Tom Dwan und der Hongkong-Banker

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Über eine Woche rollen in Macao nun schon Millionen von Hong Kong Dollar über den Tisch. Laut Beobachtern nimmt die Action mittlerweile immer wahnsinnigere Züge an und erinnert mehr und mehr an die Auseinandersetzung der besten Pokerspieler ihrer Zeit mit dem texanischen Banker Andy Beal im Jahre 2001. Den absoluten Höhepunkt bildet nun das Heads Up Match von Tom Dwan und einem Geschäftsmann aus Hongkong. Bei Blinds von $6500/ $13.000 ist der Amerikaner nach der ersten Session mit 1,2 Millionen Dollar im Brand.

Das alles erinnert immer mehr an ein Duell, welches als die erste Weltmeisterschaft im Poker in die Geschichtsbücher einging: 1949 hatten sich die damals besten Pokerspieler der Welt Johnny Moss und Nick „The Greek" Dandalos" zu einem fünf Monate dauerndem Heads Up getroffen. Am Ende der Auseinandersetzung sagte der mit ein paar Millionen Dollar Verlust unterlegene Dandalos einen legendären Satz: „Mr.Moss, i have to let you go."

Die Rollen der alten Haudegen haben in Macao bei den wahnwitzigsten Cashgames der jüngeren Geschichte nun Tom Dwan und ein anonym bleibender Banker aus Hongkong übernommen. Das Spiel lautet No Limit Holdem, die Blinds sind mit 50.000 HK$/ 100.000 HK$ ($6.500/ $13.000) festgelegt, der chinesische Herausforderer soll fast 8 Mio. Dollar mit an den Tisch gebracht haben und noch ist nicht klar, wer am Ende den Anderen gehen lassen muss.

Klar ist allerdings eins: nach der ersten Session liegt Tom Dwan mit circa 1,2 Millionen Dollar im Brand. Laut Beobachtern soll der Anfangs-Stack Dwans von 3,5 Mio. Dollar auf 60% seiner ursprünglichen Höhe geschrumpft sein.

Über Dwans Konkurrenten ist lediglich bekannt, dass er seit einigen Jahren in Macao Poker spielt und dort circa 10 Millionen Dollar verloren hat. Dieser Fakt macht ihn allerdings zu keinem ungefährlicheren Gegner. Meint auch Winfred Yu, der Manager des Poker King Rooms, wo die Spiele stattfinden. Yu, der letzte Woche selber an der $1.000/ $2.000 Partie mit Phil Ivey, Chau giang und John Juanda teilnahm und 150.000 Dollar Profit machte, sagte über den mysteriösen Mr. X: „Du bist zehnmal besser als sie und gehst doch als Verlierer vom Tisch. Eine Million Dollar bedeutet einfach gar nichts für diese Männer. Es gibt wirklich nur ein paar ganz, wenige Spieler, denen bei diesen Zahlen nicht die Hände anfangen zu schwitzen."

Dass Dwan allerdings seine Nerven im Griff hat, beweist folgende Hand, in der er einen 2,2 Millionen Dollar teuren Pot abräumt:

Nach dem River liegt ein Board von 6 9 7 3 8 auf dem Tisch. Der Pot ist zu diesem Zeitpunkt schon auf 1,5 Millionen Dollar angewachsen. Der chinesische Geschäftsmann bettet nun noch einmal 500.000 Dollar und Dwan pushed sofort mit seiner verbliebenen Million all in. Er zeigt mit K 9 bei diesem Board eine überaus mittelmäßige Hand und damit auch eine Menge Nerven.

Weshalb diese Hand überhaupt bekannt werden konnte, liegt an einer Bedingung, die Mr.X vor dem Millionen-Duell gestellt hat: die Hole Cards müssen nach jeder Hand aufgedeckt werden, egal, ob es zum Showdown gekommen ist, oder nicht.

Diese Eigenart der Pokerrooms in Macao stamme, so der anwesende Turnierveranstalter Matt Savage aus einer Zeit, als die im Poker relativ unerfahrenen, aber dennoch hemmungslos gambelnden Chinesen immer öfter von westlichen Poker Pro's geschröpft worden waren. Um den Wissensvorteil so schnell, wie möglich zu kompensieren, mussten die blassen „Langnasen" sich fortan nach jeder Hand in die Karten gucken lassen.

Ob Tom Dwan allerdings nicht der eigentliche Profiteur dieser Regel ist, wird sich in den nächsten Tagen zeigen. Wir halten euch hier in jedem Fall auf dem Laufenden.

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