Poker und der Präsident – Was passiert nach der Wahl?

romney obama

Was passiert am wichtigsten Tag des Jahres? Der Präsident der USA wird gewählt, antworten die meisten, aber unter den Pokerspielern werden viele eher an den Neustart von Full Tilt Poker denken.

Sehen wir uns drei Szenarien etwas näher an. Sie könnten uns je nach Ausgang der Wahl bevorstehen und werden die Zukunft von Poker maßgeblich beeinflussen.

Warum drei, fragen Sie? Weil es tatsächlich mehr als zwei Kandidaten für die Präsidentschaftswahl gibt. Gibt’s immer, kümmert nur keinen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, aber begrenzten Alternativen.

Wenn Barack gewählt wird

Nach der dritten und letzten Fernsehdiskussion sah es so aus, als hätte Obama das All-in von Romneys Pocket Buben lächelnd mit Pocket Königen bezahlt.

negreanu obama
Barack Obama - viele Sympathie, wenig Priorität für Poker.
 

Inzwischen ist aber klar: Es ist ein Coin Flip, A-K gegen Damen. Möglicherweise wird Romney mehr Stimmen von den Wählern bekommen, aber Obama könnte trotzdem mehr Wahlmänner um sich sammeln, denn er legt in den entscheidenden „Swing States“ vorn.

Bei den Buchmachern ist Obama 75%-iger Favorit, und falls es Sie jetzt wundert, dass man auf so etwas wirklich wetten kann, sind Sie etwas zu naiv.

Was würde es für die Pokerwelt bedeuten, wenn Obama weitere vier Jahre im Amt bleibt?

Wahrscheinlich würde sich gar nicht viel ändern. Die landesweite Legalisierung von Online-Poker bleibt in weiter Ferne.

Obama selbst hat sich bereits als Pokerfan geoutet, aber seine Verwaltung macht keinerlei Anzeichen, den „Unlawful Internet Gambling Enforcement Act“ (UIGEA), der seit 2006 den Online-Pokermarkt in den Vereinigten Staaten lähmt.

Fortschritte konnten wir hinsichtlich einer ordentlichen Besteuerung und Regulierung von Online-Poker nicht beobachten – stattdessen ging das Department of Justice mit aller Härte gegen PokerStars, Full Til und Absolute Poker vor.

Der Senator von Nevada Harrey Reid hat wie mehrere andere Politiker Gesetzentwürfe für die Regulierung vorgelegt, bis jetzt allerdings ohne Erfolg.

Derzeit ist ein weiterer Entwurf in Bearbeitung, aber es bestehen große Zweifel, ob dieser es durch den Senat schafft.

Zwar hat Obama etwas für Poker übrig, aber es steht auf seiner Prioritätenliste eben ziemlich weit unten.

Die Gambling-Branche hat ihre üblichen Unterstützungsbeiträge bezahlt – die Casinos außerhalb von Las Vegas etwas mehr – aber von einer grundlegenden Änderung der Gesetzeslage gibt er bisher keine Spur.

Wenn Romney gewählt wird

Romney müsste wohl den 2-Outer mit seinem Bubenpärchen treffen, um Präsident zu werden, aber bekanntlich passiert so etwas ja oft genug.

Mitt Romney
Mitt Romney - ausreichend Zugang zu Glücksspiel.
 

Pokerspieler haben jedenfalls wenig Grund, Romney zu wählen.

Als Mormone hat er zu Glücksspiel im Allgemeinen und Poker im Besonderen eine ziemlich eindeutige Meinung.

Bei einem seiner Wahlauftritte erklärte Romney, er sei wegen der gesellschaftlichen Konsequenzen gegen Online-Poker. Er fügte hinzu:

„Ich will den Zugang zu Online-Spielen nicht erweitern. Ich glaube, wie haben durch die ganzen Casinos und Spielbanken ausreichend Zugang zu Glücksspielen.“

In seinem Wahlkampf hat er mehrere Vorschläge von Gambling-Unternehmen abgelehnt – wobei er kein Problem damit hatte, zig Millionen Dollar von Glücksspiel-Mogul Sheldon Adelson anzunehmen – und wiederholt auf die gesellschaftlichen Probleme hingewiesen, die Gambling nach sich zieht.

Ein Präsident Romney hätte auf die Pokerbranche an sich wahrscheinlich aber keine allzu großen Auswirkungen, denn auch er hätte mit wichtigeren Problemen zu kämpfen.

Ein Fünkchen Hoffnung besteht allerdings, den Romney hat sich explizit für eine Verschlankung des Staatsapparats und für eine Stärkung der bundesstaatlichen Rechte ausgesprochen.

Das könnte es Staaten wie Nevada und Kaliforniern ermöglichen, ihre Pokerpläne doch irgendwann umzusetzen.

Ermutigt durch die kürzlich ergangene Entscheidung des Department of Justice, dass der „Wire Act“ sich nur auf das Angebot von Sportwetten bezieht, planen einige Staaten nun regionale Gesetze, die ihnen erlauben, zumindest den dort wohnhaften Bürgern Online-Poker anzubieten.

Hier liegen in den kommenden vier Jahren die größten Chancen für Online-Poker: in den Bundesstaaten. Tatsächlich könnte Romney der Kandidat sein, der den Staaten für ihre Vorhaben eher grünes Licht gibt als Obama.

Wenn Johnson gewählt wird

Ja, es gibt noch einen weiteren Kandidaten. Den Libertarier Gary Johnson, aber wie so oft ist die Stimme der Vernunft schon auf dem Flop drawing dead.

Gary Johnson
Gary Johnson, die ungehörte Stimme der Vernunft.
 

Eigentlich sogar schon pre, denn die Amerikaner ignorieren mit gnadenloser Konsequenz jeden Kandidaten, der nicht den Republikanern oder Demokraten angehört.

Johnson ist der einzige Kandidat, der sich der Poker-Community tatsächlich zugewandt und die Legalisierung und Besteuerung von Online-Poker in sein Wahlprogamm aufgenommen hat.

Bei den Pokerspielern ist Johnson entsprechend beliebt, im Forum von 2+2 wurde das mehrfach deutlich, aber seine besten Chancen hat er derzeit im Staat Colorado, wo er mit seinem Vorstoß für die Legalisierung von Marihuana vielleicht 2-3% der Stimmen erreichen kann.

Falls diese 2-3% nicht vergessen zu wählen.


 

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