Triple Barrel – Einigung bei Ferguson, Ärger wegen Partouche, Betrug bei Greenstein

triple cowboys

In unserer Triple Barrel von heute geht es darum, wie sich Chris Ferguson mit den amerikanischen Justizbehörden einigte, warum die französische Partouche-Gruppe schon wieder negative Schlagzeilen macht und wie Pokerlegende Barry Greenstein angeblich beim Chinese Poker mit dem iPhone betrogen wurde.

Chris Ferguson einigt sich mit dem DOJ

Im Gegensatz zu Kumpel und Miteigentümer Howard Lederer tauchte Chris Ferguson nach dem Full-Tilt-Skandal vor knapp zwei Jahren mehr oder weniger vollständig ab.

Diese Taktik bewährte sich zumindest dahingehend, dass der gesamte Hass der Pokergemeinde auf Fergusons alten Weggefährten niederging.

Rein juristisch hat Ferguson durch die Full-Tilt-Pleite aber genauso Dreck am Stecken wie Lederer, der sich Ende Dezember mit den amerikanischen Behörden einigte und durch die Zahlung von 1,25 Millionen Dollar plus Verzicht auf einige Immobilien gegenüber den ursprünglich geforderten 42 Millionen Dollar halbwegs glimpflich davon kam.

Chris Ferguson
Chris Ferguson - kein Schuldeingeständnis.
 

Wie Lederer erreichte nun auch Ferguson die Aufhebung des Verfahrens gegen ihn. Zwar legte auch er kein Schuldeingeständnis ab, schloss bezüglich der vorgeworfenen Unterschlagung von mindestens 40 Millionen aus der FTP-Firmenkasse aber ebenfalls einen Vergleich.

Laut diesem muss Ferguson 2,35 Millionen Dollar an die Behörden zahlen und gleichzeitig seine offenen Forderungen gegenüber Full Tilt Poker an diese abtreten. Durch den Vergleich ist Ferguson wie Lederer zumindest zivilrechtlich aus dem Schneider.

Ob die dunklen Geschäfte von Full Tilt Poker unter der Ägide von Ferguson und Lederer noch strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen, ist derzeit noch unklar. Fast sicher ist aber leider, dass die vielen geprellten Spieler, die teilweise (die US-Amerikaner) sogar noch heute auf ihr Geld warten, nie eine Entschuldigung hören werden.

Was läuft bei Partouche?

Das französische Kontrollorgan für Internet-Glücksspiel ARJEL untersucht laut dem französischen Magazin Mediapart dubiose Vorgänge beim Onlinepoker-Anbieter Partouche.

Das Familienunternehmen hat in Frankreich eine Lizenz für Internetpoker und ist dort der sechstgrößte Anbieter, außerdem richtete Partouche mit der gleichnamigen Poker Tour bis 2012 die größte Live-Turnierserie in Frankreich aus.

patrick partouche
Geht die Familie vor? - Patrick Partouche.
 

Wie es in dem Artikel auf Mediapart heißt, sind offensichtlich interne Dokumente öffentlich geworden, die beweisen, dass Mitglieder der Familie Partouche in den Genuss von kostenlosen Turnierteilnahmen und Bargeld kamen.

Das widerspricht eindeutig den Regularien der ARJEL, gemäß denen Familienmitgliedern und Angestellten das Spielen auf der Betreiberseite untersagt ist.

Die Groupe Partouche ist beileibe nicht das erste Mal in den Schlagzeilen. Zuletzt waren Jean-Paul Pasqualini und Cedric Rossi recht eindeutig der Kollusion am Finaltisch der Partouche Poker Tour 2009 überführt worden, schon etwas länger her ist der Ausschluss von Ali Tekintamgac vom Finaltisch des Jahres 2010, der Partouche genauso unerwünschte Schlagzeilen einbrachte.

Ebenfalls wenig Freunde machte sich Partouche im Vorjahr, als die Preisgeldgarantie von 5 Millionen Euro für das Turnier in Cannes mangels Anmeldungen kurzerhand aufgehoben werden sollte.

Nach längeren Debatten wurde diese dann doch eingehalten, die Partouche Poker Tour für dieses Jahr aber abgesagt.

Im aktuellen Fall untersucht die ARJEL nun insgesamt 40 Spielerkonten, die angeblich auf Mitarbeiter oder Familienmitglieder laufen. Die Erklärungsfrist für den Anbieter läuft Ende März ab.

Barry Greenstein fühlt sich betrogen

Immer populärer wird unter Pokerprofis (und nicht nur diesen) die recht junge Variante Open Face Chinese Poker. Bei ihr wird Chinese Poker mit offenen Karten gespielt und der Strategieanteil wird deutlich größer als bei der klassischen Variante eingeschätzt.

Pokerstars-Pro Barry Greenstein ist erklärter Fan von Open Face Chinese Poker und vergnügte sich auf seinem iPhone mit einer kostenlosen App in seiner neuen Lieblingsvariante. Zunächst ging es um 50 Dollar pro 100 Punkte und alles funktionierte prächtig.

Barry Greenstein
Barry Greenstein.
 

Dann jedoch wurde der Einsatz auf 100 Dollar pro 100 Punkte erhöht und Greensteins Gegner traf ein ums andere Mal auf dem River seine Wunderkarte.

Greenstein schöpfte angesichts dieses unfassbaren Laufs Verdacht, nahm Kontakt mit seinem Neffen auf, der als Programmierer arbeitet, und ließ sich erklären, dass eine solche App leicht zu manipulieren sei.

In seinem Blog auf PokerStars gab Greenstein dazu nun ein ausführliches Statement ab. Zum einen, heißt es darin, sollte man bei einer App wissen, wer dahinter steckt, und außerdem sollte man sofort aufhören zu spielen, wenn man den Verdacht hegt, dass man eventuell betrogen werden könnte.

Da Greenstein nicht bekannt gab, wie viel Geld er mit der ominösen App verloren hat und wie diese heißt, darf sein Bericht als eher grundlegende Warnung an alle Spieler auf der ganzen Welt aufgefasst werden.

Ein Schelm also, wer dabei an Ultimate Bet/Absolute Poker denkt…

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