Tony G. angle-shooting beim WSOPE €10k Split

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13 Oktober 2011, Von: Dirk Oetzmann
Geposted in: PokerZeit Blog
Tony G. angle-shooting beim WSOPE €10k Split

Der folgende Vorfall ereignete sich an Tag 1 des €10k Split Events bei der WSOPE Cannes 2011:

Tony G. und Andrew Robl befanden sich in einer Hand, und Robl, das wird noch wichtig, trug einen voluminösen  Kopfhörer.

Auf einem Flop K 6 4 checkte Tony von vorn, und Robl setzte 1600. Call.

Auf dem Turn fiel die 3. Tony G. checkte noch einmal, Robl setzte 4200 und Tony G. bezahlte nach kurzem Überlegen.

Auf dem River fiel die 8, und plötzlich wurde die Geschichte höchst interessant. Tony G. checkte noch einmal, und Robl ließ sich mit seiner Entscheidung Zeit. Nach etwa einer Minute setzte er 11.000, und zwar mit einem blauen 10.000er und einem gelben 1000er Chip. Tony G. wartete einige Sekunden, annoncierte dann all-in und schob dann nur exakt 11.000 Chips über die Setzlinie.

Robl, der immer noch die dicken Kopfhörer trug, drehte sofort seine Karten um und zeige 7 5 für die Straight. Daraufhin explodierte Tony G und rief erbost, dass er All-in annonciert habe. Robl drehte seine Karten wieder um, und nach kurzer Diskussion wurde der Floorman herbeigerufen.

Nachdem man diesem die Lage auseinandergesetzt hatte, wurde Tony G.‘s Move als korrekt gewertet und entschieden, dass Robl nun die Ahl habe, zu folden oder G.‘s All-in zu bezahlen. Tony G. hatte zu diesem Zeitpunkt 23.150 Chips, sodass Robl noch 12.150 hätte nachbezahlen müssen.

Robl war mit dieser Entscheidung nicht einverstanden und verlangte, einen vorgesetzten Mitarbeiter zu sprechen. Also wurde Turnierchef Jack Effel persönlich an den Tisch geholt. Robl behauptete, dass G. seine Chips über die Linie schieben müsse, um all-in zu gehen, aber Tony G. hatte seinen Move ja verbal angekündigt, und das hat bei Poker nun mal Priorität.

Jack Effel hörte sich die ganze Geschichte an und entschied dann, dass Tony G.‘s Move live und legal war. Robl hatte damit die Wahl zwischen einem Call des All-in oder einem Fold. Da Robl außerdem seine Hand bereits dem ganzen Tisch gezeigt hatte, musste er seine Karten wieder umdrehen und seine Entscheidung mit offenen Karten treffen. Robl befolgte die Anweisung, dachte etwa 30s nach und annoncierte dann „Call“.

Tony G. zeigte daraufhin 9 7 für einen Flush, der Robls Straight schlug und den Pot gewann. Tony G. konnte verdoppeln, und Robl erhielt zu allem Überfluss auch noch einen „one orbit penalty“, musste also eine ganze Runde aussetzen, bevor er weiterspielen durfte.

 Robl war über die Entscheidung wütend, konnte aber nur sich selbst verantwortlich machen, denn er war ja nur in diese Situation geraten, weil er Tony G.‘s Move nicht gehört hatte.

Und was lernen wir daraus?

1. Mit dicken Kopfhörern am Tisch zu sitzen sieht nicht nur bescheuert aus, sondern es ist auch nicht besonders clever, und 2. Tony  G. wird am Tisch jedes Mittel einsetzen, um dir deine Chips wegzunehmen. Jedes.

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