Triple Barrel – Mizzi führt, Macao in der Krise, Ivey in Berufung

Phil Ivey1

Der bestens besetzte Main Event der Asia Championship of Poker geht in die Entscheidung, das Spielerparadies Macao muss Umsatzeinbußen hinnehmen und Poker-Superstar Phil Ivey geht in seinem Rechtsstreit mit dem Crockfords Casino in die nächste Runde – das sind die Themen unserer heutigen Triple Barrel

1) Sorel Mizzi dominiert das Main Event der ACOP

sorel mizzi
Sorel Mizzi ist klarer Chipleader beim ACOP Main Event.

Nach dem stark besetzten Super-Highroller-Turnier, das letztlich von Steve O’Dwyer gewonnen wurde LINK: http://www.pokerzeit.com/triple-barrel-o-dwyer-siegt-kagome-kagome-swingt-micromillions-9-beginnen-29157, sind bei der in Hongkong stattfindenden Asia Championship of Poker nun die „Normalsterblichen“ an der Reihe. Am Main Event beteiligten sich 291 Spieler und bezahlten die umgerechnet gut €10.300 Startgeld.

Mit von der Partie waren aus deutscher Sicht Philipp Gruissem, Tobias Reinkemeier, Ismael Bojang und Heinz Kamutzki, während die internationalen Farben von Spielern wie Jonathan Duhamel, Greg Merson, Joe Hachem, Steve O’Dwyer oder Sam Cohen vertreten wurden. Am zweiten Turniertag wurde kräftig ausgesiebt und die genannten Spieler schieden allesamt aus.

Mit 62 Spielern geht es in den vorentscheidenden dritten Turniertag, an dem auf Platz 32 die Money Bubble platzt. Klar in Führung liegt aktuell der Kanadier Sorel Mizzi, der sich mit einem Sahnetag deutlich vom Rest des Feldes absetzen konnte. Ebenfalls noch im Rennen um die umgerechnet rund €650.000 sind Daniel Colman, Ami Barer, Byron Kaverman und Joseph Cheong sowie aus deutschsprachiger Sicht Bodo Sbrzesny, Patrick Pavone, Roger Flückiger und Thomas Mühlöcker.

Stand Main Event Asia Championship of Poker, Tag 2

1

Sorel Mizzi

Kanada

439.900

2

Terry Gonzaga

Philippinen

309.700

3

Gabriel Le Jossec

Großbritannien

301.800

4

Jörn Walthaus

Niederlande

295.100

5

Terrence Chan

Hongkong

284.400

6

Sunny Jung

Südkorea

273.200

7

Michael Tureniec

Schweden

239.700

8

Tore Lukashaugen

Norwegen

233.000

9

Ami Barer

Kanada

226.300

2) Rückläufige Umsätze im Spielerparadies Macao

Noch gar nicht lange her ist es, dass die asiatische Zockermetropole Macao permanente Umsatzzuwächse vermeldete und der amerikanischen Konkurrenz Angst und Schrecken einjagte.

Macau2
Die Umsätze im Spielerparadies Macau brachen um 20% ein.

Und auch das Jahr 2014 begann so, wie die anderen Jahre geendet hatten – mit klaren Umsatzzuwächsen. Noch im Februar meldete die Casinoindustrie der ehemaligen portugiesischen Kolonie einen Umsatzzuwachs von 40 Prozent, und bis Ende Mai konnte man um fast 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr zulegen.

Dann aber kam der Bruch, und seit Juni beklagen die Casino-Betreiber erstmals dauerhafte Rückgänge. Um bis zu 20 Prozent gingen die monatlichen Umsätze zurück, was im Zeitraum zwischen Juni und Oktober zu einer Einbuße von über zehn Prozent führte.

Die erfolgsverwöhnten Casinobetreiber Macaos wissen derzeit noch nicht so recht, woran es liegt, und hoffen auf baldige Besserung. Gründe für den Rückgang sind die Proteste in Hongkong, die Initiative des chinesischen Staates gegen Geldwäsche und Korruption und das Rauchverbot.

3) Ivey legt Berufung ein

Im Rechtsstreit mit dem Crockfords Casino in London geht Poker-Superstar Phil Ivey in die nächste Runde. Anfang Oktober hatte Ivey vor dem High Court eine Niederlage einstecken müssen, da das Gericht dem Casino Recht gegeben hatte, indem es dem amerikanischen Profi betrügerisches Vorgehen unterstellte.

Phil Ivey vor dem Gerichtsprozess
Phil Ivey will das Crockford's Urteil des höchsten Londoner Gerichts anfechten.

Hintergrund der Auseinandersetzung sind Gewinne von 7,7 Millionen britischen Pfund, die Ivey mittels sogenanntem Edge Sorting beim Bakkarat erspielt hatte. Mithilfe gezinkter Karten verschaffte sich Ivey gegenüber dem Casino einen Vorteil und räumte mit seiner Partnerin in nur drei Tagen die gewaltige Summe ab, die das Casino ihm dann aber nicht auszahlen wollte.

Noch gibt sich Ivey, der sich selbst als „advantage player“ bezeichnet, aber nicht geschlagen. Diese Woche legte er Berufung gegen das Urteil ein und reichte die entsprechenden Papiere ein. Unter anderem heißt es darin, dass Ivey zwar bewusst nach Karten gesucht habe, die Mängel aufwiesen, doch dies sein kein Betrug, da das Casino diese hätte kontrollieren müssen.

Im Prozess hatte Richter John Mitting sein Urteil gegen Ivey damit begründet, dass dieser sich einen Vorteil verschafft habe, den das Spiel nicht vorsehe, und dies als Betrug gewertet. Man darf gespannt sein, wie die zweite Runde dieses Duells ausgeht.

Bitte füllen Sie die erforderlichen Felder korrekt aus.

Es ist ein Fehler aufgetreten!

Sie müssen drei Minuten warten, bevor sie einen weiteren Kommentar abgeben können.

michael Meissner 2014-11-08 13:06:57

Dass die Rückgänge am Rauchverbot liegen sollen, ist nicht bewiesen, und wird ja auch von den Experten nicht angeführt.