TV Total Pokernacht – Tilt-Massaker und Poker ist wie Bumsen

Die strahlende Siegerin Ruth Moschner

Die 39. TV Total Pokernacht war eine der besten. Von Beginn an ging es heftig zur Sache. Von Monkey Tilt über einen Kurzschluss im Kopf bis hin zu überdimensionalen Open Raises war alles dabei. Außerdem erfuhr man, warum Poker wie Sex ist. Mit viel Anfängerglück setzte sich Ruth Moschner letztendlich im Heads-Up gegen den soliden Online-Qualifikanten durch und gewann €50.000.

Grandiose Gäste

Das Lineup war dieses mal sehr gut gewählt und so durfte die bezaubernde Natalie Hof zu Beginn neben dem Gastgeben Stefan Raab, Rapper MC Fitti, Thore Schölermann, Kult-Comedian Matze Knop, den Online-Qualifikanten Nils und Busenwunder Ruth Moschner begrüßen.

Besetzung 39. TV Total Pokernacht
So sah die Besetzung der 39. TV Total Pokernacht aus.

Der Mix stimmte, denn Trash Talker MC Fitti, traf auf Spaßkanone Matze Knop, der vielen wohl besser in seiner Paraderolle als Franz Beckenbauer bekannt ist.

Dazu kamen der total übermotivierte Thore Schölermann und Ruth Moschner, die zunächst in erster Linie mit ihren zwei guten Argumenten glänzte.

Der Thore Schölermann Tilt

Die Nervosität war allen Gästen zu Beginn deutlich anzumerken. Während sich dies bei den meisten in erhöhter Redebereitschaft widerspigelte, schlug das Ganze beim Moderator von „The Voice of Germany“, Thore Schölermann, in eine unkontrollierbare Bluffsucht um.

Schon in einer der ersten Hände schenkte er dem Online-Qualifikanten 70% seines Stacks als er auf einem Board von 7 A T K J mit der sagenhaften Hand 3 8 drei Barrels gefeuert hatte. Von der Idee her eigentlich gar nicht so schlecht, da sich das Board sehr gur für einen Bluff eignet, nur blöd, dass Nils mit A Q die Straße hielt und diese natürlich auch nicht foldete.

Thore Schölermann
Thore Schölermann wurde Opfer seiner Emotionen.

Wohl noch komplett unter Schock wude er anschließend Opfer seiner Emotionen. Mit Pocket Queens hatte er preflop nur gecallt und ließ damit den Online-Qualifikanten mit 9 6 in den Pot.

Der Flop brachte A 7 3 BOOM! Nils floppte den Flush und spielte auch direkt von vorne an. Dass mit dem Ass eine Overcard lag und ein Flush möglich war schien Thore entweder nicht zu interessieren oder er verstand das Spiel einfach nicht. Als dann Stefan Raab ein : „Der blufft ganz sicher nur“ von sich gab, war es um Thore endgültig geschehen. Am Turn 3 ging er All-in. Call!

Als Thore mithilfe der anderen am Tisch mitbekam, dass es sehr schlecht für ihn aussieht zog er sich seinen Stuhl über den Kopf und rief: „Ich wollte so gerne zocken!“

Der River 6 besiegelte sein Schicksal. Ein Tiltmassaker wie es im Buche steht, denn Thore spielte gerade mal zwei Hände! Beim Interview in der Lousers Lounge kam nur noch ein kleinlautes: „Ich wollt doch nur zocken“, und er war verschwunden.

Matze Knop lässt sich anstecken

Doch die Gefahr des Tiltvirus war noch nicht gebannt. Im Gegenteil auch Matze Knop war infiziert. Vor dem Flop raiste er mit der grandiosen Starthand 9 5 auf 900. Stefan Raab wachte dahinter mit Pocket Kings auf und machte ein Minraise.

Matze Knop
Ebenfalls vom Tiltvirus befallen: Kult-Comedian Matze Knop.

Trotz der Warnung von Raab: „Du läufst in dein Unglück. Mach nicht, nicht, nicht“ griff Matze sofort zu den Chips mit den Worten: „Ich geh noch drüber 3.000!“

Der Flop fatal brachte 3 7 9 und nun gab es kein Entrinnen mehr. „ Ich geh All-In“ annoncierte der Kult-Kaiser und eigentlich hätte sich Raab denken müssen: „Ja, is' denn heut' scho' Weihnachten?“

Aber das war nicht der Fall und „das Pokerass von Pro7“ überlegte fast zwei Minuten bis er endlich callte und Knop nach Turn T und River Q an die Rails schickte.

