Triple Barrel: Norwegen goes Irland, Veronika goes Annette, Poker oder Uni?

Johnny Lodden
Johnny geht nach Dublin.

Die Triple Barrel, heute ein wilder Ritt durch das wilde Kurdistan der Pokerwelt.

Heute folgen wir 1000 Norwegern auf der Flucht nach Dublin, fragen uns, ob in der Tschechei eine zweite Annette_15 aufgetaucht ist, und stellen eine entscheidende Frage: Sollten Sie Ihr Studium abbrechen, um Online-Poker zu spielen?

1000 Norweger pokern in der irischen Hauptstadt

Norwegen hat einige der besten und interessantesten Spieler der Welt hervorgebracht. Denken wir nur an Johnny Lodden und Annette Obrestad. Leider gehört das Land aber immer noch zu den wenigen, in denen Live-Poker als illegal betrachtet wird.

annette obrestad
Königin Annette ...
 

Wenn man also die jährlichen norwegischen Meisterschaften ausspielen will, ist man gezwungen, auf die Nachbarländer auszuweichen. Über 1000 Teilnehmer folgen den Veranstaltern durch halb Europa.

In England, in Schweden und in Lettland war man bereits zu Gast. In diesem Jahr wird Irland die wandernden Skandinavier aufnehmen. Eine Woche lang spielen die Norweger im Citywest Hotel in Dublin, wo auch die Irish Open stattfinden.

In den Turnieren mit Buy-ins von €300 bis €2000 werden die besten Spieler der Erben der Wikinger ihre Meister ausspielen. Turnierdirektor J.P. McCann erwartet über 1200 Spieler.

Die rechtliche Situation ist auch in Irland nicht eindeutig. Casinos sind prinzipiell nicht legal, aber es gibt etwa 50 Spielbanken, die offiziell als private Clubs geführt werden und alle handelsüblichen Casinospiele sowie Poker anbieten.

Mehr zu den Norwegian Open in der Irish Times.

Veronika Pavlikova gewinnt wie einst Annette_15

Ein tschechischer Teenager sorgt für Aufsehen. Veronika Pavlikova, gerade erst auf der Pokerbühne erschienen, wird bereits mit Annette Obrestad verglichen, die vor einigen Jahren mit ein paar sensationellen Leistungen die Aufmerksamkeit der Pokerszene auf sich richtete.

Veronika Pavlikova
... und Prinzessin Vera.
 

Am Wochenende gewann die erst 18-jährige Pavlikova den Main Event des Evian Poker Snowfests und €70.000.

Eine Leistu8ng, die umso erstaunlicher ist, da in dem 300 Spieler starken Feld auch Leute wie Bertrand Grospellier, Eugene Katchalov und Guillaume Darcourt präsent waren.

Der Vergleich mit Annette Obrestad ist vielleicht verfrüht. Immerhin hat Obrestad seinerzeit die erste WSOP Europe in London gewonnen, und das Preisgeld dafür betrug damals eine Million Euro.

Aber auch Obrestad war damals erst 18 Jahre alt und schon zwei Jahre lang als Online-Spezialisten gefürchtet.

Ihren Ruhm verdankte sie weniger der Zahl ihrer Erfolge, sondern vor allem einem einzigen Online-Turnier, dass sie praktisch blind spielte, also ohne sich die eigenen Hole Cards anzusehen.

Studium für Online-Poker abbrechen: +EV?

Wer sich dazu entscheidet, beruflich Poker zu spielen, geht damit ein großes Risiko ein.

Es gibt Spieler, die ernsthaft an diese Aufgabe herangehen und in relativ kurzer Zeit für ihr Leben ausgesorgt haben. Die Karriere vieler anderer nimmt aber einen weniger positiven Verlauf.

taylor caby
$300/h und Spaß dabei - Taylor Caby.
 

Der 21-jährige Matt Plecki hatte mit dieser Entscheidung keine Schwierigkeiten, wie er kürzlich der Online-Zeitung der USC Journalistenakademie erzählte:

„Das Studium nahm zu viel Zeit in Anspruch. Das kostete mich bis zu $1000 am Tag. Warum sollte ein intelligenter, motivierter 21-Jähriger jeden Tag in einem Klassenzimmer herumsitzen, wenn er stattdessen $300 pro Stunde verdienen kann und dabei auch noch Spaß hat?“

Da das BAföG dagegen nur bei $20k pro Semester lag, verließ Plecki die Akademie nach dem ersten Studienjahr und zog kurz nach dem Black Friday nach Costa Rica.

Bereut hat er seine Entscheidung nicht:

„Ich lerne noch immer gern, und Institutionen wie Stanford und das MIT bieten Kurse auch online an. Ich habe mich für zwei Kurse in Wirtschaftswissenschaft und zwei in Softwareprogrammierung bei der Stanford University eingeschrieben. Manchmal verbringe ich acht Stunden am Tag mit dem Studium, nehme mir aber dann eine Woche frei und spiele Golf.“

„Das Schöne ist, dass ich nichts studieren muss, was mir keinen Spaß macht. Ich engagiere mit in ein paar neuen Firmen, also brauche ich gar keinen akademischen Grad, um den nächsten Schritt in der freien Wirtschaft zu machen. Allerdings gebe ich zu, dass mir das soziale Umfeld der Uni fehlt.“

Klingt das so, als wäre Online-Poker eine Karriere für Sie? Treffen Sie keine vorschnelle Entscheidung.

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