UB-Tapes veröffentlicht – Hellmuth nimmt Stellung

Phil Hellmuth
Einstiges Zugpferd von UB - Phil Hellmuth.

Bandaufnahmen von Gesprächen hochrangiger UB-Managersorgt für Wirbel. Wussten Annie Duke und Phil Hellmuth von dem Betrug bei Ultimate Bet?

Die Bänder waren am Wochenende aufgetaucht.

Auf den fünf Jahre alten Aufnahmen ist zu hören, wie sich der damalige Chef Russ Hamilton und mehrere Manager sowie Mitglieder der Rechtsabteilung über das Ausmaß ihres Betrugs unterhalten und darüber diskutieren, wie man ihn verschleiern könne.

Veröffentlicht wurden die Aufzeichnungen am Freitag Abend von Travis Makar, dem früheren Computerspezialisten bei Ultimate Bet.

Russ Hamilton spricht während des aufgezeichneten Treffens ungeniert darüber, Superuser-Accounts zu benutzen, um Spielern Geld zu stehlen.

Er gibt an, dass er nicht die Absicht habe, den Spielern das Geld zurückzuzahlen, aber einen Großteil davon verwenden zu wollen, um andere Spieler auszuzahlen und die Werbemaßnahmen des Unternehmens zu finanzieren.

Anwesend waren bei dem Treffen mehrere Mitglieder des UB-Managements, darunter auch Greg Pierson, der sich darüber ausließ, wie man die Rufschädigung des Unternehmens in Grenzen halten und die Rückzahlungen auf unter fünf Millionen Dollar drücken könnte.

negreanu duke
Annie Duke - nur zum Kommentieren?

Letztlich musste das Unternehmen 20 Mio. Dollar an betrogene Spieler zurückzahlen.

Duke und Hellmuth namentlich genannt

Die Namen der gesponserten Profis Phil Hellmuth und Annie Duke – damals die bekanntesten Gesichter und Zugpferde von Ultimate Bet Poker – werden im Verlauf der Aufnahme ebenfalls genannt.

Hamilton erwähnt, dass Annie Duke den „God Mode“ benutzen und damit die Karten der Spieler sehen konnte, allerdings nur mit 15-minütiger Zeitverschiebung.

Duke reagierte darauf über Twitter und erklärte, sie habe die Funktion dafür genutzt, um UB-Turniere kommentieren zu können, was damals übliche Praxis gewesen sei.



Phil Hellmuth wurde in dem Gespräch nicht persönlich mit dem Betrug in Verbindung gebracht. Vielmehr wurde er sogar als Bedrohung für die Vertuschung des Betrugs bezeichnet.

Die Gesprächsteilnehmer legten sich eine Strategie zurecht, um Hellmuth im Unklaren zu lassen.

Hellmuth reagierte auf die Veröffentlichung mit einem Statement, das er durch Brian Balsbaugh veröffentlichen ließ. Auszüge:

phil hellmuth looking up
Phil Hellmuth - absichtlich im Unklaren gelassen.

„Ich verdiene meinen Lebensunterhalt damit, sowohl Pokerspieler am Tisch als auch Interessenvertreter im Geschäftsleben zu durchschauen. Dank meines ausgeprägten Bauchgefühls bin ich sehr erfolgreich, habe großartige Dinge erlebt und konnte mir einen wunderbaren Freundeskreis aufbauen.

Unglücklicherweise hat mich mein Instinkt vollständig im Stich gelassen, was die Gründer der heute nicht mehr existenten Onlinepoker-Seite Ultimate Bet betrifft.

Ich habe ihnen vertraut und geglaubt, dass es sich um ein fähiges Team handelt, das ein erstklassiges Produkt anbietet und ein funktionierendes Unternehmen aufbaut.

Vor allem aber habe ich mich davon überzeugen lassen, dass sie ehrlich und aufrichtig waren. Niemals habe ich mich in meinem ganzen Leben  so sehr geirrt.

Als mir der Betrugsskandal bewusst wurde, habe ich sofort darauf gedrungen, dass alle geschädigten Spieler ausgezahlt und die Verantwortlichen aus dem Unternehmen entfernt werden.

Ich wurde damals Glauben gemacht, dass ich – sollte ich mich zurückziehen - dem Anbieter soviel Schaden zufügen könnte, dass viele Spieler wahrscheinlich erst später oder gar nicht ausgezahlt würden.

Daher traf ich die Entscheidung, der Führung von Ultimate Bet zu glauben. Ich blieb in der Hoffnung, dass alle betrogenen Spieler entschädigt werden.

Zu hören, wie das Managemenet aktiv versuchte, mich zu täuschen und im Unklaren zu lassen, widert mich an und macht mich wütend.

Ich hätte mich schon längst dazu äußern sollen, aber erst als ich die Stimmen persönlich gehört habe, wurde mir klar, wie sehr ich mich getüuscht hatte.“

Die vollständige Erklärung ist inzwischen auch im 2+2-Forum verfügbar.

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