Ideal: Online-Poker und eine unbestechliche Regierung

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Männer sind nicht erfolgreicher, wenn man die Relationen beachtet.

Vanessa Selbst über Genderprobleme, Korruption und Familienplanung.

In der Pokerszene ist Vanessa selbst eine Besonderheit. Sie ist die erfolgreichste Spielerin, di e es gibt, lebt offen homosexuell und ist frisch verheiratet.

Dafür gebührt ihr eine Menge Respekt, aber ihre Person sorgt auch immer wieder für Kontroversen. Neid und Missgunst sind ihr nicht unbekannt, und die Gründe dafür sind tief in der Gesellschaft verwurzelt.

PZ: Warum sind Männer so viel erfolgreicher als Frauen in Spielen, die für beide Geschlechte offen sind und nicht durch Physis bestimmt werden?

VS: Sie sind nicht wirklich erfolgreicher, wenn man die Verhältnisse betrachtet.

Das Problem ist, das Frauen in unserer Gesellschaft nicht konkurrenzbetont sein dürfen. Wenn sie es trotzdem sind, wird das negativ gewertet, sie gelten als zänkisch, als unangepasst und unattraktiv.

Deswegen wird Konkurrenz bei Frauen grundsätzlich unterdrückt. Im Geschäftsleben ist es genau dasselbe.

Ehrgeizige Frauen sind furchtbare Zicken, aber wenn ein Mann sich exakt genauso verhält, freuen sich alle darüber, wie zielorientiert und erfolgreich er ist.

Poker ist ein extrem konkurrenzbetontes Spiel, und Frauen werden einfach nicht von Kind an so erzogen, dass sie die entsprechenden Qualitäten haben.

Heutzutage ändert sich das ein bisschen, aber mehr auch nicht. Man muss sich doch nur mal ansehen, wie viel Hass und Abscheu Hillary Clinton entgegengeschlagen ist, als sie kandidiert hat.

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Selbst Hochzeit - irgendwann schon.

Es ging nur noch darum, wie hässlich sie ist und dass sie ein Mannweib sei usw., und das alles nur, weil sie Macht besitzt und erfolgreich ist. Dafür wird sie einfach nicht respektiert.

PZ: Dabei spielt das Aussehen dabei doch gar keine Rolle.

VS: Eben. Aber es geht immer nur um das Äußerliche, wenn über Frauen geredet wird. Das ist in der Politik so, und das ist auch in jedem Thread auf 2+2 so.

Ich finde es beschämend, dass das Aussehen so wichtig genommen wird. Selbst wenn man Pokerprofi wird, ändert sich das nicht.

Vielmehr wird man weiter dazu angehalten, möglichst attraktiv zu wirken, damit man einen lukrativen Sponsorenvertrag bekommt, und selbst wenn man ihn bekommt, scheint es wichtiger zu sein, wie man aussieht, als was man tut.

Hinzu kommt die kulturelle Komponente, zumindest wenn es um Poker geht. Das war im Wilden Westen eben das Spiel, das die Männer bei Whisky und Zigarren gespielt haben, während die Frauen mit Kochen und Nähen beschäftigt waren.

Zumindest teilweise ist das ein Grund, warum Poker heute noch als Männerspiel gilt.

PZ: Möchtest du eine Familie gründen?

VS: Ja, irgendwann schon.

PZ: Viele Pokerspieler leiden unter der ständigen Trennung von ihren Familien.

VS: Meine Frau ist ziemlich verständnisvoll, was das betrifft. Als wir uns 2009 kennengelernt haben, war ich noch Jurastudentin, habe aber schon gespielt.

Sie hat das natürlich irgendwann mitbekommen, und sie weiß, wie wichtig mir das ist. Sie würde niemals versuchen, mir das wegzunehmen.

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Die Regierung ist korrupt.

Andererseits ist es natürlich schwierig, eine Familie zu haben, wenn man viel unterwegs ist.

Ich habe in diesem Jahr zum Beispiel die WSOP Europe und die WPT Paris ausgelassen, außerdem Florida.

Teilweise lag das natürlich daran, dass ich geheiratet habe, und ich glaube, meine Frau wäre ziemlich ungehalten gewesen, wenn ich die Hochzeit wegen Poker verschoben hätte.

Bisher habe ich die Balance ganz gut halten können. Mal sehen, wie lange es gut geht.

PZ: Anderes Thema. Regulierung, gut oder schlecht für Poker?

VS: Im Moment wäre jede Form von Regulierung besser als überhaupt keine. Im besten Fall wäre es eine Regulierung mit niedrigen Steuern.

Leider ist die Regierung korrupt.  In einer idealen Welt mit einer unbestechlichen  Regierung wäre geregelter, niedrig besteuerter Online-Poker die ideale Möglichkeit, die Szene zu kontrollieren und Korruption zu verhindern.

Dann würde es auch nicht zu Vorkommnissen wie bei Full Tilt Poker kommen, bevor das Unternehmen von PokerStars übernommen wurde.

Vorerst müssen wir aber damit zufrieden sein, wenn Poker überhaupt wiederkommt. Alles ist besser als gar kein Poker.

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