Triple Barrel – Candio hört auf, WPT boomt, New Jersey spielt

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In unserer heutigen Triple Barrel überrascht ein italienischer Profi, wir schauen auf ein renommiertes Turnier und über den großen Teich, wo live und online gepokert wird.

1) Filippo Candio beendet Pokerkarriere

Er zählt sicher nicht zu den besten und begabtesten Pokerspielern, doch mit seiner hochemotionalen Art setzte er sich im Gedächtnis vieler Pokerfans weltweit fest.

Der Italiener Filippo Candio ist einer der Spieler, der sich 2010 auf dem Höhepunkt des Pokerbooms in die November Nine spielte, einen Vertrag als Full-Tilt-Pro bekam und beim großen Finale mehr als 3 Millionen Dollar Preisgeld kassierte.

Berühmt ist Candio allerdings weniger für seine Pokerkünste, sondern eher für seine extrovertierte Art, nach miserablem Spiel den Bad Beat für seinen Gegner herzubeten und dann in ausgelassenen Jubel auszubrechen.

Wer dieses Spektakel aus einem Duell mit Joseph Cheong noch nicht kennt oder noch einmal genießen will, findet hier das entsprechende Video.



Bis Anfang 2014 versuchte sich Candio weiterhin als Pokerprofi, doch in den letzten Jahren schaffte er es nicht einmal mehr, pro Jahr über 20.000 Dollar an Preisgeldern zu erspielen.

Immer wieder hatte er zuletzt auch mit Vorwürfen der Steuerhinterziehung zu kämpfen, im Zuge derer er nun erklärte, dass er Ende März beim Campione d’Italia seine Abschiedsvorstellung geben werde.

 Seine letzten Worte an die Pokergemeinde lauten: “Thank you and goodbye.

2) WPT gleichzeitig auf zwei Erdteilen

sam trickett
Sam Trickett.

Sie ist die älteste Turnierserie der Welt und feierte im Jahr 2002 ihre Feuertaufe. Spielte man zunächst nur in den USA, ist die World Poker Tour heutzutage längst international geworden.

Stationen auf allen Kontinenten gibt es in der mittlerweile 12. Staffel, und aktuell spielt man an zwei Orten gleichzeitig.

WPT ist aber nicht gleich WPT – zumindest nicht, was die Teilnehmerzahlen betrifft. Während man bei der WPT Bay 101 Shooting Stars in San José mit 718 Teilnehmern den Vorjahresrekord noch einmal um 75 Spieler steigerte, findet man in Venedig auf jeden Fall einen Sitzplatz.

Lediglich 144 Spieler kauften sich in der Lagunenstadt ein, mit Sam Trickett ist aber immerhin ein Top-Spieler dabei, der sich mit seinem neuen Sponsor Everest gleich von seiner besten Seite zeigte. Nach Tag 2 liegt er unter den 47 verbliebenen Spielern auf Rang 3 und hat alle Chancen auf ein Spitzenergebnis.

Richtig stark besetzt ist das Schwesterturnier in San José. Mit dabei sind Weltmeister Ryan Riess, Scott Seiver, Barry Greenstein, Vanessa Selbst, Online-Legende Chris Moorman und viele weitere Stars der Szene.

Lagen zunächst Jeff Madsen, Phil Laak und Scott Seiver in Führung, hat mittlerweile Steve Sung das Kommando übernommen.

Bei noch 38 Spielern ist es aber noch ein weiter Weg bis zur Entscheidung.

3) New Jersey zieht Online-Bilanz

Mit Online-Glücksspiel ist es in den USA ja so eine Sache. Erst allmählich erholt sich das Mutterland des Poker von den schwerwiegenden Folgen des Black Friday, eine landesweite Legalisierung von Poker und anderen Glücksspielen im Internet ist aber noch in weiter Ferne.

new jersey

Mit Nevada und New Jersey gibt es aber immerhin zwei Staaten, die mit Las Vegas und Atlantic City nicht nur die traditionellen Glücksspielhochburgen beherbergen, sondern auch für das Online-Glücksspiel gesetzliche Regelungen gefunden haben.

Obwohl der Ertrag trotz dreier weniger Tage im Februar um 8,9 Prozent stieg, ist man in New Jersey nicht zufrieden mit der Entwicklung des Online-Glücksspiels.

Insgesamt erzielten die sechs lizenzierten Anbieter Einkünfte von gut 10,3 Millionen Dollar – das ist nicht niederschmetternd, aber bei fast 250.000 Spielern (Tendenz immerhin steigend!) auch keine Wucht.

Schlicht enttäuschend lief das Pokergeschäft. Während die klassischen Casinospiele kräftig zulegten (20 Prozent Zuwachs), sank der Pokerumsatz um zehn Prozent und macht nicht einmal ein Drittel aus.

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