Video der Woche – Der coolste Fold der Pokergeschichte

Huck Seed
Huck Seed gewann den WSOP Main Event im Jahr 1996.

Richtig lässig geht es dieses Mal in unserem Video der Woche zu. Wir beobachten drei Ex-Weltmeister in der berühmten amerikanischen Fernsehshow „Poker After Dark“, die es heute leider nicht mehr gibt.

Nicht nur die Aktion an sich, auch die Art und Weise, wie sie ausgeführt wurde, hat einen festen Platz in der Pokergeschichte sicher!

Alles läuft normal …

Zunächst sieht es alles nach einem stinknormalen Pot aus. Johnny Chan bekommt mit A A die beste Starthand und raist in der $200/$400-Partie auf $1.200.

Im Small Blind callt Joe Hachem mit K Q und auch Huck Seed bleibt im Big Blind mit 6 6 an Bord.

Vor dem Flop ist eine interessante Konstellation mit drei Spielern entstanden, die allesamt schon einmal das WSOP Main Event gewinnen konnten.

johnny chan
Johnny Chan liest Spieler wie andere Zeitung.

Alle Aktionen sind absolut nachvollziehbar – Chans Raise mit der besten Hand, Hachems Call mit einer guten Hand und Seeds Call im Big Blind mit einem niedrigen Paar.

Der Flop ändert an den Kräfteverhältnissen aber einiges.

Die Dealerin dreht J J 6 um, womit Huck Seed ein gut verstecktes Full House und damit ein absolutes Monster bekommen hat.

Er entscheidet sich mit einem Check zum Slowplay, wonach Chan die erste bemerkenswerte Entscheidung trifft – auch er checkt mit seinem Overpair.

Auch auf dem Turn wird reihum gecheckt. An dieser Stelle hätte man eine Bet von Seed durchaus erwarten können, aber der Gewinner des Main Events 1996 wartet noch eine Setzrunde ab und hofft darauf, dass ein anderer Spieler die Initiative übernimmt.

… aber dann: Asse, na und?

Ohne weitere Einsätze landen wir also auf dem River, auf dem das Board vergleichsweise harmlose J J 6 3 2 zeigt und wo Seed schließlich versucht, wenigstens ein bisschen Geld in den Pot zu bekommen.

Er spielt von vorn $3.500 an, worauf es keine zwei Sekunden dauert, bis Chan seine Asse mit einer lässigen und eleganten Handbewegung in den Muck befördert.

Selbst Hachem, der rein gar nichts hat, überlegt länger als Chan, der offensichtlich einen unbestechlichen Read auf seinen Profikollegen hatte.

Hinterher erklärte Chan, dass er an Seeds Art zu checken erkannt habe, wie stark dieser sei.

Das klingt zumindest halbwegs nachvollziehbar, doch hätten die meisten Spieler bei Pot Odds von 2 zu 1 zumindest eine Weile überlegt, ob sie eine derart starke Hand, auf die man oft stundenlang vergeblich wartet, tatsächlich weggeworfen hätten.

Gerade darin besteht aber die Schönheit dieser Situation: Mit welcher Leichtigkeit und Eleganz Johnny Chan hier seine Asse foldet, zeigt sein tiefes Pokerverständnis – auch Asse sind eben nur eine Starthand!


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