Poker ist wie Bumsen und der Kurzschluss im Kopf

Der Berliner Rapper MC Fitti sorgte für den Spruch des Abends: „Poker ist wie Bumsen, es kommt auf die Position an.“

Damit brachte er die Moderatorin Natalie Hof so durcheinander, dass sie kurzzeitig die Fassung verlor. Nachdem sie sich wieder gefangen hatte folgte als Erklärung: „Ich komm doch vom Land.“

MC Fitti
Rapper MC Fitti hatte das beste Pokerface und sorgte für den Spruch des Abends.

Nicht nur mit seinen Sprüchen und dem besten Pokerface überzeugte Fitti, sondern zunächst auch mit seinem Spiel. Man war fast schon gewillt diese als solide zu bezeichnen, bis, ja bis es zu folgender Hand kam: Nach hefiger Action vor dem Flop legte die Dealerin 9 4 4 in die Mitte, woraufhin Ruth mit A 9 folgerichtig All-In annoncierte.

Fitti schien mit der ganzen Suituation sichtlich überfodert. Die Verwirrung resultierte in einem absolut sinnlosen Call und nach dem Turn 6 war er schon drawing dead.

Moderatorin Natalie Hof brachte es mit einem: „Kurzschluss im Kopf“ auf den Punkt. Auf Nachfrage sagte Fitti „Ich hab gerade an was anderes gedacht.“

Trotz dieses Fehlers war es insgesamt ein guter Auftritt des Berliners und er brachte die nötige Würze ins Spiel.

Ruth bustet Raab

Dies kann man von Stefan Raab nicht behaupten, denn wieder einmal fiel er in erster Linie durch Ignoranz auf: „Pokerliteratur ist nichts für mich, die brauche ich eh nicht. Ich kenne das Spiel schon seitdem ich ein Kind bin.“

Stefan Raab Ruth Moschner
Ruth Moschner schickte Stefan Raab in die Loosers Lounge.

Sehr bedenklich, wenn man das Spiel nach so langer Zeit und nun schon 39. Pokernächten immer noch nicht wirklich versteht und sich über den ihm unbekannten Begriff Pot Odds minutenlang lustg machen muss.

Ruth war zuvor in erster Linie mit ihren zwei guten Argumenten und durch überdimensionale Erhöhungen aufgefallen. Bei Blinds von 400/800 war ihr Standard-Raise 5.000!

So auch dieses Mal wieder, was für Raab, der short war, schon praktisch All-In bedeutete. Er pushte mit 8.900 All-in und die klare Chipleaderin bezahlte den Rest. Das Board 8 3 J 7 5 brachte Moschner die Straight und Stefan musste sich mit Platz 3 begnügen.

Ruth Moschner gewinnt nach spannendem Heads-Up

Zu Beginn des Heads-Ups hatte Ruth damit schon eine deutliche Führung von fast 3 zu 1, doch Nils steckte nicht auf und konnte mit A 5 gegen 6 6 glücklich verdoppeln, als das Board zwei Fünfen brachte.

Danach waren die Chipstände wieder ausgeglichen. Die Vorentscheidung fiel als Nils preflop mit J 5 erhöhte und Ruth mit Q Q nur callte. Auf einem Board von T 3 8 gingen die Chips nach dem Jh in die Mitte. Der River 8 änderte nichts und Nils blieben nur noch wenige Chips.

Die entscheidende Hand
Die entscheidende Hand.

Diese investierte er wenig später mit A T und Ruth callte mit K 7. Nach dem Flop 4 J 6 sah noch alles gut aus für den Online-Qualifikanten, doch das änderte sich schlagartig nach dem K am Turn. Der River 5 war bedeutungslos und Ruth Moschner gewann sensationell die 39. TV Total Pokernacht und 50.000 Euro Siegprämie.

Sehr schade für Nils, denn er war der beste Spieler am Tisch, dennoch hat es am Ende für den Online-Qualifikanten wieder nicht gereicht.

Ruth Moschner bekam die mit Abstand besten Karten und traf auch sehr gut. Dennoch muss man das gerade als Anfänger erstmal zu nutzen wissen und ist dies nach ein paar Stunden Pokeroaching aller Ehren wert. Sie steigerte sich im Laufe des Abends beständig und ist daher eine sehr glückliche, aber nicht unverdiente Gewinnerin.  Herzlichen Glückwunsch!

Das Endergebnis:

1. Ruth Moschner € 50.000

2. PokerStars.de Qualifikant Nils € 20.000

3. Stefan Raab € 15.000

4. MC Fitti € 10.000

5. Matze Knop € 5.000

6. Thore Schölermann € 0

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