Triple Barrel – Facebook-Crash, GPI-Verkauf, Epic-Beerdigung

brsenhndler
Ratlose Börsenhändler.

Facebook hat kein Glück mit Echtgeld-Bingo, der GPI erscheint in neuem Outfit, und Epic Poker verschwindet aus dem Netz.

Es gibt Zeiten, da steht man den Vorgängen in der Poker- und Spielwelt so ungläubig gegenüber wie die Zuschauer den Vorgängen bei einer Show von Magier und Gedankenleser Derren Brown, einem Mann, der den Stare-down beherrscht wie kein Pokerspieler der Welt.

Suckout – die Facebook-Aktie

Manchmal ist einfach der Wurm drin. Da hatte Facebook vor einigen Wochen groß seinen Börsengang angekündigt, und schon kurz nach Handelsbeginn stürzte die Aktie ab. Schnell wurden Gerüchte um Absprachen und überbewertete Anteile laut, und während Kleinanleger ihr Geld verloren, konnten Großaktionäre einen satten Reibach machen. Das gibt kein gutes Image in Zeiten der Finanzkrise.

bingo friendzy
Kindergerechte Werbung?

Dann kündigte Facebook an, schon jetzt in das Echtgeld-Gambling einzusteigen. Allerdings nicht mit Spielgeld-Gigant Zynga, der inzwischen versucht, seinen Pokerraum selbstständig auf den Markt zu bringen, sondern zunächst mit einer kleinen Bingo- und Slot-App. namens „Bingo Friendzy“, und das vorerst nur in England.

Gerade erst auf dem Markt, sorgt das Programm bereits für Ärger. Christliche Organisationen beklagen die grafische Gestaltung. Bunte Farben und knuddelige Spaßmonster als Werbeträger seien offensichtlich auf Kinder zugeschnitten und deshalb nicht geeignet zum Bewerben von Glücksspiel, beschweren sich z. B. die Methodisten, wie im Daily Telegraph zu lesen war.

Zwar ist die Kirche nach Meinung dieses Autors ganz sicher nicht die Institution, an die man sich mit Fragen zur Moral wenden sollte, aber der Zusammenhang zwischen den Bingo-„Tribbles“ und einem Casino will sich mir auch nicht erschließen.

Der Facebook-Aktie hat’s jedenfalls nicht geholfen. Sie sackte heute einmal mehr deutlich ab und steht nun bei nur noch bei etwas mehr als $16. Das ist gut die Hälfte des Ausgabepreises.

Durchgecheckt und aufgekauft – Global Poker Index

Vor gut einem Jahr mit großen Vorschusslorbeeren an den Start gegangen, sollte der Global Poker Index - kurz GPI – die ultimative Pokerrangliste werden, was ihr zu einem Gutteil auch gelang. Blöd nur, dass sie ausgerechnet von Epic Poker an den Start gebracht worden war, der Pleiten-, Pech- und Pannenpokerliga von Jeffrey Pollack und Annie Duke.

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Frischer Wind, neues Design.

Nach dem Aus von Epic Poker stellte sich die Frage, was mit dem GPI nun passieren soll. Qualitativ hatte die Rangliste ja durchaus überzeugt.

Im Juni wurde der GPI in einer Notauktion versteigert, und den Zuschlag erhielt Pinnacle Entertainment, die die Rangliste quasi unverändert weiterführten. Jetzt gab es schon wieder einen Besitzerwechsel: Zokay Entertainment übernahm die Webseite für einen nicht genannten Betrag.

Chef von Zokay Entertainment ist Alex Dreyfus, der früher als CEO von Chilipoker fungierte. Heute leitet Dreyfus u. A. die französische Turnierserie Deep Stack Open sowie die Unternehmen iGaming France und MadeInPoker.com und ist Besitzer der mobilen App. MyPokerApp.

Dreyfus hat große Pläne mit dem GPI: Bis zu 17 gesonderte nationale Ranglisten sollen her, außerdem Auszeichnungen z. B. für den besten Jungprofi, und die bestplatzierten Spieler sollen den besten Turnierleiter, den besten Event u. Ä. wählen.

Außerdem soll die Präsenz von Poker in den Massenmedien gestärkt werden. Immerhin ist der GPI bereits fester Bestandteil der wöchentlich erscheinenden Zeitschrift USA Today Sports.

Auch online weht ein frischer Wind. Das Design der GPI-Webseite wurde überarbeitet und erstrahlt nun mit animierten Gifs. Und die ersten nationalen Ranglisten sind auch bereits erschienen.

Bustout – EpicPoker.com

Ja wo laufen sie denn? Möchte man fast fragen, wenn man die oben bereits erwähnten Jeffrey Pollack und Annie Duke denkt.

Annie Duke
Schluss mit lustig - Epic Poker verschwindet.

Es sollte die Champions League der Pokerprofis werden, und dann heilt sie sich nicht einmal ein Jahr. Epic Poker war ein klassischer Fehlschlag. Darüber könnte man noch hinwegsehen, wenn nicht der merkwürdige Nachgeschmack bleiben würde, der durch Unterschlagung und verschwundene Gelder entsteht.

Daniel Negreanu hat es ja schon immer gewusst, aber den Spielern war’s egal, solange die Gelder flossen. Als das nicht mehr der Fall war, ging man halt vom Palms Casino rüber ins Rio. Das ist nur ein paar Minuten entfernt.

Die Geschädigten waren Mitarbeiter und Investoren, die plötzlich mit leeren Händen dastanden. Jetzt ist auch der letzte Internet-Beweis für ehemalige die Existenz von Epic Poker verschwunden.

Anstatt Turnierberichten, Interviews, Videos und Blogs findet man unter der Adresse von Epic Poker nun gar nichts mehr. Die Seite ist verschwunden, Epic Poker ist beerdigt.

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