Video der Woche – Colmans perfekte Handanalyse

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26 Februar 2017, Von: Rainer Vollmar
Geposted in: Video der Woche
Video der Woche – Colmans perfekte Handanalyse

Meist präsentieren wir an dieser Stelle besonders spektakuläre Bluffs, Calls oder Folds bzw. Situationen, in denen die Wahrscheinlichkeit verrückt spielte. Dieses Mal jedoch zeigen wir einen der besten Spieler der Welt in einer kleinen Hand, die aber zeigt, welch fantastisches Können ein Mann wie Daniel Colman vorzuweisen hat. Trotz Top Pair findet er auf dem River einen Check, den nur wenige gemacht hätten.

Wer, wann, wo

Wir steigen ein ins Finale der Party Poker Premier League VII, bei der zwölf Spieler ein Startgeld von $125.000 entrichteten und damit um $1,5 Millionen kämpfen.

Zwangsläufig sind bei einem solchen Turnier praktisch nur Weltklasseleute dabei, wie die Zusammensetzung des Finaltischs mit Scott Seiver, dem späteren Sieger Sorel Mizzi, Jeff Gross und Daniel Colman eindrucksvoll unterstreicht.

Es geht um eine Siegprämie von $466.000, und da die Stacks recht klein und die Hände sehr stark sind, ist im Duell der Blinds zwischen Jason Koon und Dan Colman Spannung vorprogrammiert.

Colman mit der Value-Linie

Schon vor dem Flop zeigt Colman, dass er nicht vorhat, seine Hand in einen Bluff zu verwandeln.
Viele Spieler würden mit KJ reraisen und es auf ein All-in gegen den kleinen Stack ankommen lassen. Dieses „Angst-vor-dem-Flop-Syndrom“ ist einem der besten Spieler der Welt aber fremd.
Er will seine gute, aber nicht überragende Hand gegen das gesamte gegnerische Spektrum in Position spielen, während er bei einem Reraise die meisten schlechten Hände zum Folden bringen würde.

Natürlich weiß er nicht, dass Jason Koon die drittbeste Starthand hat und überhaupt nichts gegen eine Verdopplung einzuwenden hätte.

Beide Spieler auf der Höhe

Koon bringt auf dem Flop zunächst eine normale Continuation Bet, steckt dann aber zurück, als der Turn nach Colmans Call eine weitere Sechs bringt.

Jason Koon lauert
Jason Koon lauert

Eine Mischung aus Bluff-Provokation und Pot-Kontrolle steht hinter diesem Check und natürlich sieht Colman mit Top Pair erstmal keinen Grund, nicht zu setzen und Hände wie TT oder 99 zur Kasse zu bitten.

So weit, so gut. Doch nach Koons Call und Check auf dem River, der keine besonders besorgniserregende Zehn bringt, verzichtet Colman auf die Bet, die 99,9% aller Spieler gebracht hätten.

Entscheidend ist das Verhältnis von schlechteren und besseren Händen, die diese Bet noch callen können, und dieses wurde von der Zehn auf dem River entscheidend beeinflusst, was ein Spieler wie Colman sofort erkennt.

Hände wie 99, 88 oder 77 sind nun auf einmal mit zwei Overcards konfrontiert, während Blätter wie JT oder TT an KJ vorbeigezogen sind, und damit verringert sich das Spektrum von schlechteren Händen, die callen können, enorm und viel mehr als QJ, J9 oder J8 fällt einem dazu gar nicht ein.

Eigentlich ganz einfach, oder?

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