Turnierstrategie: Der kritische "M"-Wert, Teil II

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Im ersten Teil haben wir ein paar grundlegende Turnierstrategien besprochen, die Ihre Ergebnisse deutlich verbessern sollten. Im zweiten Teil sehen wir uns einen weiteren Spielzug im Detail an – den Re-Steal gegen ein Raise aus später Position.

Insbesondere werden wir uns den Re-Steal als entscheidendes strategisches Instrument ansehen, das dann wichtig wird, wenn wir in einem Turnier ein „M“ (der Wert, der nach Dan Harrington das Verhältnis zwischen dem eigenen Stack und der Summe Blinds + Ante definiert) zwischen 8 und 15 erreicht haben.

Der Re-Steal

Viele Spieler sind zu tight, wenn sie sich einem Raise aus später Position gegenüber sehen. Aus Gründen der Vereinfachung nehmen wir hier als späte Positionen Hijack, Cut-off und Button an.

Wenn ein Spieler UTG erhöht, muss man seiner Hand natürlich schon einen gewissen Respekt zollen. Aus dem Cut-off werden dagegen viel mehr Hände erhöht. Wann immer es möglich ist, sollten Sie also aggressiv spielen und sich das Geld holen, das bereits in der Mitte liegt.

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Der "Dragon". Meister des Squeeze und der Camel light. Oder sonstwas. Wer kann das bei dem Qualm schon sagen?

Nehmen wir an, Ihr M liegt bei 8, und Sie sitzen am Button mit A-8s. Gegen einen durchschnittlichen Gegner, der aus dem Cut-off auf den dreifachen BB erhöht, haben Sie eine einfache Entscheidung. Sie sollten all-in gehen, es sei denn, Sie spielen gegen einen extrem tighten Gegner.

Auch Hände ohne As können für einen Push geeignet sein. K-Q oder K-J z. B., aber auch eher ungewöhnliche wie J-Ts oder 7-8s. Von einem Push mit niedrigen Paaren (bis 4-4) würde ich absehen, aber höhere sind auf jeden Fall stark genug für einen Move.

Wenn Sie Ihre Turnierergebnisse dramatisch verbessern wollen, müssen Sie auf Sieg spielen. Das wird häufiger als zuvor dazu führen, dass Sie kurz vor dem Geld ausscheiden, oder wenn das Geld gerade erst erreicht ist.

Aber wenn Sie mehr Risiken eingehen, werden Sie auch mehr Finaltische erreichen. Ihre Chancen auf einen Platz unter den Top 3 steigen, und ebenso die auf eine richtig große Auszahlung.

Denken Sie daran: Um die richtige Entscheidung zu treffen, ob Sie einen Re-Steal ansetzen sollten oder nicht, müssen Sie auf jeden Fall die drei folgenden Faktoren bedenken.

  • Die Range Ihres Gegners
  • Die Wahrscheinlichkeit eines Folds
  • Wie kann Ihre Hand bei einem Call im Showdown spielen

Meiner Erfahrung nach werden meine Ergebnisse umso besser, je objektiver ich meine Entscheidungen treffe und je stärker ich mich von dem Handverlauf distanziere. Wenn es Ihnen gelingt, alle Faktoren aus analytischer Sicht zu sehen und nicht aus emotionaler, sind Sie bereits auf dem Weg zum Erfolg.

Das Squeeze

Ein weiterer, häufig eingesetzter Re-Steal ist der so genannte Squeeze. Es ist jedem Turnierspieler geläufig und wird eingesetzt, um Spielern Chips abzunehmen, die nach unsere Einschätzung zu light eröffnen.

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Dave Ulliott. Kennt man irgendwie als Squeezer.

Man setzt es im besten Fall ein, wenn ein Spieler vor uns, der (vermutlich) ebenfalls weiß, was er tut, sich für einen Call anstatt eines Raises entscheidet. Damit liegt die ideale Situation für ein Squeeze vor.

Um einen Squeeze vorzunehmen, setzt man ein großes Re-Raise an. Damit ist der ursprüngliche Raiser in Schwierigkeiten (weil er vermutlich keine sehr starke Hand hält) und zwischen uns und dem Caller gefangen. So wird es für den Raiser extrem schwierig, zu callen. Auch der Caller hat oft keine Premiumhand, denn er wollte ja pre-Flop keinen Re-Raise ansetzen.

Häufig denkt der Caller nur darüber nach, dass der ursprüngliche Raiser möglicherweise einen Position Raise spielt. Er callt, um billig einen Flop zu sehen. Durch den Re-Raise (Squeeze) verweigern Sie ihm diese Chance.

Stellen wir uns folgende Situation vor: Sie sitzen im Big Blind mit 15.000. Der Cut-off erhöht auf 3000, was drei BB entspricht. Der Button bezahlt. Mit einer halbwegs guten Hand sollten Sie ein All-in in Betracht ziehen.

Sollten beide Spieler folden, gewinnen Sie 7500. Da es möglich ist, den Pot zu stehlen, können Sie mit deutlich mehr Händen pushen als man dies normalerweise tun würde.

alexander kostritsyn 16348
So muss das laufen - Geld bis zum Abwinken.

Mehr Aggressivität = bessere Ergebnisse

Es wurde zwar schon oft gesagt, aber ich möchte es hier noch einmal wiederholen: In Pokerturnieren sitzt das Geld in den Plätzen 1-3!

Sich irgendwie ins Geld zu retten, ist auf Dauer nicht wirklich profitabel. Wenn Sie Ihre Ergebnisse wirklich verbessern wollen, müssen Sie auf Sieg spielen.

Achten Sie genauer auf Situationen, in denen Re-Steals möglich sind. Sie werden bald merken, dass Sie einen deutlich größeren Stack haben, wenn das Turnier in die kritische Phase geht.

Ein höheres Aggressivitätslevel – vor allem, wenn der Wert M im Bereich 8-15 liegt – wird Sie an mehr Finaltische führen und – wie ich hoffe – auch zu mehr Turniersiegen.

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Benny 2013-06-26 08:43:16

sehr gut.... hat mein turnierspiel enorm verbessert !!!