Video der Woche – Der letzte Auftritt des Stu Ungar

Stu Ungar hält nach dem Gewinn seines 3. Weltmeistertitels das Bild seiner Tochter in die Kameras

Geradezu legendär sind die Bilder, die wir dieses Mal in unserem Video der Woche präsentieren. Dabei gehen wir 18 Jahre zurück und verfolgen den Finaltisch des WSOP Main Event 1997, der von einem der begnadetsten Spieler aller Zeiten gewonnen wurde. Doch Stu Ungar war nicht nur ein grandioser Pokerspieler, er war auch eine tragische Figur.

Das traurige Ende eines Genies

Schon als Kind fiel Stu Ungar mit seinem außerordentlichen Talent für Kartenspiele auf. Nachdem sein Vater gestorben war, unterstützte er seine Familie mit Gewinnen, die er beim Gin Rommé erzielte. Es dauerte nicht lang, und Ungar galt aufgrund seines fotografischen Gedächtnisses als unbesiegbar.

Allerdings zeigten sich bereits damals die Schattenseiten Ungars, die ihn ein Leben lang begleiten sollten. Einen Teil seiner Gewinne verschleuderte er auf der Rennbahn, später gab er sie dann für Drogen aus.

Als niemand mehr mit Ungar Gin Rommé spielen wollte, wandte er sich Texas Hold’em zu und zeigte auch dort außerordentliche Fähigkeiten. Er ging nach Las Vegas, nahm 1980 im Alter von 26 Jahren an der World Series of Poker teil und holte sich direkt als jüngster Spieler aller Zeiten den Titel (später wurde er in dieser Hinsicht allerdings von Phil Hellmuth abgelöst).

Im Heads-Up besiegte er damals den „Godfather of Poker“, Doyle Brunson, und ein Jahr darauf konnte er seinen Titel verteidigen.

Doch so sehr Ungar am Pokertisch auch glänzte, so schwer tat er sich im Privatleben. Drogen- und Spielsucht kosteten ihn den Großteil seiner Gewinne, und immer wieder musste er sich Geld von Freunden leihen.

Das letzte Aufbäumen

Mindestens genauso oft fiel Ungar durch seine Drogeneskapaden auf. 1990 etwa nahm er mit geliehenem Geld an der WSOP teil, lag ausgezeichnet im Rennen, wurde aber am dritten Turniertag mit einer Überdosis Kokain in seinem Hotelzimmer gefunden.

Das Turnier konnte er anschließend nicht fertig spielen, landete aber aufgrund seiner vielen Chips dennoch auf dem 9.Platz.

Sein letztes Comeback feierte Ungar dann 1997. In diesem Jahr trat er wieder mit geliehenem Geld zur WSOP an und dieses Mal hielt er durch. Unter 312 Spielern setzte er sich durch und gewann die Siegprämie von $1 Million.

Doch die langjährige Drogenkarriere hatte ihre Spuren hinterlassen. Trotz der Sonnenbrille, die Ungar während des gesamten Turniers trug, ist die verheerende Wirkung, die der Kokainkonsum hinterließ, an seiner Nase unübersehbar. 

Unser Video zeigt die außergewöhnlichen Fähigkeiten von Ungar am Pokertisch, aber auch den rührenden letzten öffentlichen Auftritt beim abschließenden Siegerinterview mit Gabe Kaplan.

Zweimal hält Ungar das Bild seiner geliebten Tochter Stefanie ins Bild und widmet ihr seinen Sieg. Unvergesslich sind seine Worte: „Beim Kartenspielen konnte mich nie jemand schlagen. Der Einzige, der mich je schlagen konnte, war ich selbst.“

Ein Jahr nach diesen Bildern war Ungar schon nicht mehr in der Lage, an der WSOP teilzunehmen. Die Million Siegprämie war natürlich längst wieder ausgegeben, doch hätte ihm sicher jemand die $10.000 Startgeld geliehen. Der gesundheitliche Zustand reichte für eine Teilnahme aber nicht aus – Ende November 1998 starb Stu Ungar, einer der besten Pokerspieler aller Zeiten – in einem Zimmer eines Motels an einem Herzinfarkt.  

Hier die bewegenden Bilder seines letzten Erfolgs:

 

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