Triple Barrel – Poker(S)panik, Hydrantencharme und eine $30.000 Zigarette

torero
Gefühlte spanische Einkommenssteuer.

Die Spanier fühlen sich aufs Horn genommen, Norman Chad hat die Faxen dicke und für Luke Schwartz ist es garantiert nicht der Tag, um mit dem Rauchen aufzuhören.

Poker Profis meiden spanische Pokerseiten

Poker Pros und so genannte „High Value Customers“ scheinen den mittlerweile regulierten spanischen Online-Poker Markt zu meiden. Seit 20 Tagen sind diverse Pokerräume mit eigenen spanischen Domains aktiv und haben nach Aussage von Sacha Michaud, dem Präsidenten des spanischen Gaming-Verbandes Jdigital, einen guten Start hingelegt.

Allerdings bleiben diejenigen, die den Großteil des Rakes produzieren den Tischen offenbar fern.

Als Grund sieht Michaud das spanische Einkommenssteuer-System, nach dem Pokerspieler ihre Gewinne versteuern müssen, ohne die Verluste gegenrechnen zu können. Danach werden am Ende des Jahres selbst „losing player“ vom spanischen Staat zur Kasse gebeten.

Rafael Nadal
Spanischer Losing Player (geschätzt).

Eine Regelung, die de jure auch in der Vergangenheit galt, aber de facto nicht umgesetzt werden konnte. Nun aber, so Steve Day, Poker Room Manager von PokerStars.es seien die Lizenznehmer, per Lizenzvertrag dazu verpflichtet der spanischen Gaming Regulations Behörde DGOJ Zugang zu ihren Datenbanken zu geben.

Dabei würden keine Spieler-Informationen preisgegeben. Die Gewinne und Verluste könnten aber per gelieferten Dateien von den spanischen Behörden selber ausgerechnet werden.

Momentan ist der Cash Game-Traffic auf den lizenzierten spanischen Pokerseiten noch nicht mal halb so hoch wie auf den vergleichbaren Märkten in Frankreich und Italien. PokerStars greift momentan 70 % des Traffics ab. 25 % liegen bei 888.com und 5 % bei PartyPoker. Bei iPoker, Microgaming, GTECH G2 und Ongame sind derzeit nur wenige Tische besetzt.

ESPN-Kommentator kritisiert die Generation „Online Poker“

Norman Chad, der WSOP-Kommentator für ESPN, hat seine Poker-Kolumne in keiner geringeren Zeitung als der „Washington Post“. Und von genau dort schickte er nun einen „Weckruf“ in die Pokerwelt wie weiland Eddy Scharf.

hydrant
Typischer Online-Profi.

Poker sei von inneren und äußeren Kräften bedroht und stände nun an einem Scheideweg, so die dramatischen Worte von Chad.

„Die kommenden Monate werden zeigen, ob sich das Spiel im US-Mainstream etablieren kann, oder wieder in die Schattenwelt des Underground zurückkehren muss.“ Dabei sieht er vor allem das allgemeine Auftreten der Pokerspieler als stark verbesserungsbedürftig an.

„Seit dem Black Friday schlurfen diese Online-Kids nun in die Cardrooms und Casinos und zeigen dort die sozialen Fähigkeiten von Feuerhydranten. Sie wirken wie versprengte Flüchtlinge aus ihren Schlafzimmern, in denen sie in ihren Teenager-Jahren vor Computer-Bildschirmen gefangen waren.“

Es wäre für alle Online- und Offline-Pokerspieler an der Zeit zu realisieren, so Norman Chad, dass sie von wirklichen Homo Sapiens umgeben sind, die einen zivilisierten Umgang verdient hätten. Dazu gehöre neben einer angemessenen Kleidung auch die Wachsamkeit gegenüber Spielsucht-Verhalten in Freundeskreis und Familie.

Neben Mahnen kann Norman Chad übrigens auch Pokern. In Event #42, dem $2.500 Omaha/Seven Card Stud Hi-Lo erreichte er den Final Table und gewann als Sechster 36.093 Dollar.

Zigarette kostet Schwartz 30.000 Dollar

Ganz aufs Cash Game scheinen sich Viktor Isildur1 Blom und Luke Schwartz zu konzentrieren. Zwar spielten beide das $5.000 PLO-Event, schieden aber schon an Tag 1 aus.

Schwart Blom
Jeder Zug $5000.

Deutlich mehr Action brachten da offenbar die Two to Seven- und PLO Cash Game-Tische. Denn dort, oder besser gesagt nicht dort rauchte Großmaul Schwartz wohl die teuerste Zigarette seines Lebens.

Per Twitter versendete der böse Luke folgende Message aus Las Vegas: „Ich spielte $500/ $1.000 Deuce to Seven Draw und PLO und hatte einen ziemlich guten Lauf. Dann ging ich eine rauchen und bat Isildur meinen $30k Stack weiterzuspielen.

Als ich wiederkam, war kein einziger Dollar mehr übrig.“ Ob Schwartz danach Stühle oder gar Viktor Blom selber umgetreten hat, ließ der Verfasser der Nachricht offen.

Ganz ohne Gefühlsentladung wird die Angelegenheit allerdings kaum geblieben sein.

 

Bitte füllen Sie die erforderlichen Felder korrekt aus.

Es ist ein Fehler aufgetreten!

Sie müssen drei Minuten warten, bevor sie einen weiteren Kommentar abgeben können.

Noch keine Kommentare