Triple Barrel – neue Entwicklungen in Europa

EU Flag

Unser Blick über die Grenzen geht heute nach Frankreich, Holland und Norwegen. Wir finden „kriminelle“ Spieler, aber auch positive Zeichen.

Sie fragen sich, warum wir nie über Ihr Lieblingsthema berichten? Schreiben Sie uns, und wir werden uns darum kümmern.

1) Frankreich – das kriminelle Viertel

Fast 25% der französischen Pokerspieler meiden die gesetzlich reglementierten Pokerräume.

Das ergab eine kürzliche Studie, die landesweit von der französischen Drogenaufsichtsbehörde durchgeführt wurde.

Die Gründe dafür sind offensichtlich. Die französische Regierung hat bei der Regulierung im Jahr 2010 so richtig zugegriffen und zieht aus jedem Pot 2% Steuern ab, und zwar unabhängig davon, ob es in der Hand überhaupt zum Flop kommt.

weinender franzose
Kopf hoch, mon ami.

Von allen regulierten Märkten hat Frankreich damit die höchste Steuer. In den letzten drei Jahren hat der Umsatz dementsprechend stetig abgenommen.

Die Regierung hat sofort reagiert und – eine Anzeigenkampagne angeleiert, die davor warnt, dass beim Auscashen von Gewinnen Datendiebstahl droht. Ganz toll, Frankreich.

Stattdessen sollte man vielleicht besser auf die Worte von Jean-Francois Vilotte hören, dem früheren Chef der französischen Glückspielaufsicht ARJEL:

„Poker macht eine schwierige Phase durch, aber das gilt nicht nur für Frankreich, denn auch Italien und Spanien haben ähnliche Probleme.

Das Problem besteht im Wettkampf der regulierten gegen die nicht-regulierten Märkte.

Wenn die regulierten Märkte nicht flexibler werden und auf die Bedürfnisse der Spieler reagieren, spielen sie damit den illegalen Webseiten in die Hände.“

online gambling will be allowed in the netherlands 20 03 2011
Pokerfrühling in Holland.

2) „Historischer Tag“ in den Niederlanden

Eine Gesetzesvorlage zur Regulierung von Online-Poker in den Niederlanden hat den Ministerrat erfolgreich passiert und wird nun in naher Zukunft dem Unterhaus vorgelegt.

Sollte sie auch dort akzeptiert werden, folgt eine zwei- bis dreimonatige Prüfung. Danach kann sie als Gesetz in Kraft treten.

Anwalt Justin Franssen spricht von einem „historischen Tag“, obwohl das Zieldatum 1. Januar 2015 für das Inkrafttreten wohl nicht erreicht wird.

Realistisch ist, dass Mitte 2015 die Regulierung offiziell durch ist.

Auch die Online-Anbieter scheinen Vertrauen in die holländische Regierung gefasst zu haben. Betsson hat bereist die Casinoketten „Oranje“ und „Kroon“ gekauft und dafür €130.000 investiert.

3) „Entteufelung“ von Poker in Norwegen?

In vielen Ländern ist man ja Online- und Live-Poker gegenüber etwas misstrauisch.

Nicht so in Norwegen. In Norwegen ist Poker der Teufel! Dort ist so ziemlich alles verboten, was irgendwie mit Poker zu tun hat.

Selbst die norwegischen Meisterschaften finden an Orten wie Estland oder Malta statt.

Dabei hat Norwegen einige der besten Spieler Europas hervorgebracht. Man denke nur an WSOPE Champion Annette Obrestad oder Johnny Lodden, der fast schon Kultstatus erreicht hat.

Andreas Hoivold
Andreas Hoivold - Ende des Frusts in Norwegen?

Andreas Hoivold ist ebenfalls seit Jahren in der Szene aktiv, hat sich aber inzwischen von seinem Heimatland verabschiedet – wegen der rigiden Gesetze.

Jetzt regen sich aber selbst im hohen Norden erste zarte Triebe der Entkriminalisierung.

Im Dezember machte Erlend Wiborg von sich reden. Der Politiker war bereit, Heads-up gegen den Profi Ola Amundsgard anzutreten (und wurde von diesem klar geschlagen).

Die neusten Zeichen kommen aus dem Kulturministerium. Die dortige Chefin Thorhild Widvey plädiert dafür, dass wenigstens in „richtigen“ Casinos Turniere mit Buy-in erlaubt werden.

Die konservative Politikerin kann sich der Unterstützung durch die liberale Fortschrittspartei sicher sein, die schon seit längerer Zeit eine Anlehnung an die Gesetzgebung des Nachbars Dänemark fordert.

Widvey hat die norwegische Glücksspielkontrollbehörde Lotteritilsynet offiziell aufgefordert, schon am 1. März ein Gesetz vorzulegen.

Hintergrund ist das energischere Vorgehen der EU-Kommission, die inzwischen Verfahren wegen Verletzung gegen europäisches Recht gegen Belgien, Zypern, die Tschechei, Litauen, Polen und Rumänien eingeleitet hat.

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