwickt, wenn man keine Kontrolle besitzt. Man ist auf reine Vermutungen angewiesen und spekuliert darauf, dass der Gegner einen nicht geschlagen hat.

Etwas einfacher wird die Spekulation, wenn man drei Faktoren in die Überlegungen einbezieht.

1) Der Gegner

Studieren Sie den Gegner.

Wie häufig setzt er auf dem Flop? Wann checkt er den Flop und bei welcher Art von Board. In welchen Situationen feuert er auf dem Turn ein zweites Mal.

Achten Sie darauf, wie oft er mit Händen, die Showdown-Value haben, auf Potkontrolle spielt. Soll heißen, checkt er hinterher, wenn er keine Top-Pair-Hand hält, setzt er nur mit Top Pair und blufft er auf einem Flop J 7 3? Dann wissen Sie, eine Bet von ihm bedeutet grundsätzlich Top Pair oder einen Bluff.

Jason Mercier
Gute, regelmäßige Spieler feuern auf mehreren Straßen, sodass eine Fortsetzung ohne Top Pair höchst gefährlich wird.

Wenn dieser Gegner selten auf dem Turn weitersetzt, wissen Sie, dass auch in einem solchen Fall wahrscheinlich Top Pair oder Besseres vorliegt.

Generell sollten Sie mit einem schwächlichen Second Pair o. Ä. Kaum weiterspielen, wenn Sie auf Turn und River noch mehrere Bets erwarten müssen.

2) Outs und Equity

Wie so oft in Texas Hold'em sollten Sie eher einen Call in Erwägung ziehen, wenn Sie zusätzliche Outs bekommen.

Outs geben Ihrer Hand zusätzliche Equity. Sie hoffen zwar, dass der Gegner nicht weitersetzt, wenn Sie bezahlen, aber wenn er es doch tut, brauchen Sie mehr Equity, um fortsetzen zu können.

Ein Beispiel:

$1/$2 online 6-max, effektive Stacks $200. Sie sitzen im BB und eine ordentlicher Spieler erhöht auf $6.

Der Flop fällt Q 6 3. Sie checken und Ihr Gegner setzt $10.

Mit welcher Hand würden Sie eher fortsetzen: 8 8 oder 6 7?

Zwar ist das Paar Achten absolut gesehen die „bessere" Hand, aber 6 7 ist die besser Hand in dieser Situation. Das liegt daran, dass 6 7 noch „Plan B Potenzial" besitzt.

Wenn Sie mit dem Paar Achten hinten liegen, haben Sie zwei Outs, um sich noch zu verbessern - nämlich die anderen beiden Achten.

Wenn Sie mit 6 7 hinten liegen, haben Sie sofort mehr Outs. Neben den beiden verbleibenden Sechsen auch noch drei Siebenen. Das sind schon mal fünf Outs.

Tom Schneider
Sie sollten einen „Plan B" haben, um Ihren Stack weiter aufzubauen.

Zusätzlich haben Sie noch Backdoor Flush und Straight Draw. Es gibt also sehr viele Karten, mit denen Sie sich auf dem Turn verbessern können.

Die „bessere" Hand für einen Call ist also 6 7, auch wenn sie eigentlich viel schlechter ist als 8 8.

Denken Sie daran:

Es liegt viel Value in Händen ohne Top Pair - vor allem gegen Gegner, die zu häufig c-betten.

Machen Sie sich damit vertraut, wie die Gegner mit bestimmten Händen umgehen und wie häufig sie setzen.

Callen Sie nicht einfach jedesmal, um dann auf dem Turn doch aufzugeben. Achten Sie darauf, wie sich das Board entwickelt und schätzen Sie ab, wie häufig der Gegner weiter setzen wird.

Wenn Sie jede Hand aufgeben, die nicht Top Pair erreicht, werfen Sie Geld aus dem Fenster. Bezahlen Sie aber mit jeder Hand, ohne nachzudenken, verbrennen Sie noch mehr Geld.

Überlegen Sie sich, wie Ihre Hand sich gegen die Range Ihres Gegenübers verhält und spielen Sie Poker! Und vergessen Sie nicht, ein Plan B gibt Ihrer Hand zusätzlichen Wert.

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