Obama, Romney und Co. – Was wird aus Online-Poker?

obama cards
Präsident Obama hat zwar Poker gespielt, aber nicht inhaliert.

Vor den Präsidentschaftswahlen in den USA: Wie die Kandidaten zu Online-Poker stehen.

Am 6. November finden in den Vereinigten Staaten von Amerika Präsidentschaftswahlen statt. Der Demokrat Barack Obama wird dann gegen einen Gegner aus den Reihen der republikanischen Partei antreten. Dieser wird in den gerade stattfindenden Vorausscheidungen gewählt.

Noch im Rennen: der gemäßigte konservative Ex-Gouverneur von Massachusetts Mitt Romney, der politische Hardliner Newt Gingrich, der ultrakonservative Außenseiter Rick Santorum und sein libertärer Counterpart Ron Paul. Alle haben eine Meinung zum Thema „Legalisierung und Regulierung des US-Internet-Poker Marktes“. Und weil am Ende der US-Präsident mit seinem Veto-Recht die Verabschiedung eines Gesetzes verhindern kann, ist seine persönliche Haltung gegenüber einem bestimmten politischen Thema von entscheidender Bedeutung.

Grundsätzlich gibt es bezüglich einer anstehenden Legalisierung des US Online-Poker Marktes momentan sowohl optimistische als auch pessimistische Blicke in die Zukunft. Die wohl gewichtigste News diesbezüglich betraf die Pensionierung des Kongress-Abgeordneten Barney Frank, einem der charismatischsten Verfechter einer Legalisierung und Regulierung von Internet-Poker in den USA. Damit könnte die so genannte Barton Bill, ein Gesetzesentwurf zu diesem Thema, von der Tagesordnung in Senat und Repräsentantenhaus verschwinden.

Und obwohl die Legalisierung von Online-Poker nicht gerade das Haupt-Thema der US-Wähler ist, wird ein Entwurf, sobald er Senat und Repräsentantenhaus passiert hat, definitiv auf dem Tisch des dann gewählten Präsidenten landen.

Die Zukunft von Online-Poker hängt also entscheidend davon ab, wer die Wahl gewinnt.

Sehen wir uns die Haltungen der einzelnen Kandidaten also mal im Überblick an.

Barack Obama

Zuerst ein Blick auf den momentanen Präsidenten Barack Obama, logischerweise der Kandidat der Demokraten. Vor der Wahl 2008 hat er klar gesagt, er sei grundsätzlich  für die Legalisierung und Regulierung von Online-Poker in den USA und werde eine Studie unterstützen, die sich mit der den Möglichkeiten und der Durchführbarkeit der Regulierung von Online-Glücksspiel in den USA beschäftigt.

Seit die Barton Bill nun langsam ihren Weg zum Schreibtisch des Präsidenten nimmt, wo aber bereits andere, wichtigere Probleme warten, ist es kein Wunder, dass schon lange nichts Neues mehr zum Thema Online-Poker verlautete.

Da Obama selbst Poker spielt, werden moralische Fragen bezüglich seiner Entscheidung keine Rolle spielen. Vielmehr wird es um die Sicherheit der Verbraucher und den möglichen ökonomischen Impact der Barton Bill gehen.

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Bisher der einzige republikanische Kandidat für Pokerspieler.

Ron Paul

Der Luftwaffenarzt und Amerikas bekanntester Libertärer hat die wohl liberalste Einstellung zu einer Legalisierung von Online Poker. Er vertritt kaum eine klassische republikanische Einstellung zu dem Thema und ist sogar einer der 26 Co-Sponsoren der Barton Bill.

Rick Santorum

Komplett anders sieht das der ultrakonservative Außenseiter und Senator aus Pennsylvania Rick Santorum. Von ihm werden alle Tendenzen bekämpft, die nur leicht Richtung einer Liberalisierung, Legalisierung oder Regulierung des Online-Poker Marktes zeigen.

Newt Gingrich

Der frühere Sprecher des Repräsentantenhauses wird wohl auch eher gegen eine Legalisierung und Regulierung des Online-Gambling auftreten. Doch weniger aus moralischen oder sozialen Gründen, sondern eher aus politischen.

Casino Mogul Sheldon Adelson –immer wieder mit Korruptionsvorwürfen konfrontiert und ein fast schon militanter Gegner einer Legalisierung des Online-Poker-Marktes ist – ist ein alter Freund Gingrich`s und unterstützte dessen Wahl-Kampagne mit insgesamt 10 Millionen Dollar.

Sollte Gingrich tatsächlich die republikanischen Vorwahlen und später die Präsidentschaftswahlen gewinnen, wird er sich seinem Freund aus Las Vegas gegenüber wohl erkenntlich zeigen.

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Obamas Gegner: Santorum, Gingrich, Romney, Paul (v. l.).

Mitt Romney

Die Online-Legalisierungs-Wild Card der republikanischen Kandidaten ist zweifellos der frühere Gouverneur von Massachusetts Mitt Romney. Romney, dem bezüglich der republikanischen Vorwahlen mittlerweile die besten Chancen eingeräumt werden, ist zwar Mormone aber dem Gambling wohl grundsätzlich nicht abgeneigt.

In einer TV-Debatte bot er seinem nicht mehr aktiven Konkurrenten, Texas-Gouverneur Rick Perry eine $10.000-Wette an. Bezüglich einer Legalisierung des Online-Poker gab sich Romney lange Zeit bedeckt. Die einflussreichen Zeitungen in den USA waren sich in ihrer Einschätzung Romneys trotzdem sicher: Auch Romney unterstützt keinerlei Ideen, die sich mit einer Legalisierung des US-Online-Poker-Marktes beschäftigen.

Er habe immer wieder betont, dass er aufgrund der Suchtgefahr und der damit einhergehenden sozialen Kosten gegen eine solche Entwicklung ist. Mittlerweile hat sich aber der Direktor der Poker Players Alliance (PPA) John Pappas in die Debatte eingeschaltet und erklärt Mitt Romney sei bezüglich seiner Gründe völlig falsch: „Gerade eine Regulierung des Online-Marktes wird für einen besseren Verbraucherschutz auch vor Suchtgefahren sorgen. So wie die momentane Gesetzeslage und der allgemeine Status Quo ist, gibt es gar keinen Schutz sondern nur Verbote.“ Die PPA hat dazu aufgefordert, sich per Twitter und Facebook zu den Haltungen der einzelnen Kandidaten zu äußern.

Fazit:

Das einzige klare Statement für eine Legalisierung von Online-Poker in den USA kommt von Ron Paul. Da dem Texaner jedoch kaum Chancen in den Vorwahlen der Republikaner eingeräumt werden, setzen die US-Pokerspieler wohl am ehesten auf Präsident Barak Obama. Zwar hat sich seine Administration seit Monaten nicht zu dem Thema geäußert, dafür sind die Statements seiner potentiellen Wahlgegner Romney, Gingrich und Santorum umso deutlicher. 

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Tobias 2012-03-07 11:41:06

Obama steht eher für einen liberalen Markt als die Republikaner im Moment. Es ist zwar etwas kurios aber damit haben die USA wirklich keine Partei links der Mitte mehr zur Auswahl.