Triple Barrel – Jachtmann Vize-Europameister, Matusow operiert, Greenstein nachdenklich

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Bei der Europameisterschaft in Pot-Limit Omaha verpasst Ex-Weltmeister Jan-Peter Jachtmann hauchdünn den Titel, Mike Matusow wird operiert und kann aufatmen und Barry Greenstein blickt auf eine Hand zurück, die die Karriere von zwei Pokerprofis entscheidend veränderte – das sind die Themen unserer heutigen Triple Barrel.

1) Yusuf Kurt bezwingt Jan-Peter Jachtmann im Finale der PLO-EM

Bereits zum 25. Mal wird in diesem Jahr die Poker Europameisterschaft in Baden ausgetragen. Insgesamt drei Titel werden bei der Jubiläumsaustragung vergeben, darunter zwei in No-Limit Hold’em (Deepstack und Main Event) und einer in der Action-Variante Pot-Limit Omaha.

Nachdem sich am Wochenende bereits René Ruch den Deepstack-Titel geholt hatte, waren nun die Freunde des PLO an der Reihe, doch leider beteiligten sich nur 55 Spieler am Titelrennen.

Neben dem Europameistertitel ging es zudem um eine Siegprämie von rund €35.000, die sich einige renommierte Spieler unter den Nagel reißen wollten. Eoghan O’Dea, Alexander Kravchenko, Richard Ashby, Harry Casagrande, Erich Kollmann und Jan-Peter Jachtmann  bezahlten alle die €2.200 Startgeld, um ihre Chance zu suchen.

Yusuf Kurt PLO EM Baden 2014
Der Österreicher Yusuf Kurt setzte sich im Heads-Up gegen Jan-Peter Jachtmann durch und ist neuer Europameister im Pot-Limit Omaha.

Den ersten Tag dominierte der PLO-Weltmeister des Jahres 2012, Jan-Peter Jachtmann, der als klarer Chipleader ins neunköpfige Finale einzog.

Da nur sechs Spieler ins Geld kamen, mussten noch drei Spieler gefunden werden, die leer ausgingen. Die undankbarste Rolle blieb dabei dem Deutschen Jan Collado vorbehalten, der als Bubble Boy von Bord ging.

Jachtmann dominierte das Feld lange und erreichte auch das Heads-Up, doch da war Yusuf Kurt schon an ihm vorbeigezogen. Nach wechselvollem Verlauf konnte sich der Österreicher den Titel sichern und Jan-Peter Jachtmann auf den zweiten Platz verdrängen. 

Endstand Poker-EM Pot-Limit Omaha:

1

Yusuf Kurt

A

€35.420

2

Jan-Peter Jachtmann

D

€23.280

3

Ashot Kagramanov

RUS

€16.190

4

Alexander Freund

A

€11.130

5

Andreas Freund

A

€8.100

6

Richard Ashby

GB

€7.080

Morgen beginnt mit der €3.000 Poker EM im No-Limit Hold'em der absolute Höhepunkt der Turnierwoche in Baden. Wir werden live vor Ort sein und euch in Form von Interviews und Updates auf Pokerzeit.com davon berichten.

2) Matusow übersteht kritische Rückenoperation

Obwohl er seine besten Zeiten am Pokertisch vermutlich schon hinter sich hat, zählt Mike Matusow immer noch zu den beliebtesten Pokerspielern der Welt.

Outrageous!
Nach den Komplikationen bei der Wirbelsäulen-OP ist Mike "The Mouth" Matusow nun auf dem Weg der Besserung und wird wieder laufen können.

Grund hierfür ist sicher seine emotionale und vorlaute Art am Pokertisch, aber auch seine schonungslose Offenheit, mit der er in seiner Autobiographie „Check-Raising the Devil“ seine Drogenkarriere offenlegte.

Mit gerade einmal 46 Jahren musste sich Matusow nun einer schweren Rückenoperation unterziehen.

Ein schlimmer Bandscheibenvorfall hatte den Eingriff nötig gemacht, bei dem „The Mouth“ unbestätigten Berichten zufolge nur haarscharf einer Querschnittlähmung entging.

Matusows guter alter Freund Phil Hellmuth gab nun aber via Twitter Entwarnung:

Dort schrieb der Pokerbrat, dass Matusow seine Rücken-OP trotz schwerer Komplikationen überstanden hätte und bald wieder laufen könne!

Alles gut gegangen also!

3) Was wäre wenn mit Barry Greenstein

Einer der Spieler, der bei der berühmten Pokersendung High Stakes Poker in allen sieben Staffeln mit von der Partie war, ist Barry Greenstein.

Der Autor des berühmten Buches „Ace on the river“, das er signiert jedem Spieler überreicht, der ihn aus einem Turnier befördert, ist seit vielen Jahren PokerStars Pro und überrascht immer wieder mit interessanten Blog-Einträgen.

Barry Greenstein
In seinem neuesten Blog erklärt Barry Greenstein, warum die Hand auf HSP sowohl für ihn als auch für Antonio Esfandiari wegweisende Bedeutung hatte.

In seinem neuesten Blog erinnert er an eine Hand aus der letzten Staffel von HSP aus dem Jahr 2011, bei der er gegen Antonio Esfandiari einen Pot mit knapp $600.000 verlor.

Die beiden sahen einen Flop mit T 6 4 und nach ein wenig Tamtam landeten die Stacks beider Spieler in der Mitte. Greenstein präsentierte 4 4 für Bottom Set und Esfandiari mit 8 7 einen starken Combo-Draw.

Obwohl Greenstein mit 59 Prozent Pot Equity Favorit war, gewann Esfandiari den Pot nach Q und 8 auf Turn und River.

Abgesehen davon, dass Greenstein einmal mehr beteuerte, dass die Spieler tatsächlich um ihr eigenes Geld spielten, glaubt er, dass diese Hand wegweisende Bedeutung hatte. Antonio Esfandiari begann anschließend Highroller- und Super Highroller-Turniere zu spielen, während Greenstein seit dieser Hand an keinem solchen Turnier mehr teilnahm.

Das Ergebnis ist bekannt: Esfandiari gewann 2012 das Big One for One Drop und räumte über 18 Millionen Dollar ab. Greenstein dagegen erzielte in den Jahren 2012 und 2013 gerade einmal eine halbe Million an Turniergewinnen und in diesem Jahr sind es sogar nur knapp 36.000.

Trotz des bedauerlichen Ausgangs der Hand meint Greenstein aber, dass Antonio Esfandiari vermutlich auch ohne sie seinen Weg gemacht hätte.

Die Hand kann man sich hier noch einmal ab Minute 17 anschauen:

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