Triple Barrel – Frauen Heads-up, Lucky Hearts Finale, Galfond bloggt

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Wenn Sie wissen, wo dieses Bild herstammt, lesen Sie zuviel Harry Potter.

Zu einem Sensationsfinale kam es bei der WPT National in Dänemark, Shannon Shorr verpasst denkbar knapp einen Titel, und Phil Galfond macht sich so seine Gedanken über die „Poker stirbt“-Diskussion.

Die Triple Barrel spannt heute wieder den Bogen von Florida nach Skandinavien, nicht ohne dabei eine der wichtigsten Stimmen der globalen Poker-Community zu Wort kommen zu lassen.

1) Christensen vs. Christiansen – Frauen-Heads-up in Velje

Seit die dänische EPT aus dem Kalender der European Poker Tour geflogen ist, mangelt es dort ein bisschen an international relevanten Turnieren.

Immerhin ist mit der WPT National Tour ein €1100er zu Gast im hohen Norden, und das Kasino Velje – ca. 200 km westlich von Kopenhagen – war dafür gerne Gastgeber.

Die skandinavischen Länder sind bekannt für Gleichberechtigung in Reinkultur, und deshalb ist es vielleicht kein Wunder, dass hier erstmals zwei Frauen den Sieg in einem solchen Turnier unter sich ausmachten.

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Mette gegen Tina.

Mette-Louise Christiansen und Tina Christensen saßen sich im Heads-up gegenüber und zeigten den Herren, wo das Knäckebrot die Löcher hat.

Dabei waren diese z. B. in Gestalt von Somin Ravnsbaek, Morten Christensen, Allen Baekke, Thomas Pedersen und Martin Hansen durchaus schlagkräftig angetreten.

Am Ende gewann Mette-Louis Christensen gegen ihre Kontrahentin und strich satte 530.000 DKR ein, immerhin rund €70.000.

2) Calderaro schnappt sich Lucky Hearts Titel  vor Shorr

James Calderaro gegen Shannon Shorr lautete das Finale des WPT Lucky Hearts Poker Open Events in Coconut Creek, Florida.

Calderaro gelang der erste Sieg bei einem nennenswerten Event, nicht zuletzt, weil er am Ende einfach etwas mehr Glück hatte.

Calderaro hatte schon einmal den zweiten Platz bei einem WPT-Event belegt und war dementsprechend erleichtert. „Ich hatte schon Angst, ich sei verflucht“, grinste er nach Ende des Turniers.

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James Calderaro; Photo: WPT-Blog.

Dagegen muss Shannon Shorr weiter auf einen Titel bei einem Major Event warten, und das, obwohl er schon über fünf Millionen Dollar in seiner Karriere erspielt hat.

Allein eine Million kassierte Shorr beim Sieg im 10k Bellagio Cup. Das ist allerdings schon über sieben Jahre her.

Shorr zeigt sich trotz des Erfolges tief enttäuscht: „Ich habe immer noch keinen großen Titel gewonnen. Darum geht es mir viel mehr als um Geld.“

Mit Keven Stammen hatte das Finale einen weiteren Star der Szene zu bieten. Insgesamt waren 415 Spieler angetreten und hatten bei $3500 Buy-in einen Preispool von 1,35 Mio. Dollar generiert.

James Calderaro erhielt für den Sieg $271.103. Shorr erhielt $190.000, für Keven Stammen blieben $122.000.

3) Galfond über die Alte und Neue Pokerschule

Mit seinem spontanen Video-Interview am Rande der Aussie Millions über den Niedergang von Poker hat Joe Hachem eine Welle von Diskussionen losgetreten.

Daniel Negreanu äußerte sich gewohnt emotional per Videointerview, Mike Sexton ließ sich ebenfalls zu einer Reaktion verleiten, beließ es aber neben ein paar Standardphrasen bei dem Wunsch nach einem weiblichen Champion und sagte einen neuen Boom voraus, falls es dazu kommen sollte.

Zu den eher zurückhaltenden, aber vielleicht auch deshalb besonders respektierten Sprechern der Szene gehört Phil Galfond.

Er bombardiert die Szene nicht gerade mit Blogeinträgen, aber wenn er einen schreibt, dann hat der auch Gewicht.

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Was können Nerds für ihre Introvertiertheit.

Jetzt hat sich Galfond mit dem genannten Thema beschäftigt und einige Kernthesen herausgearbeitet.

Der Mangel an Respekt, so Galfond, ist vorhanden, aber keine Einbahnstraße. Obwohl die Vorwürfe gegen die jungen „Schnösel“ berechtigt sind, müssten sich auch die Älteren den Spiegel vorhalten lassen.

Man könne den jüngeren nur bedingt vorwerfen, dass sie nicht so umgänglich sind wie die älteren, da sie ja quasi am PC aufgewachsen seien.

Das fördert nicht gerade die Gesprächigkeit, aber das könne man den „Nerds“ auch nicht vorwerfen.

Die Älteren, das liegt in der Natur der Sache, haben eben auch mehr Geschichten zu erzählen.

Außerdem gebe es genug Vertreter der alten Schule, die die Zuschauer auch ohne Table Talk faszinieren, etwa Phil Ivey und Erik Seidel.

„Genie und Weisheit sind nicht dasselbe“, lautet der schönste Satz von Phil Galfond, der damit auch seine Lösung einleitet.

Auf einen Nenner gebracht: mehr Respekt, so billig sich das anhört, und zwar von beiden Seiten.

Die jüngere Generation müsse versuchen, etwas mehr aus sich herauszugehen, während die Älteren sich mehr darum bemühen müssten, eine angenehme Atmosphäre zu schaffen, indem sie auf die anderen nicht herabsehen.

An den Medien sei es dagegen, mehr Geschichten rund um Poker zu erzählen, die von dem typischen Finaltischartikel abweichen. Die Worte hören wir wohl, Herr Galfond!

Wenn Sie mehr darüber wissen möchten, welche Vorschläge Galfond daneben hat, um Poker auch für das Fernsehen wieder interessanter zu machen, lesen Sie hier seinen kompletten Blog.

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