TV Total Pokerstars.de Nacht: Heads-Up der Erzfeinde

Die Teilnehmer

Gestern Abend kam es bei der TV Total Pokerstars.de Nacht zum Duell der Giganten. Stefan Raab traf im Heads-Up auf seinen Ex-Praktikanten Elton. Letzterer ließ Raab keine Chance und schraubt seine Gewinne aus dem TV-Format damit auf unglaubliche €730.000.

Poker für Masochisten und Chauvinisten. Kommentator Michael Körner und die immer souveränere Moderatorin Natalie Hof fanden deutliche Worte für dieses oftmals nahe der Schmerzgrenze stattfindende Workout am Pokertisch.

Verantwortlich hierfür waren alle Teilnehmer, besonders jedoch die Fernsehmoderatorin, Schauspielerin und Model Collien Ulmen-Fernandes (32).

In einem über weite Strecken gähnend langweiligen, weil ultratighten Event kam es zum Heads-Up zwischen dem "Magier" Raab und seinem längst flügge gewordenen Ex-Zauberlehrling Elton.

Letzterer hatte bislang in 34 Pokernächten eine Wildcard und sahnte bei diesen Veranstaltungen insgesamt €680.00,00 ab. Mehr als Peanuts, oder?

Aber gehen wir chronologisch vor. Michael Körner war als einziger Protagonist nicht in schwarz gekleidet.

Natalie Hof, die erst vor wenigen Tagen das €300 Ladies Event bei der EPT in Wien gewonnen hatte, glänzte rhetorisch und durch eine neue Frisur, einem einseitig geflochtenen Pferdeschwanz.

So ganz nebenbei erfuhr der Zuschauer, dass sie gerne nach Mitternacht noch kocht und von ihrer Mutter die Anweisung erhielt, im Fernsehen keine schlimmen Wörter zu sagen. Dealerin Steffi zeigte ein großes Tattoo auf der Innenseite ihres rechten Unterarms.

Einig war sich das Kommentatoren-Duo hinsichtlich Colliens Spielweise. Körner: "Das ist richtig schlechtes Poker. Das sagt man nie, dass sie denkt, er würde bluffen. Sehr, sehr schlecht."

Als SIE zum wiederholten Mal ein Ass foldete: "Das bereitet mir körperliche Schmerzen." "Das ist Verarschung. Wenn SIE das Turnier heute gewinnt, ist es das Wunder von Köln, nicht das von Bern." Und Natalies Kommentar: "Und ich möchte nach Hause". "Das ist nicht passiv, das ist Spielverweigerung!"

SIE, Collien, die bereits zum zweiten Mal zu Gast in der Pokershow war, war auch echt die Härte. In jeder Hand nahm SIE ihre Karten vom Tisch, lehnte sich auf ihrem Stuhl wie eine Akrobatin sehr weit nach hinten und hielt sich die Karten direkt vor die Augen.

Collien Fernandes
Collien Fernandes hatte eine sehr eigenwilige Art und Weise die Karten anzuschauen.

Niemals, ohne direkt in die Kamera zu schauen. Da müssen Augentropfen oder Schlimmeres im Spiel gewesen sein, wie sonst ließen sich die geweiteten und feucht glänzenden Augen erklären? Plumpe Bemerkungen wie: "Ich mache ja Werbung für McDonalds, da lade ich euch mal zum Hamburger ein" oder "Heute Mittag habe ich belegte Brote gegessen" waren vergleichsweise harmlos.

Richtig nervig waren das endlose Zeitspiel gepaart mit eklatanter Entscheidungsschwäche. Die Körperhaltung war ebenfalls aussagekräftig. Mal guckte ihr Kopf nur knapp über die Tischkante, mal schaute sie wie ein verängstigtes Reh oder ein Kaninchen, das wie hypnotisiert vor einer Schlange sitzt, oder glich einem verschreckten Frettchen. Angst essen Seele auf.

Im Chipcount recht früh ganz hinten, gewann SIE zwei große Pötte mit 19.200 und 13.300 und schaffte es so, nicht als Erste auszuscheiden.

Stattdessen traf es Eko Fresh (30). Der deutsche Rapper türkischer Abstammung "König von Deutschland", "Ich bin jung und brauche das Geld" machte einen sympathischen Eindruck.

Er hat in seiner Karriere schon viel erlebt. 2005 wurde er bei einem Auftritt in Berlin-Kreuzberg von einer geworfenen Flasche verletzt, im selben Jahr in Bielefeld mit einem Lungenriss ins Krankenhaus eingeliefert.

