Waliser Romanello gewinnt die EPT Prag 2010

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Roberto Romanello und Emilio Bono.

Die EPT Prag ist traditionell der letzte Höhepunkt der jährlichen EPT-Saison. Trotz vieler Rekorde bei anderen EPT-Turnieren 2010 konnte die Teilnehmerzahl von Prag 2009 nicht geknackt werden. Für die deutschsprachige Pokerszene sah das Turnier lange überaus Erfolg versprechend aus. Am Ende schaffte es aber kein Deutscher, Österreicher oder Schweizer an den Finaltisch. Der große Triumphator war schließlich der Engländer Roberto Romanello, der 640.000 Euro mit auf die Insel nehmen konnte.

Für Turnierdirektor Thomas Kremser begann die EPT Prag mit einer verlorenen Wette. Nach enttäuschenden 197 Teilnehmern an Tag 1a hatte der Wiener eine Massenansturm für Tag 1b prophezeit und sogar einen neuen Rekord in Aussicht gestellt. Eine seiner farbigen Krawatten war ihm das Wert und die wechselte schließlich doch den Besitzer. Zwar kauften sich am zweiten Starttag noch mal 372 Spieler ein, aber die insgesamt 569 reichten am Ende eben nicht zur Aufstellung einer neuen Bestmarke.

Eine weitere Duftmarke nach dem Sieg von Michi Eiler in Wien und der Final table Teilnahme von Giuseppe Pantaleo in Barcelona verpasste die deutschsprachige Community in Prag zu setzen. Insgesamt zwölf Deutsche und drei Schweizer waren zum dritten Turniertag angetreten, insgesamt zehn von ihnen lagen nach Chips im Durchschnitt und teilweise sogar deutlich drüber und doch wurde es letztlich ein ernüchternder Tag.

Matthias Kurtz, Felix Bleiker und schieden schon vor der Bubble aus und obwohl es dort dann Dominik Nitsche erwischte, hatte trotzdem wohl niemand damit gerechnet, dass es letztlich so schlecht laufen würde. Paul Knebel hatte zeitweise mit knapp einer Million in Chips sogar die Führung inne. Aber er schied dann doch auf einem enttäuschenden 35. Platz als letzter Deutschsprachiger aus.

Es war ein krasser Pot, der Knebel aus dem Turnier beförderte. Kevin Stani eröffnete aus erster Position mit einem All-in für 280.000, Paul pushte drüber und es wurde zum EPT-Gewinner Kevin MacPhee aus den USA gefoldet, der aus dem Small Blind ebenfalls pushte. Es kam zum Showdown:

MacPhee: A K Knebel: T T 
Stani: Q Qs

Das Board brachte zunächst 3 8 9 6, am River kam das A für MacPhee, der auf 2,3 Millionen hochschoss, während Stani und Paul jeweils €11.000 ausbezahlt bekamen.

Für McPhee sollte es in Prag aber ebenso wenig zum zweiten EPT-Sieg reichen, wie für Luca Pagano. Ersterer schied als Zehnter kurz vor dem Final table und der Italiener schon auf Platz 43 aus. Allerdings schaffte es Pagano mit seinem 17. EPT-Cash (€10.000) seinen eigenen Rekord auszubauen.

Wirklich fassungslos war am Ende vor allem der große Triumphator von Prag Roberto Romanello. Der Waliser brach noch am Tisch in Tränen der Freude aus. Er schaffte es noch seinem Gegner, dem Dealer und Thomas Kremser die Hand zu geben, dann musste er schnell vor die Tür.

Drei Minuten später war er wieder da, die Tränen immer noch nicht getrocknet. Aber die Fassung zurück gewonnen und mit großem Applaus bedacht. Da ist ganz offensichtlich ein lang gehegter Traum in Erfüllung gegangen für den sonst so selbstsicheren Roberto Romanello.

In der letzten Hand hatte Romanello den Pot mit einem Standardraise eröffnet und bekam von Bono ein Reraise auf 2.425.000 reingedrückt. Dennoch zögerte Romanello nicht lange und stellte den Italiener All-in. Der callte und es kam zum Showdown:

Bono: A J Romanello: T T

Der Flop kam dann einfach traumhaft für den 34-Jährigen mit T 4 4- Full House! Vor der 5 und der 4 auf Turn und River kamen bei Romanello schon längst die ersten Tränen unter der Sonnenbrille hervor gerollt.

Roberto Romanello ist nicht nur der erste Waliser auf dem EPT-Thron sondern kann sich außerdem über eine Siegprämie von €640.000 freuen.

Emilliano Bono aus Rom, der angekündigt hatte in Prag unbedingt gewinnen zu wollen, tröstete sich mit noch immerhin €435.000 Preisgeld.

UNd dies sind die Top Ten von Prag sowie die Payouts der deutschsprachigen Spieler:

1. Roberto Romanello, UK, €640.000
2. Emiliano Bono, Italien, €435.000
3. Marcin Horecki, Polen, €247.000
4. Peter Skripka, Russland, €163.000
5. Marco Leonzio, Italien, €130.000
6. Jan Bendik, Slovakei, €100.000
7. Manuel Bevand, Frankreich, €71.000
8. Roberto Nulli, Italien, €54.550
9. Kevin MacPhee, USA, €40.000
10. Nikolay Losev, Russland, €40.000

35. Paul Knebel, Deutschland, €11.000

40. Tobias Reinkemeier, Deutschland, €11.000

44 . Karl Heinz Klose, Deutschland, €10.000

45. Marc Gork, Deutschland, €10.000

54. Dirk Richter, Deutschland, €9.000

55. Cengiz Ulusu, Deutschland, €9.000

56. Dominic Linder, Deutschland, €9.000

68. Mohsen Tayfeh, Deutschland, €8.000

70. Jonas Gutteck, Deutschland, €8.000

72. Lennart Holz, Deutschland, €8.000

73. Besim Hot, Schweiz, €8.000

 

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