Triple Barrel – Demokraten meinungslos, ISPT orientierungslos, Partouche schamlos

1984

In Frankreich wird bei der PPT „1984“ Wirklichkeit, die ISPT fährt eine bemerkenswerte Doppelstrategie, und die Demokraten scheuen sich vor einer klaren Stellungnahme.

Es gibt Tage, da fällt es schwer, eine Auswahl aus der Flut der Nachrichten zu treffen. Heute ist so ein Tag.

1) Partouche Poker Neusprech Main Event

partouche garantierter preispool
Patrick Partouche.

Das hätte auch Winston Smith erledigen können. Der Protagonist aus George Orwells „1984“ war beruflich dafür zuständig, bereits erschienene Zeitungsartikel nachträglich zu abzuändern, wenn es der politischen Führung opportun erschien.

So wurde die Vergangenheit regelmäßig den Bedürfnissen der Gegenwart angepasst, und da die Fälschung generalstabsmäßig geplant wurde, blieben hinterher keine Beweise übrig.

Genau das gleiche versuchen jetzt die Verantwortlichen der Partouche Poker Tour durchzuziehen, indem sie sogar ältere Webseiten ändern und die Angabe „garantierter“ Preispool von fünf Millionen Euro löschen, nachdem der Preispool nur €4,3 Mio. erreicht hat und jemandem aufgefallen ist, dass man €700k Overlay nun blöderweise aus der Portokasse nachzahlen müsste.

Natürlich ist das völlig witzlos, weil alle Webpages ständig gespiegelt und gecachet werden, und deshalb ist dieser Vorgang auch besonders verachtenswert. Die Bilder und Aussagen in der Originalversion sind natürlich problemlos erhältlich.

Die Spieler haben sofort reagiert, und so steht die Abkürzung PPT nun für Probably guaranteed Poker Tour. Winston, übernehmen Sie.

2) ISPT – mehr Repräsentanten, weniger Kommunikation

Liz Lieu
Die brave Liz Lieu.

Prosper Masquelier, Chef bei der ISPT und zufällig Bruder von Maxime Masquelier, dem Chef der PPT, und deshalb durchaus vertraut mit nicht-so-richtig-garantierten-Preispools, fährt eine bemerkenswerte Strategie, um den Mega-Event im kommenden Jahr aber mal so richtig aufzupeppen.

So wurden nach Michael Mizrachi und Sam Trickett nun auch Patrik Antonius und Liz Lieu unter Vertrag genommen. Letztere gibt übrigens als früheren Beruf auch gerne mal „Fluffer“ an.

Dafür hat die für den 3. Sept. groß und breit angekündigte Pressekonferenz bisher nicht stattgefunden, und auch sonst hört man merkwürdigerweise überhaupt nichts mehr von der Stadiontour.

Bernard Tapies Gehversuche in der Pokerbranche wirken doch etwas unbeholfen.

3) Im Zeichen des Esels

donkey democratic party

Nachdem vor ein paar Tagen bekannt wurde, dass die Republikanische Partei in den Vereinigten Staaten auf ihrer Online-Plattform jede Form von Online-Gaming offen ablehnt, was selbst in den eigenen Reihen auf Widerstand stößt, haben die Demokraten nun einen Weg gewählt, zu reagieren, wie man ihn in Deutschland vor allem von der Kanzlerin kennt.

Sie tut gar nichts.

Auf der Online-Plattform der Demokraten findet sich überhaupt keine Erwähnung von Online Poker. Keine Erwähnung der Legalisierung. Keine Erwähnung von Online-Gaming überhaupt.

Die Spieler in den USA sind frustriert. Immerhin meldete sich John Pappas zu Wort. Der Chef der amerikanischen Spielervertretung Poker Players Alliance erklärte, das sei immerhin noch besser als die Aussagen der Republikaner.

Außerdem haben „zahllose demokratische Kongressmitglieder ihre Unterstützung für reguliertes, lizenziertes Online-Poker ausgedrückt“. Pappas sieht darin ein Licht am Ende des Tunnels. Vielleicht hat er ja Recht.

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