Victor Ramdin – “Ivey hat meine Karriere gerettet, Hellmuth ist mein Idol.”

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Wir haben uns mit Team PokerStars Pro Victor Ramdin über den entscheidenden Moment in seiner Karriere, die inspirierendsten Menschen in seinem Leben und darüber unterhalten wie es ist einen Sohn mit einer chronischen Krankheit zu haben.

Victor Ramdin wurde in Guyana, Südamerika geboren und kam als Kind in die USA. Er brach die High School ab und verdiente sein Geld als Taxifahrer und Immobilienmakler, bevor er mit Poker in Kontakt kam.

Damals war er bereits 35 Jahre alt, was bedeutet, dass er erst sehr spät mit dem Spielen begann.

Bei der EPT Sanremo erzählte er uns, wie er beinahe mit Poker aufgehört hätte, und wer ihn anspornte weiterzumachen.

“Phil Ivey hat meine Karriere gerettet”

“Ich habe 2002 mit dem Pokerspielen begonnen und konnte schnell die ersten Erfolge feiern. 2005 hatte ich dann einen üblen Downswing und es lief das ganze Jahr über sehr schlecht für mich.

Was auch immer ich versuchte, es ging schief. Ihr wisst wie das manchmal ist. Ich war damals sehr frustriert und hatte schon fast kein Geld mehr. Ich war kurz davor aufzuhören.”

Im Leben genau wie beim Poker gibt es unerwartete Wendungen und so war es auch bei Viktor.

“2005 traf ich Phil Ivey, allerdings kannten wir uns noch kaum. Er gehörte damals schon zu den erfolgreichsten Spielern der Welt. Er kam auf mich zu und sagte:  “Ich hab dich spielen gesehen Victor und würde dich gerne staken.”

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Phil Ivey half Victor in einer der schwierigsten Phasen seiner Karriere.

“Ich war sehr überrascht, da es wie gesagt zu dieser Zeit alles andere als gut lief. Deshalb fragte ich Phil, was ich anders machen soll und er antwortete “Garnichts“. Nur wenige Monate später gewann ich die WPT Foxwoods für 1.3 Millionen Dollar. Somit kann man schon sagen, dass Phil Ivey meine Pokerkarriere gerettet hat.”

Von diesem Zeitpunkt an schaute musste Victor nie mehr zurückschauen. Er bekam einen Sponsorenvertrag beim Marktführer PokerStars und ist bis zum heutigen Tag Mitglied des Teams.

Seitdem staked Ivey ihn auch nicht mehr, allerdings gibt es dafür ja auch keinen Grund.

Victor’s Welt

Heutzutage pendelt Victor Ramdin zwischen New York, Las Vegas und Toronto hin und her, da er in jeder Stadt eine Wohnung besitzt.

Sonntags fliegt er gerne nach Toronto, um von dort aus die Sunday Majors zu spielen: “Jedes Mal treffe ich einige bekannte Spieler wie z.B. Joe Cada im Flugzeug.”

Im Sommer ist Victor drei Monate lang in Las Vegas. Er liebt die Stadt über alles: “Die Energie, die Sonne und natürlich die WSOP, es ist einfach großartig.”

Kein schlechtes Leben, oder was meint ihr? Aber nicht alles ist eitel Sonnenschein für Victor. Sein Sohn leidet unter einer unheilbaren Krankheit mit dem Namen “Cluster-Kopschmerz“.

“Die Kopfschmerzen fangen vormittags an und können über mehrere Stunden anhalten. Danach ist er dann so erschöpft, dass er gar nichts mehr machen kann. Das Ganze nahm solche Ausmaße an, dass er zwei Jahre lang nicht zur Schule gehen konnte.”

In den letzten Monaten hat sich Ramdin eine Auszeit vom Pokern genommen, um für seinen Sohn dazusein, dem es mittlerweile wieder besser geht.

“Er hat mir gesagt, du hast alles getan was du tun konntest, nun mach wieder das, was dir Spaß macht. Er hat mir also die Erlaubnis gegeben zu gehen”, freut sich Victor.

“Ich mag Europa aus drei Gründen: Wegen dem Essen, dem Wetter und weil es hier noch einige Spieler gibt, die keine Pros sind.”

Victor sollte sich mal den Global Poker Index, die inoffizielle Weltrangliste, anschauen, dann würde er merken, dass die Spitze inzwischen hauptsächlich von europäischen Spielern dominiert wird...

Spieler mit Herz

In letzter Zeit hart man immer mehr darüber, dass sich Pokerspieler wohltätig engagieren. Es scheint so als würden sie nach einem Lebensinhalt suchen, den ihnen Poker nicht geben kann.

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Victor besucht die Kinder seines Hilfprojekts.

“Ich würde mir wünschen, dass sich jeder engagiert. Ich möchte Menschen helfen, deren Leben in Gefahr ist.”

Das Leben ist mehr als nur Poker und Ramdin engagiert sich schon seit vielen in einem Hilfsprojekt für Kinder mit Herzproblemen.

Und damit ist er nicht allein: “Phil Ivey, Erik Seidel, Michael Binger, Nick Binger, und besonders Barry Greenstein unterstützen mich seit Jahren. Und dann gibt es da noch ein paar die nicht namentlich genannt werden wollen.

Wir sammeln die Rechnungen der Operationen und zeigen sie möglichen Spendern, damit sie sehen, wohin das Geld geht.

Das scheint den meisten lieber zu sein, wenn sie wissen, was mit ihrem geld passiert und dass es auch wirklich bei den Hilfsbedürftigen ankommt.“

Das Genie Phil Hellmuth

Selbst jemand, der schon so viel erreicht hat wie Victor hat immer noch Spieler, die er bewundert.

“Phil Hellmuth ist mein Idol. Er kann dich wie kein anderer beeinflussen und bringt schwache Spieler dazu noch schlechter zu spielen. Er bringt dich dazu schlechte Entscheidungen zu treffen.

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Ramdin hält Phil Hellmuth für ein Genie.

Unabhängig davon wie groß das Feld ist, Hellmuth findet einen Weg sich da durchzukämpfen.

Ich mag auch andere Spieler wie beispielsweise Daniel Negreanu, aber die Anzahl der Bracelets zeigt einfach, dass Phil Hellmuth ein absolutes Genie ist.”

Und wer ist der Favorit hier in Sanremo?

“Da möchte ich mich nicht festlegen, aber ich glaube, dass ein Franzose gewinnen wird. Die Franzosen haben momentan einen Lauf.”

 

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