Video der Woche – Andreas Gann und der Slowroll des Jahres

Andreas Gann

Zu den ungeschriebenen Gesetzen beim Poker gehört, dass man den Gegner nicht unnötig quält und die beste Hand ohne Umschweife aufdeckt. Tut ein Spieler dies nicht, begeht er einen sogenannten Slowroll und macht sich damit garantiert wenige Freunde. Obwohl dieses Vorgehen so verpönt ist, kommt es leider immer wieder vor – und in unserem Video der Woche sogar in besonders unglaublicher Form!

Wer, wo, wann

Am vergangenen Osterwochenende wurde mit den Irish Poker Open eines der traditionsreichsten Turniere auf europäischem Boden ausgetragen. Seit 1981 gibt es dieses Event, damit ist es neben der World Series of Poker eines der ältesten Pokerturniere der Welt.

In diesem Umfeld schaffte der deutsche Amateur Andreas Gann den bisher größten Erfolg seiner Pokerkarriere. Er manövrierte sich zunächst erfolgreich durch die beiden Starttage und wandte dann nach Erreichen der bezahlten Plätze die Hamstertaktik an – jeder ausgeschiedene Spieler brachte ihm etwas mehr Geld und ließ ihn weiter die Preisgeldleiter hochstolpern.

Ganns Rezept funktioniert allerdings nur, wenn man mit den Blinds Schritt hält, und dazu muss man gelegentlich einen Coinflip gewinnen oder mit einer starken Hand ausbezahlt werden. All dies gelang Gann, und führte sogar dazu, dass der spielerisch sichtlich limitierte Deutsche gar den Sprung an den Finaltisch der letzten Acht schaffte.

Der Finaltisch und die verhängnisvolle Hand Nr. 51

Durch das Erreichen des Finaltisches hatte Gann bereits €26.750 sicher und hätte damit befreit aufspielen können, zumal er als klarer Shortstack ins Finale ging. Stattdessen spielte er aber praktisch  keine Hand und sein Stack schmolz dahin.

Fassungslosigkeit
Es herrschte Fassungslosigkeit und die Spieler waren alles andere als erfreut, als sie die Hand von Gann sahen.

Dann aber kam die verhängnisvolle Hand 51 am Finaltisch, noch immer waren alle acht Spieler dabei und Gann hatte seinen Stack bereits auf rund 5BB verkümmern lassen. Im Small Blind bekam er K Q – für diese Situation ein absolutes Monster – und hätte nach Donnacha O’Deas Raise mit A 6 aus früher Position einfach All-In gehen können, doch stattdessen callte er nur und ließ sich in einem Pot mit 290.000 Chips noch 177.000 übrig, wonach er mathematisch betrachtet gar nicht mehr folden konnte. Ob er dies weiß/wusste, steht allerdings in den Sternen.

Als der Dealer dann Ganns Traumflop mit A 8 6 umdreht, passiert das Unfassbare. O‘Dea setzt den Deutschen mit seinen Two Pair All-In – und dieser callt nicht etwa sofort, sondern „überlegt“ mehr als eine Minute.

Das Entsetzen in den Gesichtern der anderen Spieler, nachdem Gann seine Hand endlich aufdeckt, spricht Bände. Sie können einfach nicht glauben, was sie da sehen. Und schon hat sich eine verschworene Gemeinschaft von sieben Spielern gebildet, die Gann nur das wünscht, was dann auch tatsächlich eintritt – aber seht selbst, wie dramatisch diese Hand zu Ende geht…

Postscriptum

Jubelnder Tisch
Doch die Strafe für sein Fehlverhalten folgte auf dem Fuße und der ganze Tisch feierte.

Andreas Gann erklärte nachträglich, er habe seine Hand falsch gelesen.

Mal erklärte er, er habe K Q gesehen, mal, er hätte K Q wahrgenommen, und natürlich muss diese Erklärung an dieser Stelle wiedergegeben werden.

Der Verlauf der Hand und Ganns Verhalten – er überprüfte seine Hand insgesamt dreimal (nach dem Austeilen, vor dem Preflop-Call und vor dem Flop-Call) und zeigte nach dem Aufdecken keinerlei Überraschung über seine tatsächliche Hand – sprechen aus unserer Sicht aber eindeutig gegen diese Version.

Nehmen wir diese Worte daher als Entschuldigung an die anderen Spieler und hoffen, dass Andreas Gann sein Verhalten künftig der Pokeretikette anpasst!     

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Max 2015-04-08 11:22:08

Vllt. solltet ihr erstmal recherchieren, wer den Kommentar mit dem Namen "Andreas Gann" geschrieben hat. Das kann jeder gewesen sein-nur er was es sicher nicht!