Kokettierend mit seinen Wurzeln versuchte Eko, seinen Mitspielern die türkischen Worte für "Fressen, fressen und nicht scheißen" beizubringen. Für seine nächste Filmrolle in "Drei Türken und ein Baby" lasse er sich die Haare wachsen. Bei Blinds von 400/800 traf es Eko als Ersten, und er musste mit leeren Taschen hinter die Kulissen. Short ging er mit A-3 All-In gegen Eltons Pocket Sechsen, die zum Set wurden. 6-J-2 - 4 - 7.

Als nächsten erwischte es den Online-Qualifikanten, einen 39-jährigen Schornsteinfeger aus Düsseldorf. Selbstbewusst und deutlich aggressiver als die meisten seiner Vorgänger.

Mit A-Qs pushte er All-In gegen die Pocket Jacks von Raab, der für seine Verhältnisse gut spielte. Vielleicht brachte ihm auch der Jeton Glück, den er sich mit Spuke auf die Stirn geklebt hatte. Das Board versagte dem Gewinner des Qualifikations-Marathons mit 6-7-A - 2 -5 einen Treffer. So reichte es nach dem verlorenen Coinflip nur zu €5.000.

Das Aus für den Online Qualifikanten
Das Aus für den Online-Qualifikanten.

Daniel Aminati (40) ist ein sportlicher Typ, der es fast zum Fußball-Profi gebracht hätte. Aber auch als Model, Sänger, Schauspieler und Moderator machte er Karriere. Den meisten Zuschauern ist er wohl als Moderator der Sendungen "Galileo" und "taff" bekannt.

Als Poker-Novize genießt er Welpenschutz (Körner) und schlägt sich wacker. Introvertiert, gutaussehend, richtig nett. Für sein finales All-In suchte er sich allerdings den falschen Spot aus. Mit KoJack liegt er weit hinten gegen Eltons A-K. 6-7-A - 2 - 5. Und tschüss.

Jetzt sind noch der Gastgeber, der mit aggressiver Spielweise die Passivität der Anderen ausnutzt und jede Menge Blinds (1500/3000) klaut und SIE, die dem Teufel schon zweimal von der Schippe gesprungen war, sowie Elton im Rennen.

Der Oldie hatte einen Bruch in seinem Spiel, schaltete irgendwann in den Energiesparmodus zurück und sagt über sein Spiel selbst: "Ich mach' das jetzt wie die Merkel, ich sitz' das einfach aus."

SIE wird dann von seinem Ex-Chef eliminiert. Mit A-4 gegen Q-5 gewinnt die High Card. SIE ist über das Ausscheiden vermutlich ebenso glücklich wie die Beteiligten im Studio und die meisten Fernsehzuschauer.

Das Heads-Up ist "El Classico". Der Meister gegen seinen Ex-Praktikanten. Zwei Rivalen, Erzfeinde, Kontrahenten, die sich sogar körperlich miteinander anlegen (Stockcarrennen).

Elton führt mit 35.300 in Chips gegen 24.700. Bereits in der zweiten Hand des Heads-Ups fällt die Entscheidung. Stefans A-7 All-In gegen Eltons A-8. Der Flop geht auf. 7-8-T. Beide schreien zeitgleich "Ja" und bringen damit ihre Freude über den jeweiligen Treffer zum Ausdruck. Millisekunden oder gefühlte Stunden später realisiert Raab, dass Elton den besseren Treffer hat und schreit genau so laut "Scheiße!" Turn (6) und River (8) ändern nichts.

Die entscheidende Hand
Die entscheidende Hand.

Elton hat in seiner 35. Pokernacht (zweimal fehlte er) seinen 9. Sieg gelandet. Er gewinnt erneut €50.000 und steigert seinen Gesamtgewinn aus diesem Fernsehformat auf unglaubliche €730.000. Da muss eine Oma lange für stricken.

Ist es richtig, dass er eine permanente Wildcard besitzt? Was macht er mit der Kohle? Verprasst er sie oder spendet er sie über seine Stiftung an Bedürftige? Muss er die Gewinne versteuern? Mein Kollege hat diese Fragen bereits recherchiert. Die Antworten findet ihr hier.

Die Payouts:

  • € 50.000 Elton
  • € 20.000 Stefan Raab
  • € 15.000 Collien Ulmen-Fernandes
  • € 10.000 Daniel Aminati
  • €  5.000 Online-Qualifikant
  • €        0 Eko Fresh

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